Botanische Jahrbücher

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Systematik, Pflanzengeschichte

und

Pflanzengeographie

herausgegeben von

A. Engler.

Fünfundzwanzigster Band.

Mit 13 Tafeln und 3 Figuren im Text.

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Leipzig Verlag von Wilhelm Engelmann

1898.

Es wurden ausgegeben:

Heft 4 und 2 (Bogen 4—21) am 4. März 1898.

Heft 3 (Bogen 22—30; Beiblatt Nr. 60) am 49. Juli 4898. Heft 4 (Bogen 31—36) am 2. September 1898.

Heft 5 (Bogen 37—46) am 23, December 1898.

Inhalt.

I. Originalabhandlungen.

A. Engler, Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII. 44. Araceae novae Asiae tropicae et subtropicae . , .

K. v. Keissler, Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. (Mit Tafel I—IV und 2 Figuren im Text.)

E. B. Uline, Eine Monographie der Dioscoreaceen.

A. Brand, Monographie der Gattung Lotus .

A. Froehner, Die Gattung Coffea und ihre Arten.

R. Pilger, Vergleichende Anatomie der Gattung Plantago mit Rücksicht auf die Existenzbedingungen . o on

A. Engler, Beiträge zur Kenntnis der Araceae. v iL. 15. Revision der Gattung Anthurium Schott

Berichtigung dazu . e

F. Hildebrand, Über Cyclamen libanoticum ı nov. spec.

0. Fedtschenko und B. Fedtschenko, Beitrag zur Flora des südlichen

Altai MEN P. Hennings, Fungi novo-guineenses, ui. en MM. H Hallier, Über Hildebrandtia Vatke, eine zweite diöeische Convolvulaceen- Gattung.

E. Pfitzer, Beiträge zur System hatik der Orchideen. "m ros J. R. Perkins, Beiträge zur Kenntnis der Monimiaceae. I. Über die Gliederung der Gattungen der Mollinedieae. (Mit Tafel V—VII.). RE F. Reinecke, Die Flora der Samoa-Inseln. Teil II: Siphonogamen. (Mit Tafel VIHI—XIII und 4 Figur im Text.). 8. Hieronymus, Plantae Stübelianae novae . R. Pilger, Gramineae 4. Sodiro, Plantae ecuadorenses. I. E. Gilg, Loganiaceae . Gentianaceae . K. Schumann, Apocynaceae ——— Asclepiadaceae . . H. Hallier, Convolvulaceae . G. Lindau, Acanthaceae R. Pilger, Plantaginaceae.

29-125 126-465 166-232 233-295

296-381

483-494 395-509

. 910-516

517-546

. 547-577

. 918-708 . 709-721

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IV Inhalt.

HI. Beiblätter.

(Besondere Paginierung.) Beiblatt No. 60: I. Urban, Plantae novae americanae imprimisGlaziovianae. II. I. Urban, Rhamnaceae . —— Turneraceae —— Umbelliferae en K. Schumann, Buettneriaceae . Bombacaceae . ——- Rubiaceae Asclepiadaceae E. Gilg, Capparidaceae. —— Dilleniaceae —— Marcgraviaceae —— Oleaceae . —— Loganiaceae —— Gentianaceae . e. G. Lindau, Acanthaceae . . . . . . . . 5... ls n P. Graebner, Über Scirpus Kalmussii Aschers., Abromeit et Graebn. und Sc. Duvalii Hoppe Personalnachrichten. Botanische Reisen. Botanische Sammlungen . Botanische Institute.

Seite 4-54 1-2 2-12 42-45

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Botanische J ahrbücher

für

Systematik, Pflanzengeschichte

und

Pflanzengeographie

herausgegeben

von

^ A. Engler.

Fünfundzwanzigster Band. I. und II. Heft. |! Mit 4 Tafeln und 2 Figuren im Text.

Leipzig Verlag von Wilhelm Engelmann

1898.

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Ausgegeben am 4. März 1898.

Inhalt.

Seite A. Engler, Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VIL. .......... 1—28 K. von Keissler, Die Arten der Gattung Daphne aus der Section 4 Daphnanthes. Mit Tafel I—IV und 2 Figuren im Text . . . . 29—125 |

E. B. Uline, Eine Monographie der D/oscoreaceen . . . . . . . . . . . 126—165 A. Brand, Monographie der Gattung Lotus . . . . . . . . « . . . . . 166—232 A. Froehner, Die Gattung Coffea und ihre Arten. .. . . . . . 233—295 R. Pilger, Vergleichende Anatomie der Gattung Plantago mit Rücksicht

auf die Existenzbedingungen . . » - in 2 2 2 een nn. 296—336

Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig.

Die Vegetation der Erde.

Sammlung pflanzengeographischer Monographien herausgegeben von

A. Engler und O. Drude ord. Professor der Botanik und Direktor s ord. Professor der Botanik und Direktor

des botan. Gartens in Berlin des botan..Gartens in Dresden.

Erschienen ist:

L Band. Grundzüge der Pflanzenverbreitung auf der iberischen Halbinsel

Moritz Willkomm. Mit 21 Textfiguren, 2 Heliogravüren und 2 Karten. gr. 8. 1896. geh. „4 12.—, geb. (in Ganzleinen) .4 13.50.

In Vorbereitung befinden sich: II. Band.

Karpathen 2 von

Dr. Ferd. Pax

o Prof. der Botanik und Direktor des botan. Gartens in Breslau. Mit Textfiguren, Heliogravüren und Karten.

HI. Band. Kaukasus

von

Dr. G. Radde j 3 :

Direktor des Kaukas. Museums in Tiflis.

Mit Textfiguren, Heliogravüren und Karten. to

Unter dem Gesammttitel »Die Vegetation der Erde, soll eine Sammlung pflanzen raphischer Monographien erscheinen, die, nach dem vorliegenden ersten Bande zu urtheilen eine eebe E eistung in der botanischen Litteratur bedeuten. Das ganze Werk soll sich in dréi Abtheilungen gliedern, t von onen die erste die Klimatologie in ihrem Einfluss auf die Verbreitung der Pflanzen, die Floren-Ent- Tig e ungsgeschichte und phylogenetische Untersuchungen auf geologischer und biologischer Grundlage pieton. soll, gie zweite die Pflanzenformationen (insbesondere diejenigen Europas und der angrenzenden Gebiete) in inzelmonographien, die dritte die Grundzüge der Pflanzenverbreitung in monographischen Se il erungen er natürlichen Florengebiete bringen wird. Letzterer Abtheilung gehört der vorliegende Bang p m We chem der vorzügliche Kenner der spanischen Flora, M. Willkomm, welcher leider die en à E es prackes nicht erleben sollte, die Verbreitung der Pflanzen auf der iberischen Halbinsel in mus SE) iger arstellung schildert. ‚Dass das vortreffliche Werk sich auch äusserlich vortheilhaft zepräsen! iert, ist von der in dieser Hinsicht bekannten Verla shandlung nicht anders zu erwarten. Von den bei en sauber gestochenen Karten erläutert die erste die Regenverhältnisse, die zweite die Ver- breitung. er E ` ‚pen und die Vegetationslinien einer Anzahl der wichtigsten Pflanzen der iberischen Free à ie ra en schónen Heliogravüren stellen einen Theil des Dattelpalmenbaines in Elche bei ali n e und den Pinienhain bei Cartaya in der Provinz Huelva dar. Die Textfiguren illustrieren charak- eristische Pflanzentypen der iberischen Flora. Literarisches Centralblatt 1896. Nr. 24. ée

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Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII.

Von

A. Engler.

(Vergl. Bot. Jahrb. I. Bd. 479—490, 480—488; IV. Bd. 59—66, 344—352; V. Bd. 287—336; VI. Bd. 273—285.)

14. Araceae novae Asiae tropicae et subtropicae.

Im Laufe der letzten 15 Jahre hatte sich nach meiner Bearbeitung der Brccanrschen Araceen Malesiens bei mir eine größere Anzahl von Araceen des indisch-malayischen Gebietes zur Bearbeitung angesammelt. Einerseits durch andere Arbeiten gehindert, andererseits auch aus ausgesprocherer Abneigung gegen Publicierung von einzelnen Diagnosen habe ich die Ver- öffentlichung der mir neu erscheinenden Arten so lange aufgeschoben, bis eine Revision eines umfangreicheren Materiales lohnend erschien. Nach- dem jetzt Sir Joseen Hooker in der Flora of Brit. Ind. vol. Vl die Araceen Britisch-Indiens beschrieben und nachdem mir andererseits durch die Güte des Directors des botanischen Gartens zu Buitenzorg, Herrn Prof. Dr. Treus, die meisten der daselbst cultivierten Araceen zugesendet wur- den, scheint es mir zweckmäßig, die Veröffentlichung der von mir bear- beiteten Araceen des indisch-malayischen Gebietes und der Nachbargebiete nicht lánger aufzuschieben.

Die hier bearbeiteten Araceen sind hauptsächlich folgende:

1. Araceen aus Borneo, für mich speciell gesammelt von dem verstorbenen

Reisenden Gnasowskr im Jahre 1882.

2. Araceen aus Cochinchina, einige Arten, die ich von der Direction des

Musée d'histoire naturelle zu Paris erhielt.

3. Araceen aus Neu-Guinea. a. Sammlung des Herrn Dr. Horrznusc 1886—87. b. Sammlung des verstorbenen Dr. Herr wic 1889. b. Sammlung des Herrn Dr. LaurEnBAcu 1890. d. Sammlung des Herrn Dr. Lavreregaca auf der Kaiser- Wilhelms- land-Expedition 1896. Botanische Jahrbücher. XXV, Bd. !

3 A. Engler.

4. Araceen von Formosa, den Philippinen, Celebes, den Molukken, Neu- Guinea, gesammelt von Herrn Dr. WARBURG.

Araceen, cultiviert im botanischen Garten zu Buitenzorg.

Araceen von den Samoa-Inseln, gesammelt von Herrn Dr. REınEckE. Araceen von Nord-Celebes, gesammelt von Herrn Dr. Koonpzns. Araceen von Neu-Pommern, gesammelt von Herrn Dr. Danı.

PNPS

Pothos L. Fl. ceyl. nov. gen. 43; Exar. in DC. Suites au Prodr. II. 78 et in Malesia I. 261.

Sect. Eupothos Schott Aroid. I. 24.

P. Chapelieri Schott Aroid. I. 22 t. 35.

Insulae Comorae (Humeror n. 434); Mnoni, interdum ad arbores frequentissime occurrens (Scuwipr); in insula Johanna, in vallibus atque in montibus usque ad 300 m (J. M. HirzpEsnaxpr n. 1712).

Obwohl die Comoren im Übrigen pflanzengeographisch zu Afrika gehören, so er- wühne ich diese Art doch hier, da die Gattung Pothos mit Ausnahme dieser einen auf Madagascar und den Comoren vorkommenden: Art ausschließlich indomalayisch ist.

P. Hellwigii Engl. n. sp.; ramulorum internodiis longiusculis, foliorum petiolis late cuneatis laminae lanceolatae basi truncatae dimidium vel tertiam partem longitudine latitudineque aequantibus, breviter auriculatis; pedunculo inferne cataphyllis 4—5 concavis sursum versus gradatim majoribus instrueto, petiolum superante, sursum modice .in- crassato; spatha breviter ovata; spadice breviter ovoideo basi lata sessili; floribus minutis.

Ramulorum internodia circ. 2 cm longa. Foliorum petiolus 2,5—5 cm longus, antice 0,8—4,2 cm latus, lamina 1—4,3 dm longa, 3—4 cm lata. Cataphylla pedunculum involventia, magnitudine valde diversa, inferiora vix 4 cm, superiora usque 3 cm longa.

Pedunculus 4—5 cm longus. Spatha 4—4,5 cm longa et lata, atrofusca. Spadix 4 cm ongus circ, 8 mm crassus.

Nova Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: in silvis pr. Butaueng Hr wie n. 468 Mart. 1889); pr. Autila (Herrwic n. 510 -— Apr. 1889); in silvis ripariis ad medium fluvium Gogol (LaurERmAcu n. 4037 Nov. 1890).

P. Warburgii Engl. n. sp.; ramulorum radicantium foliis petiolo quam lamina oblonga vel oblongo-ovata acuta 2—3- plo breviore late cuneato instructis; ramulorum liberorum foliis superioribus petiolo quam lamina lanceolata 6—7-plo breviore cuneiformi suffultis; pedun- culo petiolum paullo superante inferne cataphyllis circ. 5 gradatim majori-

bus instructo spatham breviter ovatam acutam aequante; spadice breviter stipitato ovoideo.

Ramulorum radicantium internodia inferiora inter folia evoluta circ. 4 cm, superiora inter cataphylla 3—6 cm longa; foliorum petiolus 0,8—1,5 cm longus, 2—4 mm latus,

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Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII. 3

lamina 2—3 cm longa, 4—4,5 cm lata. Ramulorum liberorum internodia circ. 2 cm longa; foliorum superiorum petiolus 0,6—1,2 cm longus, 3—4 mm latus, lamina 6—8 cm longa, 4,5—2 cm lata. Pedunculi circ. 5 mm longi. Spatha 5 mm longa et lata. Spadix 4 mm longus, 3 mm crassus. Flores minimi.

Formosa: Kuanania (Wansunc n. 40 663 Febr. 1888).

Die Art ist ausgezeichnet durch die verhältnismäßig kurzen Blattstiele und findet ihren Platz in der Nähe des P. Seemannii Schott.

P. Balansae Engl. n. sp.; ramulis floriferis inferne cataphylla valde elongata lineari-lanceolata et interdum folium lamina ovata quam petiolus 4—5-plo breviore instructum, superne folia lamina oblonga vel ob- longo-lanceolata petiolum late cuneatum apice truncatum longitudine aequante vel paullo superante instructa ferentibus; pedunculo dimidium petioli aequante vel superante, cataphyllis pluribus concavis pedunculum involucrante instructis; spatha ovata conchiformi acuta; Spadice stipitato oblongo; floribus (pro genere) majusculis.

Ramulorum internodia infima inter cataphylla circ. 4 cm, superiora 2 cm longa. Cataphylla usque 1 dm longa et superne 4,6 cm lata, breviter acuminata. Foliorum petiolus 7—8 cm longus, circ. 4,5 cm latus, lamina 8,5—42 cm longa, 3—4 cm lata. Cataphylla pedunculum involucrantia 0,5—1,5 cm longa. Spatha 2,5 cm longa et lata, conchiformis. Spadix stipite 0,5 cm longo suffultus, 2 cm longus, ! cm crassus. Flores circ. 3 mm diametientes,

Tonkin: in valle Lankok (Mont-Bavi), ad truncos arborum scandens (Baransa n. 2060. Florens Apr. 1888).

Die Art ist sehr auffallend durch ihre dicken, cylindrischen Kolben; in der Gestalt der Blätter erinnert sie an P. macrophyllus de Vriese; ich stelle sie neben P. scandens L. Das mir vorliegende Exemplar ist noch dadurch ausgezeichnet, dass an dem Inflores- cenzstiel in der Achsel eines der unteren Niederblütter sich noch eine zweite In- florescenz mit mehreren Niederblättern entwickelt hat.

P. scandens L. Spec. ed. I. 968; Ener. in DC. Suites au Prodr. II. 84.

Cochinchina (Taoreı n. 1058 in herb. mus. Paris. 4862—66).

Diese Exemplare haben ebenso große Niederblätter und Laubblätter, wie die der vorigen Art, jedoch ist das obere Ende des Blattstieles mit deutlich vorspringenden Öhrchen versehen und vor allen Dingen sind die Inflorescenzen etwa viermal kleiner.

P. Zippelii Schott in Ann. Mus. Lugd. bat. I. 131; Ener. in DC. Suites au Prodr. II. 86.

Nova-Guinea: in parte occidentali, in silva montana insulae parvae in parte interiore sinus Mac Cluer-Bay (Naumann, Exped. Gazelle Jun. 1875); Kaiser-Wilhelmsland, ad ripas fluvii Augusta (Horırung n. 248. Aug. 1886); Finschhafen (LaurEnsAcH n. 376 Jul. 1890).

Celebes borealis: prov. Minahasa, Runoketeng, alt. 200 m (Koonpzns n. 46439 Apr. 1895).

Da an dem Exemplar von Celebes weder frei wachsende Zweige noch Blütenstände sich vorfinden, so ist die nur auf die Beschaffenheit der wurzelnden Zweige gegründete Bestimmung fraglich.

P. papuanus Becc. msc.; Exer. in Bull. Soc. Tosc. di ort. 1879 p. 267

et in Beccarı Malesia I. 264 t. XVI f. 5—7. 1*

4 À. Engler.

Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: in monte Sattelberg in silva primaeva (LaurerBaca n. 498 Jul. 1890), ad medium et superiorem fluvium Bubu-i (Horzrung n. 429 Jun. 1886).

P. Albertisii Engl. in Bull. Soc. Tosc. di ort. 1879 p. 267 et in Ma- lesia I. 262 t. XVI f. 8—9.

Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: Augustastation (HOLLRUNG n. 637, 880 Aug. 4887), in silva alta ad fluvium Ramu, alt. 400 m (Laurersacn, Kaiser - Wilhelmsland- Exped. n. 709 Aug. 1896), ad fluvium Jagei, usque ad 30 m scandens (LaurensAcu, Kaiser-Wilhelmsland- Exped. n. 533). Nom. vern. Buri.

P. longipes Schott Aroid. I. 23 t. 47; Ener. in DC. Suites au Prodr. I. 87.

Australia tropica, Queensland: Cairns Camerunga (WARBURG n. 49 409).

P. Loureiroi Hook. et Arn. Beechey Voy. p. 220; Ener. in DC. Suites au Prodr. II. 87.

Tonkin: pr. Tu-Phap, ad arbores scandens (Barınsa n. 2062 1884).

China: Hainan (Henry n. 7980 Nov. 1889).

P. inaequilaterus (Presl) Engl. in DC. Suites au Prodr. II. 88.

Philippinae: Mindanao (Wansunc n. 14602).

P. Rumphii (Pres!) Schott Melet. I. 24; Encı. in DC. Suites au Prodr. II. 89.

Celebes borealis: pr. Bojong (Wansunc n. 45 724); prov. Minahasa, Pingsang alt. 50 m (Koorpers n. 16176), Runoketeng (Koonpxns n. 16454); Rublunaat (Koonprns n. 16152), Ratatatok alt. 200 m (Koonpzns n. 16178), al. loc. (Koorvers n. 16143, 16158, 16177 fr. m. Febr. 4895).

Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: in arboribus pr. Butaueng (Herıwıs n. 466. Florif. Mart. 1889).

var. giganteus Engl.; alte scandens, robusta, internodiis longius- culis, ad nodos radicans; foliorum petiolo dimidium laminae circ. aequante fere ad apicem usque late vaginato, vagina complicata, apice breviter auriculata, lamina oblique elliptica, valde inaequilatera, latere altero inter- dum duplo latiore, basi obtusa, apice longe cuspidata, nervis lateralibus I. numerosis patentibus, nervis collectivis antemarginalibus utrin- que plerumque 3, duobus a margine longe distantibus; pedunculo ter- minali, petiolum folii ultimi superante; spatha late lineari, lon- gissime cuspidata pedunculo haud decurrente; spadice longe stipitato, longe cylindrico demum spatbam superante; floribus majusculis; ovariis ovoideis, vertice truncatis, stigmate orbiculari sessili instructis; baccis magnis ovoideis vel oblongo-ovoideis, 3—1-spermis; seminibus ob- longis plano-concavis, longitudinaliter leviter sulcatis.

Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII. 5

Usque ad 40 m scandens, internodiis 2—5 cm et ultra longis, circ. 4 cm crassis. Foliorum petiolus circ. 4,5 dm longus, superiore parte 5—7 mm longa excepta late vaginatus, lamina 2—3 dm longa, 4,2—1,8 dm lata, cuspide 2—3 cm longo instructa, nervis lateralibus, angulo circ. 60—700 a costa abeuntibus, nervo collectivo antemargi- nali exteriore marginali approximato, intermedio in folii parte latiore circ. 42 mm, intimo 3—5 cm a margine distante. Pedunculus usque 2 dm longus. Spatha 4,8—2 dm longa, circ. 3 cm lata, cuspide 2—3 cm longo instructa. Spadix stipite 2 cm longo instructus, 4,5—2 dm longus, circ. 4 cm crassus, paullum attenuatus. Flores circ. 2,5 mm diametientes. Baccae maturae 2—2,5 cm longae, 4,2—1,5 cm crassae, rubrae. Semen 4,7 cm longum, 7—8 mm latum, pallide brunneum.

Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: Constantinshafen (Rücker n. 44, LaurEnBACH n. 1508 Dec. 1890), Finschhafen (Horrrune n. 4614 Jun. 1886), in silva riparia ad fluvium medium Gogol (Laurensacu n. 932. Fructif. Nov. 1890), ad fluvium Gogol inferiorem (LaurERBAcH n. 1449 Nov. 1890), ad rivulum Boassali montis Sattelberg alt. 300 m (LAUTERBACH n. 621), frequentissima in silva alta riparia ad fluvium Jagei, alt. 450 m (LAUTERBACH, Kaiser-Wilhelmsland - Exped. 4896 n. 615. Fructif. Aug. 1896).

Nom. vern. pr. Constantinhafen: Galgal, ad fluvium Jagei: Gó.

Diese Pflanze wurde von mir früher irrtümlich mit P. insignis Engl. vereinigt und als solche in Scaumann’s Flora von Kaiser-Wilhelmsland aufgeführt; sie ist aber sicher von dem typischen P. Rumphii nur wenig verschieden.

P. sumatranus Engl. n. sp. ; ramulorum internodiis inferioribus brevi- bus, superioribus longioribus; foliorum petiolo quam lamina circ. 5-plo breviore, longe vaginato, lamina subcoriacea, lanceolata, basi acuta, longe acuminata, inaequilatera, latere altero 41/,-plo latiore, nervo collectivo antemarginali a margine longeremoto; pedunculo quam petioli circ. triplo longiore, spatha ovata breviter acuminata; spadice cylindrico sessili.

Ramulorum internodia superiora circ. 4,5—2 cm longa. Foliorum petiolus circ. 2,5 cm longus, vagina 2 cm longa instructus, lamina usque 4,3 dm longa et 3 cm lata, nervis lateralibus I. angulo circ. 60° a costa abeuntibus. Pedunculus 5—6 cm longus. Spatha 2,5 cm longa, 4,5 cm lata, acumine 2 mm longo instructa. Spadix 2,5 cm longus, 3 mm crassus.

Sumatra (HıLıesrann, Forges n. 2361).

P. celatocaulis N. E. Brown in Garden Chron. 1880 p. 200.

Philippinae: Mindanao meridionalis, Sibulan (Warsurs n. 14 603)

Pothoidium Schott Aroid. I. 26 t. 47; Ener. in DC. Suites au Prodr. II. 95.

P. Lobbianum Schott 1. c. Celebes borealis: prov. Minahasa, inter Tondeno et Ajermedidi

(Koorpers n. 16135. Jan. 4895. Nom. vern. Arteh); Pinomarangan pr. Kajoewatoe alt. 500 m (Koonpzns n. 16171. Fl. Febr. 1895. Nom. vern. Arétés); al. locis (Koorpers n. 16 435, 16436, 16138, 16440).

Usque ad 10—45 m. scandens.

6 A. Engler.

Philippinae, in insula Luzon, pr. Manilam (Jacor), Pina blanca (Wan- BURG n. 12454).

Acorus L. Hort. Cliff. 137, Scnorr Melet. I. 22 ete. Encı. in DC. Suites au Prodr. II. 215.

A. Calamus L. var. terrester (Spreng.) Engl. l. c. China: Hupeh (Henry n. 1904, 3370). Celebes borealis: prov. Minahasa (Koonpzns n. 16128).

Raphidophora Hassk. Cat. pl. Hort. Bogor. 1844 p. 58; Scnorr Gen. Ar. t. 77 etc. ; Ener. in DC. Suites au Prodr. II. 238 et in Beccarı Malesia I. 266.

R. Koordersii Engl. n. sp. ; caudiculi internodiis mediocribus; foliorum petiolo laminae dimidium subaequante vel paullo superante, fere ad apicem usque vaginato, vagina demum destructa, lamina subcoriacea oblique ovata vel oblique oblongo-ovata, basi obtusa apice leviter cur- vata, acuminata acutissima, nervis lateralibus numerosis subaequalibus leviter curvatis; pedunculo folia subaequante; spatha —; spadice longiuscule stipitato, spadice maturo folii laminae aequilongo, cylin- drico; baccis subprismaticis; stylo brevissimo cum stigmate ovali instructis; seminibus oblongis.

Ramulorum internodia circ. 2 cm. longa, 7—8 mm crassa. Folii petiolus circ. 7—40 cm longus, lamina 4—4,2 dm longa, 4—6 cm lata, latere altero 41/5-plo latiore.

Pedunculus circ. 4,2 dm longus. Spadix stipite fere 4 cm longo suffultus, fructifer 4 dm longus, 4,8 cm crassus. Baccae circ. 5 mm longae. Semina 1,5—1,7 mm longa.

Celebes borealis: Kawewatoe, alt. 50 m (Koorpers n. 16166. Fructif. m. Febr. 1895).

Diese Art steht der R. montana (Blume) Schott etwas nahe, ist aber durch die stark ungleichseitigen und schief eiförmigen oder länglich-eiförmigen ungleichseitigen Blätter leicht zu unterscheiden.

R. sylvestris (Blume) Engl. in DC. Suites au Prodr. II. 239.

Java: Preanger (WanBuna n. 2620).

R. novo-guineensis Engl. in Schumann, Flora von Kaiser-Wilhelms- land p. 19; internodiis longis; foliorum petiolo dimidium laminae aequante, ad basin laminae usque late canaliculato, ad geniculum us- que vaginato, lamina membranacea oblonga vel oblongo lanceolata, basi subacuta, apice breviter acuminata, nervis lateralibus I. utrinque circ. 20 arcuatis, angulo circ. 60° a costa abeuntibus, nervis II. 3—5 inter pri- marios interpositis; pedunculo cum inflorescentia petiolum subaequante; spatha ovata obtusa eymbiformi, parva; spadice sessili breviter

cylindrico obtuso; pistillis vertice truncatis, stigmate sessili coronatis.

Fruticulus circ. 5 dm longus. Caudiculi internodia 0,8—1 dm longa. Foliorum pe- tiolus 5—7 cm longus, vagina mox destructa, lamina 4—2 dm longa, 5—7 cm lata, nervis lateralibus I. inter se 5—8 mm distantibus. Pedunculus 4,5 cm longus. Spatha 2,5 cm

Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII, 7

longa, flava. Spadix 2 cm longus, 8 mm crassus. Pistilla breviter obovata, vertice dila- tata, 2 mm longa, ovula numerosa funiculis longis placentis affixa. Antherae ovatae.

Nova-Guinea, Kaiserwilhelmsland: in silva pr. portum Hatz- feldthafen (Horzrung n. 572. Flor. m. Oct.), ad fluvium Gogol medium (LaurERBACB n. 1017, Fructif. m. Nov. 4890), ad fluvium Gogol inferiorem (LavrERBACH n. 951. m. Nov. 1890), in palude silvae ripariae ad fluvium Ramu alt. 450 m (LaurERBACH, Kaiser Wilhelmsland Exped. n. 810. Flor. m. Sept. 1896), ad portum Finschhafen (Warsurs n. 90995).

Steht der R. Lobbii Schott nahe und ist von derselben durch einander viel mehr genüherte und zahlreichere Seitennerven ersten Grades verschieden, auch sind die Blütter dünner.

R. geniculata Engl. n. sp.; caudiculis crassis ramosis, internodiis brevibus, cataphyllis destructis diu persistentibus; foliorum petiolo laminae aequilongo vel breviore et dimidium tantum aequante crassiusculo, geniculo subtumido instructo, vagina fere ad geni- culum usque pertinente mox destructa, lamina lanceolata basi sub- cuneata acuta,breviter et acute acuminata, nervis lateralibus l. nume- rosis arcuatim adscendentibus parallelis, nonnullis validioribus; pedunculo brevi, cataphyllis destructis involucrato, spatha eymbiformi oblongo-ovoidea, ovariis subprismaticis vertice truncatis, stigmate ovali; baccis polyspermis, seminibus oblongis.

Internodia stirpis juvenculae 2—3 cm, adultae 0,5—1,5 longa. Foliorum stirpis adultae petiolus 4,5—2,5 dm longus, 5—8 mm crassus, geniculo 5—7 mm longo in- structus, lamina 2—3,5 dm longa, superne 8—9 cin lata. Pedunculus circ. 5 cm longus. Spatha 6—7 cm longa, 2,5 cm ampla, acumine 4—5 mm longo instructa. Baccae circ. 6 mm longae, 3 mm crassae. Semina 4 mm longa.

Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: in silva primaeva ad flu- vium Gogol medium (LAutTersach n. 976. Fructif. m. Nov. 1890), ad flu- vium Gogol superiorem (LavrERBACH n. 1058?, m. Nov. 1890); in monte Sattelberg ad rivulum Boassali (LavrERBACH n. Gips, Flor. m. Julio 4890).

Die Art steht am nächsten der Rh. novo-guineensis Engl. und der R. oblongifolia Schott. Von ersterer unterscheidet sie sich leicht durch die 2—3mal so starke Spatha, sowie durch die längeren und dickeren Blattstiele, von letzterer hauptsächlich durch die am Grunde keilförmige und spitze Blattspreite. Hierdurch nähert sie sich auch etwas der R. Hollrungii Engl., doch besitzt diese durchweg gleich starke Seitennerven und eine nach beiden Seiten hin stark verschmälerte Blattspreite.

R. peeploides Engl. n. sp.; ramis erassis, dense foliatis inter- nodiis brevibus; foliorum petiololaminae dimidium superante, eanalieulato, ad geniculum usque vaginato, lamina subcoriacea, lanceo- lata vel oblongo-lanceolata, basi subacuta vel obtusiuscula, apice aeuta, nervis lateralibus I. numerosissimis et secundariis subaequalibus; pedunculo quam spatha oblonga breviore; spadice sessili quam spatha paullo breviore, crasse eylindrico; pistillis sursum paullum dilatatis truncatis, stigmate sessili; ovulis numerosissimis funiculis longioribus adscendentibus; staminum filamentis linearibus, antheris breviter ovatis.

S A. Engler.

Ramuli usque 4,5 cm crassi, internodiis 0,5—4,5 cm longis. Foliorum petiolus 1,5—1,8 dm longus, lamina 2—3 dm longa, 7—9 cm lata, a medio utrinque subaequa- liter angustata. Spatha circ. 4,5 dm longa, 4—5 cm ampla, crassa. Spadix 4—1,3 dm longus, 2 cm crassus. Pistilla 5—6 mm longa, 3 mm crassa, vertice medio leviter exca- vato, stigmate ovali, 4,5 mm lato. Stamina demum pistilla superantia, filamentis anguste linearibus, 6 mm longis, antheris 4 mm longis.

Ex horto bot. Bogoriensi, anno 4897.

Diese, wie es scheint, im botanischen Garten von Buitenzorg mehrfach vertretene Art steht der R. Peepla (Roxb.) Schott nahe, ist aber durch länger gestielte Blätter mit längeren Blattspreiten und durch längere Kolben leicht zu unterscheiden.

R. Dahlii Engl. n. sp.; internodiis elongatis et crassis; foliorum petiolo dimidium laminae subaequante vel superante, ad geniculum breve usque vaginato, lamina subcoriacea oblique oblonga subacuta, inaequilatera, nervis lateralibus leviter arcuatis pri- mariis numerosis quam secundarii paullum crassioribus, venis tenuibus; pedunculo petioli vix tertiam partem aequante cataphyllis incluso, spatha pedunculo aequilonga crassa, breviter acuminata; spadice sessili bre- viter cylindrico; pistillis subtruncatis, multiovulatis stigmate parum elevato.

Internodia circ, 4 dm longa, 4 cm crassa. Foliorum petiolus circ. 4,2 dm longus, lamina 2,4 dm longa, 4 dm lata, basi rotundata. Cataphylla 5—7 cm longa pedunculum 4 cm longum involventia. Spatha 4,5 cm longa, 4,5 cm ampla. Spadix florifer circ. 3 cm

longus, A cm crassus. Pistilla circ. ^ mm longa, 2,5 cm crassa; ovula brevia funiculo longiori crasso horizontali insidentia.

Neupommern: Ralum, ad arbores scandens (Daur. Florif. m. Jan. 1897).

Ist mit R. Peepla (Roxb.) Schott verwandt, durch die sehr langen Internodien und die verhältnismäßig kleinen Blütenstände ausgezeichnet.

R. megasperma Engl. n. sp.; foliorum petiolo laminae sub- aequilongo vel longiore, canaliculato, longe vaginato, superne autem evaginato, lamina tenui lanceolata inaequilatera altero latere 11/g-plo latiore, basi acuta, apice longe acuminata acutissima, subtus costascaberula, nervis lateralibus I. numerosis arcuatim patenti- bus, lI. tenuioribus primariis subparallelis; pedunculo cataphyllis longis involucrato quam spatha 1!/5-plo longiore; spatha crassa acuminata; spa- dice sessili cy lindrico obtuso; pistillis superne crassioribus truncatis, stigmate ovali leviter emergente instructis; baccis cylindricis latitudine sua duplo longioribus polyspermis; seminibus oblongis leviter renifor- mibus majusculis.

Foliorum petiolus 1—1,5 dm longus, parte haud vaginata circ. 2—3 cm longa, lamina 2,5—3 dm longa, 7—9 cm lata, utrinque subaequaliter angustata, acumine 1—1,5 cm longo instructa. Cataphylla pedunculum involucrantia 5—8 cm longa. Pedun- culus 7—8 em longus. Spatha 4—6 cm longa, convoluta 4,2—1,5 cm diameliens. Spadix florifer 3 cm longus, 4 cm crassus, pistillis 3 mm longis, 2 mm crassis, multiovulatis. Spadix fructifer circ. 6 cm longus, baccis 7—8 mm longis. Semina 2,5 mm longa, 4,5 mm crassa,

Beiträge zur Kenntnis der Araceae, VII. 9

Borneo: ad ripas fluvii Kapuas-Borneo pr. Tumbung Hiang (GRra- Bowskr. Flor. et fructif. m. Sept. 4881).

Diese Art steht der R. puberula Engl. am nächsten.

R. Hollrungii Engl. in Scmumaww, Flora von Kaiser-Wilhelmsland, p. 19; caudieuli internodiis longiusculis, foliorum petiolo carinato vel subearinato, canaliculato, laminae dimidium superante geniculo brevi instructo, vagina mox dilacerata, lamina elongato- lanceolata inaequilatera, utrinque valde angustata, nervis laterali- bus I. numerosissimis angulo acuto adscendentibus; pedunculo eum inflores- centia petiolum vix aequante, quam spatha breviore; spadice sessili; pistillis stylo conico instructis, stigmate orbiculari ovulis funiculis longis affixis.

Caudiculi internodia 2—3 cm longa. Foliorum petiolus 4,2—4,5 dm longus, geni- culo circa 1 cm longo instructus, lamina 2—3 dm longa, 2,5—4 cm lata, nervis laterali- bus angulo circ. 30—40° a costa abeuntibus, inter se 2 mm distantibus. Spadix 6 cm longus, 4,5 cm crassus. Pistilla 5 mm longa, 2,5 mm crassa.

Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: ad secundam stationem Augusta (Horrguxa n. 746. Flor. m. Sept.), in monte Sattelberg, in silva primaeva (LaurEnBAcu n. 588 m. Jul. 1890).

Durch den kegelfórmigen Griffel nähert sich diese Art der ebenfalls in Neu-Guinea vorkommenden R. conica Engl., ist aber von derselben durch viel schmälere Blätter und die viel zahlreicheren nahe bei einander liegenden Seitennerven ausgezeichnet.

R. Reineckei Engl. n. sp.; caudiculi scandentis internodiis longius- culis; foliorum petiolo laminae dimidium longitudine supe- rante, anguste vaginato, vagina a geniculo longiuscule remoto, lamina elongato-lanceolata, valde inaequilaterali, basi obtusiuscula, apice longe acuminata, nervis lateralibus I. numerosis atque secundariis circ. 6—8 inter primarios interjectis (in sicco) subtus prominentibus, venis vix prominulis; pedunculo quam spadix paullo breviore; spatha .. . . .; spadice subcylindrico sursum paullum attenuato; baccis elongato-eylindriecis vertice impressis; loculis seminiferis baccae totius dimidium longitudine aequantibus; seminibus oblongis; stigmate orbiculari stylo longiusculo insidente.

Caudiculorum internodia circ. 1,5—2 cm longa. Foliorum petioli 2,8—3 dm longi, geniculo 2 cm longo instructi, lamina 2—4,5 dm longa, medio 0,5—4,3 dm lata, acu- mine 1,5 cm longo instructa. Pedunculus circ. 4,3 dm longus. Spadix subsessilis fructifer 4,4—1,5 dm longus, inferne 2 cm crassus. Baccae 7 mm longae, vix 3 mm crassae. Semina circ, 4,7—2 mm longa.

Insulae samoénses, Savaii: in silvis montanis frequentissima, usque ad 1000 m, ad arbores scandens.

R. Graeffei Engl. n. sp.; caudiculi seandentis internodiis brevibus; foliorum petiolo quam lamina breviore, longe, fere ad geniculum usque anguste vaginato, lamina lanceolata inaequilaterali, basi subacuta vel ob- tusiuscula, apice acuta, nervis lateralibus I. numerosis atque secundariis circ. 6—8 inter primarios interjectis cum venis tenuibus remote reticulatis

10 A. Engler.

(in sicco) subtus prominentibus; pedunculo quam spadix paullo breviore; spatha . . .; spadice cylindrico elongato; baccis eylindricis vertice im- pressis, loculis seminiferis baccae totius circ. Me longitudine ae- quantibus; seminibus oblongo-obovoideis; stigmate orbiculari stylo brevi ` insidente.

Caudiculorum internodia circ. 5—8 mm longa. Foliorum petioli 4,5—2 dm longi geniculo 4 cm longo instructi, lamina 2,5—3 dm longa et 8—9 cm lata. Pedunculus

circ. 8 cm longus. Spadix sessilis 4,2 dm longus, 4,1—1,5 cm crassus. Baccae (siccae 5—6 mm longae, 4 mm crassae. Semina circ. 4,3—1,5 mm longa.

Insulae samoénses, Upolu (E. Grarrre n. 73 in Herb. Mus. Go- deffroy).

Diese Art steht der vorigen sehr nahe und ist vielleicht nur Varietät derselben; doch liegen gegenwürtig zu wenig Exemplare vor, um Übergünge erkennen zu lassen Die Samen sind kleiner, als bei voriger Art.

R. Beccarii Engl. in Bot. Jahrb. I. 184 et in Malesia I. 270.

R. borneensis Engl. in Araceae exsicc. et illustr. n. 195.

Borneo: in montibus Mindai-Pramassan alai (Gnasowski. Florif. m. Jun. 1882).

Durch weitere Prüfung der von Gnasowski gesammelten Exemplare habe ich mich davon überzeugt, dass dieselben auch zu R. Beccarii gezogen werden müssen, welche neuerdings auch in Malacca bei Perak gesammelt wurde. (Vergl. Hoox. Fl. brit. Ind. VI. 546.)

R. maxima Engl. in Bull. Soc. Tosc. di Ort. 1879 p. 269 et in Malesia I. 2714.

Nova-Guinea: in monte Sattelberg pr. Finschhafen (Dr. LaurERBACH n. 481. m. Jul. 1890), ad fluvium Gogol medium (Lautersach n. 967. Florif. m. Nov. 1890).

R.? formosana Engl. n. sp.; foliorum petiolo laminae dimidium ae- quante, ad geniculum usque vaginato, lamina tenui oblonga, basi obtusa, profunde pinnatifida, laciniis lateralibus linearibus vel elongato- triangularibus acutis porrectis, costa media instructis, nervis tenuibus costis subparallelis, lacinia terminali lanceolata acuta.

Foliorum petiolus circ. 1—1,5 dm longus, lamina 2,5—3 dm longa, 4,2—1,4 dm

lata, laciniis lateralibus mediis circ. 4,8—1,5 dm longis et 4—1,5 cm latis, inferioribus et superioribus brevioribus, terminali 4,4—1,3 dm longa, 2—3 cm lata. Formosa borealis: Kelung(Wansuna n. 9698. Sterilis m. Jan. 4888). Da von dieser Pflanze weder Blüten noch Früchte vorliegen, so ist es zweifelhaft,

ob sie zu Rhaphidophora oder Epipremnum gehört; auf jeden Fall ist sie neu und mag vorláufig zu Rhaphidophora gestellt werden.

Epipremnum Schott in Bonplandia V (1857) p. 45; Ener. in DC. Suites au Prodr. Il. 248 et in Malesia I. 272— 275. E. nobile Schott) Engl. in DC. Suites au Prodr. II. 250. Celebes borealis: prov. Minahasa (Koonprms n. 16457), pr. Lo- loemboclan pr. Pahoe oere, usque ad 30 m scandens, frequens (Koonpkns

Beiträge zur Kenntnis der Araceae. Vll. 11

n. 16175 m. Apr. 1895), pr. Loeboe (Koonpzns n. 16449, 46450, Florif. m. April. 1895), inter Menado et Tomohon, alt. 600—700 m (Koor- Ders n. 16157. Florif. m. Jan. 4895. Nom. vern. Tontonkarili). Bojong (Wannunc n. 15720).

E. Dahlii Engl. n. sp.; foliorum petiolo laminae subaequilongo, geni- culo longo instructo et ad geniculum usque late vaginato, lamina oblongo- lanceolata, basi obliqua, a triente inferiore sursum sensim angustata acuta, nervis lateralibus I. utrinque ultra 20 adscendentibus atque nervis secun- dariis numerosis interpositis tenuioribus parallelis; pedunculo ..... ; spatha ..... ; spadice crassissimo coniformi; baccis valde elongatis ultra dimidium inferius seminiferum teretiusculis rubris, superne subhexagonis viridescentibus, vertice truncatis; stigmate ovali sessili; seminibus 4—3 valde diversis, oblongis vel obovatis plus minusve compressis, embryone plus minusve curvato.

Planta gigantea caudice ad arbores radicante 5—6 cm crasso. Foliorum petiolus 6 dm et ultra longus, geniculo fere 4 cm longo instructus, lamina 6—6,5 dm longa, in- ferne circ. 2 dm lata, nervis lateralibus I. inter se circ. 1,5—2 cm distantibus, Spadix fructifer ultra 2 dm longus, inferne 7,5 cm crassus, rhachi 2,5 cm crassa. Baccae 2,5 cm longae, 6—7 mm crassae, inferiore parte 1,5 cm longa seminifera rubra. Semina 1—3, 6—7 mm longa, 4—6 mm lata, oblongo- vel obovato-reniformia.

Neu-Pommern: Ralum, Matanato (Dr. Dun, Fructif. m. Febr. 1897).

Diese Pflanze steht zweifellos dem Epipremnum altissimum (Schott) Engl. sehr nahe, doch sind die Blütter weniger breit und die Samen in den Beeren weniger zahlreich, als bei der genannten Art.

E. falcifolium Engl. n. sp.; foliorum petiolo quam lamina paullo bre- viore, fere ad geniculum usque vaginato, vagina sursum angustata, geniculo canaliculato, lamina elongato-lanceolata, superne leviter falcata, acuta, inferne paullum inaequilatera, nervis lateralibus I. utrinque circ. 45 angulo acuto a costa abeuntibus, leviter arcuatis, nervis II. cire. 5—7 inter primarios interjectis quam illi paullum tenuioribus; pedunculo crasso; spatha oblonga; spadice sessili crassissimo quam spatha paullo breviore ; sta- minum filamentis linearibus, antheris oblongis, thecis utrinque acutis, basi et apice paullum divergentibus; pistillis dimidio superiore crassioribus vertice truncatis ; stigmate sessili oblongo; ovulis 4—6 inferiori parti ovarii insertis.

Foliorum petiolus cum geniculo 2 cm longo circ. 4,5 dm longus, lamina 5,5 dm longa, triente inferiore 1,2 dm lata, nervis lateralibus I. angulo circ. 40? a costa abeun- tibus. Spatha circ. 2,5 dm longa, 7 cm ampla. Spadix 2,4 cm longus, 5 cm crassus. Antherae circ. A mm longae, 2 mm latae. Pistilla 4,2 cm longa, superne 7 mm crassa.

Ex horto bot. Bogoriensi, anno 1897 accepta.

Eine ganz ausgezeichnete Art, welche mit keiner der bisher beschriebenen ver- wechselt werden kann, jedoch in der Blattform ziemlich mit der des ebenfalls aus Buitenzorg erhaltenen Scindapsus grandifolius Engl. übereinstimmt.

E.? foraminiferum Engl. n. sp.; foliorum petiolo laminam subaequante,

genieulo brevi canaliculato instructo, ad geniculum usque vaginato, va-

12 A. Engler.

gina mox destructa, lamina elongato-oblonga, inaequilatera, utrinque obtusa, nervis lateralibus I. utrinque ultra 20 a costa patentibus leviter arcuatis cum nervis secundariis cire. 3—5 inter primarios interjectis sub- parallelis, foraminibus pluribus majusculis ovalibus vel orbieularibus inter nervos primarios secus costam dispersis instructa.

Folia tantum suppetunt. Foliorum petiolus circ. 3,5—4 dm longus, lamina 4 dm longa, medio 4,3—4,4 dm lata, nervis lateralibus primariis inter se 4—4,5 cm distan- tibus, foraminibus 0,5—1,5 cm diametientibus.

Ex horto botan. Bogoriensi, anno 1897 accepta.

In Ermangelung von Blüten ist die Zugehörigkeit zu Epipremnum nicht sicher, doch lässt die Beschaffenheit der Löcher, welche ähnlich sind wie bei E. medium (Zoll. et Moritz.) Engl., darauf schließen, dass die Pflanze ein Epipremnum ist.

E. mirabile Schott Gen. Ar. t. 79.

Formosa, in promontorio meridionali (Wansunc n. 10661. m. Febr. 1888).

forma eperforatum Engl.; foliis pinnatifidis, attamen foraminibus parvis secus costam mediam deficientibus.

Nova-Guinea: pr. portum Finschhafen (Dr. LAurEnBAcu n. 839 steril. m. Sept. 1890).

forma multisectum Engl.; foliis maximis cum petiolo usque 1,2 m longis et 3 dm latis, utrinque cire. 12-sectis.

Ex horto bot. Bogoriensi, anno 1896 accepta.

E. erassifolium Engl. n. sp.; foliorum petiolo in geniculum canalicu- latum exeunte, lamina crassa coriacea, oblongo-ovata utrinque 7-pinnatisecta; segmentis, infimis breviter cohaerentibus exceptis, fere ad costam usque sejunctis, linearibus, apice porrecto, nervis lateralibus I. plerumque 2 segmenta prope marginem percurrentibus, nervis lateralibus secundariis primariis subparallelis; pedunculo brevi; spatha oblonga erassa, cylindrica, breviter acuminata; spadice sessili crasso, pistillis prismatieis sursum dilatatis 2-locularibus, ovulis in quoque loculo 2 prope basin sessilibus, stigmate oblongo paullum elevato.

Foliorum lamina circ. 6,5 dm longa et 4 dm lata; segmenta media circ. 2,8—3 dm longa, 3—4 cm lata. Spatha 1,2 dm longa, 4 cm ampla. Spadix 4 dm longus, 3,5 cm

crassus. Pistilla 8 mm longa, vertice 4 mm lata. Staminum antherae oblongae circ. 2 mm longae.

Ex horto bot. Bogoriensi, anno 1896 accepta.

Diese Art ist von E. mirabile Schott sehr gut unterschieden durch die dickeren Blätter mit tiefen bis zur Mittelrippe reichenden Abschnitten und durch die 2-fächerigen Ovarien. Ob solche bei dieser Art constant vorkommen und bei E. mirabile constant fehlen, muss die Zukunft lehren.

E. Zippelianum (Schott) Engl. in Bot. Jahrb. I. 189 et in BECCARI Malesia I. 274.

Nova-Guinea: frequentissima in monte Sattelberg pr. Finschhafen (Horırung n. 227 m. Jul. 4886, LaurERBACH n. 568 m. Jul. 1890); Simbang pr. Finschhafen (HorttRusG n. 117 m. Jun. 1886); in silva

Beitráge zur Kenntnis der Araceae. VII. 13

riparia ad fluvium Gogol inferiorem (LaurERBAcH n. 1443. Fructif. m. Nov. 1890); in silva alta ad Suor Mana, alt. 500 m (Laurrnnacn, Kaiser-Wilhelms- land Exped. 1896 n. 327. Fructif. m. Jun. 1896).

Moluccae: in insula Batjan in silva riparia (Wansuna n. 18304).

E. elegans Engl. in Malesia I. 273.

Celebes borealis: prov. Minahasa, pr. Ratahon (Koonpzns n. 19730 m. Majo 1895), Kaisewatu (Koonprns n. 16168. Florif. m. Febr. 1895); Bojong (Wannuna n. 15729).

Scindapsus Schott Melet. I p. 2 em. in Gen. Ar. t. 81; Encı. in DC. Suites au Prodr. lI. 252 et in Beccari, Malesia I. 275.

Se. grandifolius Engl. n. sp.; foliorum petiolo longe ultra medium, attamen haud ad geniculum usque vaginato laminae aequilongo vel ea longiore, geniculo longiusculo leviter canaliculato instructo, lamina lanceolata inaequilaterali-subfalcata, costa sursum leviter curvata, nervis lateralibus numerosis aequalibus patentibus sursum leviter eurvatis; spatha oblonga breviter acuminata; spadice sessili; pistillis subturbinatis superne hexagonis, stigmate suborbiculari e concavitate verticuli elevato; semine obovato-reniformi, leviter compresso, laevi.

Foliorum petiolus cum geniculo 2—3 cm longo fere 4 dm longus, vagina inferne utrinque circ. 4 cm lata, sursum angustata instructus, lamina circ. 4,5 dm longa, medio 1,5 dm lata, nervis lateralibus numerosissimis inter se | mm distantibus. Spatha circ. 1,2 dm longa, 2,5 cm ampla. Spadix florifer 4,2 dm longus, 2,5 cm crassus. Staminum filamenta late linearia, antherae ovatae quam filamenta vix latiores, lateraliter dehis- centes. Pistilla circ. 7 mm longa, vertice 4 mm diametientia loculo dimidium longitu- dinis aequante; ovulum funiculo brevi basi affixum. Baccae circ. 42 mm longae. Semen 5 mm longum, 3 mm latum.

Ex horto bot. Bogor., anno 1896 accepta.

Se. officinalis (Roxb.) Schott Melet. I. 21.

Cochinchina (Dr. Tnonzr n. 130 in herb. mus. Paris.).

Sc. pietus Hassk. in Cat. Hort. Bogor. 1844 p. 58.

Celebes meridionalis: Bikeroe Balang (Wansunc n. 16144); Gele- bes borealis: Pondano (Wannsunc n. 15726).

var. oblongifolius Engl.; foliorum lamina oblonga basi obtusa haud cordata.

Borneo: Kwalo-Kapuas (Gnasowskr m. Sept. 1881).

var. argyraeus (Hort.) Engl.; foliorum lamina latiore, profundius cordata, supra argyraeo-maculata.

Celebes borealis: Bojong (Wansuna n. 15730); in districtu Tonsa- wang alt. 200 m (Koonpens n. 18118). `

Se. Treubii Engl. n. sp.; scandens, radicans, internodiis quam folio- rum petioli brevioribus; foliorum petiolo quam lamina 5—6-plo breviore late vaginato, lamina erassissima obliqua lanceolata acuta,

14 A. Engler.

valde inaequilatera, latere altero inferne, latero altero superne latiore, nervis lateralibus I. numerosis angulo acutissimo adscendentibus (in sicco tantum prominulis); pedunculo brevi; spatha crassissima ovoidea breviter acuminata; spadice sessili cylindrico; staminum filamentis quam antherae ovatae duplo brevioribus; pistillis irregulariter prismaticis, ver- tice paullum dilatato foveolatis, stigmate minuto ovali instructis.

Ramulorum internodii circ. 2—3 cm longi, 5 mm crassi. Foliorum petiolus 2—3 cm longus, 6—7 mm latus, lamina 4,5—2 dm longa, 2,5—4 cm lata, latere altero fere duplo latiore. Pedunculi circ. 2—3 cm longi. Spatha 3,5—6 cm longa, 2—3 mm crassa, aperta 2—3 cm lata. Spadix 3—4,5 cm longus, 7 mm crassus. Staminum filamenta 0,5, antherae 4 mm longae. Pistilla 2 mm longa et lata.

Ex horto bot. Bogor. 1897 sub n. 85 accepta.

Diese interessante Art ist einigermaßen verwandt mit Sc. pictus Hassk., aber durch die scharf lanzettlichen Blätter vollkommen verschieden. In der Form und Größe der Blätter zeigt sie eine außerordentlich große Übereinstimmung mit Rh. sylvestris.

Spathiphyllum Schott Melet. I. 22; Ewar. in DC. Suites au Prodr. II. 219.

Sp. commutatum Schott in Óst. Bot. Wochenbl. 1857 p. 158.

Celebes borealis: prov. Minahasa, Pakse-oere, alt. 400 m (KoorDERS n. 16145, 16148. Florif. m. Apr. 1895), Kajoewatoe, alt. 500 m (Koor- DERS n. 15898 m. Mart. 1895), Loeloembodan, alt. 700 m (KoonpEns n. 16144, Florif. m. Apr. 1895), inter Kalobkassen et montem Lokon, alt. 4400—1400 m (Koonpzns n. 16170. Florif. m. Jan. 1895). Bojong (Wansunc n. 15719), Sibulan (Wansuna n. 14609).

Holochlamys Engl. in Malesia I 265. H. Beccariü Engl. l. c.

Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland (Hzrrwio); in silva montis Sattelberg (Wanauna n. 20988).

Cyrtosperma Schott. C. Merkurii Schott in Öst. Bot. Wochenbl. 1857 p. 64 emend. Ewat. in DC. Suites au Prodr. II. 274. Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: ad lacum Dimim pr. pro- montorium Croisilles (Horırung n. 602), ad medium fluvium Gogol (LAUTER- BACH n. 956. Flor. m. Nov. 1890).

Lasia Lour. Fl. eochinch.; Exar. in DC. Suites au Prodr. II. 272. L. spinosa (L.) Thwaites En. pl. zeyl. 336. Borneo: Kwali Kapuas (Gnasowskt. Florif. m. Sept. 4881).

Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII. 15

Gochinchina: Cambodge (Goperroy n. 390 in herb. mus. Paris.), Sé- Mour (Harmann n. 287 in herb. mus. Paris).

L. crassifolia Engl. in Araceae exsicc. et illustr. n. 494 (ed. a. 1883); foliorum petiolo quam lamina breviore, aculeolis brevibus sursum curvatis instructo, lamina crassa glabra, laevi, haud aculeolata, sagittata, plus minusve pinnatipartita costis subtus valde prominentibus; pedunculo elon- gato, sparse aculeolato; spatha inferne ovata in laminam elongato-linearem 6-plo longiorem spiraliter tortam, demum deflexam exeunte; spadice bre- viter eylindrico obtuso; floribus 3-meris; ovario obovoideo interdum biovu- lato; baccis obovoideis laevibus.

forma latiseeta Engl.; lamina sagittata, adulta pinnatipartita, lobis postieis oblique lanceolatis latere exteriore tantum partitione instructis, lobi antici partitionibus utrinque 3—4 lanceolatis obtusis.

Folia magnitudine et forma eorum Lasiae spinosae. Spathae pars inferior 6 cm

longa, 4 cm lata, superior 3 dm longa. Spadix florifer 4 cm longus, circ. 1,2 cm crassus. Flores c. 5 mm longi, 4 mm lati. Tepala 5 mm longa, 3 mm lata. Stamina e

D

basi lata sursum paullum angustata, thecis oblongis. Pistillum obovoideum 5 mm lon- gum, c. 3 mm crassum, infra verticem ovulis 2—41 amphitropis, basin spectantibus in- structum. Bacca haud matura obovoidea, subglobosa, circ. 6 mm diametiens.

Siong-Borneo, in districtu Duson-Timor (blühend und fast fruchtend Febr. 1882. GrABowsKI).

Diese Form stimmt habituell noch ziemlich mit Lasia spinosa (L.) Thwaites überein und zeigt auch dieselben Dimensionen der Blütter und Blüten, ist aber von dieser Art durch die vollkommen glatten Blattspreiten unterschieden.

forma angustiseeta Engl. in Arac. exsicc. et illustr. n. 194; lamina adulta pinnatipartita, partitionibus loborum posticorum latere interiore 1, latere exteriore 2 lineari-lanceolatis longe angustatis acutis, lobi antici partitionibus utrinque circ. 4 lineari-lanceolatis integris aut latere exteriore dente vel partitione brevi instructis.

Siong-Borneo, in districtu Duson- Timor (Florif. m. Febr. 1882. GRABOWSKI).

Diese Form macht infolge der schmalen und oft mit noch einem Zahn oder Fieder- abschnitt versehenen Blattteile einen etwas anderen Eindruck, als die erste Form und scheint mehr von Lasia spinosa abzuweichen, indessen ist der wesentliche Unterschied doch nur der Mangel von Stacheln an Blattrippen und Früchten. Übrigens scheinen auch bei dieser Art wie bei Lasia spinosa die auf einander folgenden Blätter sich sehr ver- schieden zu verhalten.

Pseudodracontium N. E. Brown in Trimens Journ. of bot. XX (1882) p. 193.

Ps. Harmandii Engl.n.sp.; tubere depresso, cataphyllis pluribus lan- ceolatis folium solitarium et pedunculum includentibus; folii glabri petiolo pallido,laminatrisecta, segmentis tribus pinnatisectis, medio3-jugo, segmentis infimis atque medicis quam superiore et terminale brevioribus, segmentis I. lateralibus 5-jugis, segmentis in jugis interdum magnitudine

16 A. Engler.

diversis et segmentis parvis solitariis interdum inter juga interpositis, seg- mentis superioribus 3 vel 5 costae paullum decurrentibus et inter se co- haerentibus, omnibus oblongis basi acutis, apice breviter acuminatis acutis, nervis lateralibus cujusque folioli numerosis nervo collectivo a margine paullum remoto conjunctis; pedunculo folium superante; spatha con- chaeformi, oblongo-lanceolata acuminata pallide viridescente; spadice quam spatha breviore ; inflorescentia feminea cylindrica quam mascula inferne den- siflora superne laxiflora triplo breviore; appendice breviter stipitata conoidea quam inflorescentia mascula fertilis plus duplo breviore; pistillis obovoideis, stigmate orbiculari discoideo coronatis; floribus masculis plerumque 5-an- dris; staminibus clavaeformibus; thecis filamento paullo brevioribus crassis, ovoideis, rimula longitudinali extrorsum dehiscentibus; appendicis sti- pite longitudinaliter sulcato, ipsa e staminodiis clavaeformibus irregulariter cohaerentibus composita.

Tuber circ. 3 cm diametiens. Cataphylla 4 dm et ultra longa. Folii petiolus circ, 2,5 dm longus, segmenta I. lateralia 4,6 dm longa, intermedium circ. 4,3 dm longum ; segmenta II. majora 7 cm longa, 2,6 cm lata, minima 2 cm longa, 4 cm lata. Pedunculus 4,5 dm longus. Spatha ! dm longa, 3cm lata. Spadicis inflorescentia feminea 1,5 cm, mascula 4 cm longa, utraque circ. 4 cm crassa, appendix 2cm longa, 5mm crassa.

Pistilla circ. 2 mm longa et crassa, stigmate 1 mm diametiente coronata. Stamina 4,5 mm longa, antherae 4 mm latae.

Cochinchina: Cambodge, Compon Chnang (Goperroy in Exped. Dr. Harman n. 144 m. Junio 1875). Herb. Mus. Paris.

Von den beiden bereits bekannten Arten ist diese hauptsüchlich dadurch unter- schieden, dass auch der mittlere Abschnitt des Blattes fiederschnittig ist, wie die beiden seitlichen, ferner dadurch, dass die Abschnitte I. Ordnung mit zahlreicheren Abschnitten II. Ordnung versehen sind.

Amorphophallus Blume in Batav. Diar. 1825; Scnorr Syn. Ar. 37 etc. ; Exar. in DC. Suites au Prodr. II. 308. A. campanulatus Blume in Decaisne Descr. herb. Timor 38 et in Rum- phia I. 439 t. 32, 33. Tonkin: Tu-Phap, in hortis et in sepibus (Barawsa Pl. du Tonkin n. 2067).

Hydrosme Schott in Ost. Bot. Wochenbl. 1857 p. 389; Ener. in DC. Suites au Prodr. II. 324; Bot. Jahrb. XV. 456.

H. borneensis Engl. in Bot. Jahrb. XV. 456 (nomen tantum); cata- phyllis lanceolatis, pedunculi dimidium fere aequantibus; pedunculo quam spatha duplo longiore laevi purpurascente, irregulariter albo- maculato maculis parvis sparsis et majoribus hinc inde confluentibus; spatha ovato- oblonga acuminata infundibuliformi-convoluta, ima quarta parte intus atropurpurea verrucis numerosissimis brevibus et longioribus linearibus

Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII. 17

instructa, marginem versus pallide violacea; spadice quam spatha AM /o- plo longiore; inflorescentia feminea conoidea laxiflora quam maseula subeylin- drica densiflora longiore, floribus nonnullis hermaphroditis inter inflores- centiam masculam et femineam sparsis; appendice elongata inflorescentia tota plus triplo longiore; floribus masculis ?—4-andris, staminibus brevi- bus latitudine sua haud longioribus, thecis ovoideis poris duobus separatis vel in unum confluentibus dehiscentibus; floribus hermaphroditis stamini- bus 2 vel 3 et pistillo instructis, ovario subgloboso, 2—3-loculari, ovulo prope basin dissepimenti enascente oblongo; stylo quam ovarium 2—21/,- plo longiore; stigmate capitato magno 2—3-lobo quam ovarium paullo minore.

Folium deest. Cataphylla 3—3,5 dm longa, basi circ. 5 cm lata. Pedunculus circ. 7 dm longus, fere 4,5 cm crassus. Spatha 4 dm longa, expansa 2 dm lata, ad ! dm longitudinis atropurpurea. Spadix totus 5 dm longus. Inflorescentia feminea 6 cm longa, inferne 2 cm crassa, sursum attenuata, parte suprema 4 cm longa floribus paucis tantum et nonnullis hermaphrodilis obsessa. Inflorescentia mascula 5 cm longa, 2 cm crassa. Appendix 4 dm longa, inferne fere 3 cm crassa, laevis, purpurascens. Stamina circ. 1,5 mm longa et lata, 4 mm crassa, poris immersis. Ovarium 4,5 mm longum et crassum, stylus 3—4 mm longus, stigma ultra 4 mm diametiens.

Pagat-Borneo (Gnasowskr. Florif. m. Nov. 1882).

Diese Art ist nächstverwandt mit der bekannten Hydrosme Rivieri (Durieu) Engl., von welcher sie sich durch lockeren weiblichen Blütenstand, längere Griffel und läng- liche Samenanlagen unterscheidet.

Homalomena Schott Melet. I. 90; Excr. in DC. Suites au Prodr. II. 332 et in Malesia I. 280.

H. aromatica (Roxb.) Schott Melet. I 20.

Celebes borealis: prov. Minahasa (Koonpzns n. 16165 m. Febr. 1895).

Borneo: Kwala-Kapoeas (Gnasowskr. Florif. m. Jul. 1884. Nom. vern. Mohan).

Amboina (La Pérouse anno 1792 in herb. mus. Paris.).

Cochinchina: Iles de Poulo-Condor (Hanwmawp in herb. mus. Paris.).

Wird von den Dajacken auf Borneo gegen Rheumatismus gebraucht, indem die empfindliche Stelle mit den warm gemachten Blättern gerieben wird.

H. cordata (Houttuyn) Schott Melet. 1. 20.

Celebes borealis: prov. Minahasa, pr. Menado alt. 50 m frequen- tissima (Koonpens n. 16134, 16167), pr. Ratahan (Koorpens n. 19754 m. Jul. 1895), Pahoe-oere, alt. 400 m (Koorpers n. 16433. Florif. m. Apr. 1895), pr. Kajoewatoe alt. 500 m (Koorpers n. 16147, 46161. Florif. m. Febr., Mart. 1895).

Neu-Pommern: Ralum (Dr. Dun, Florif. m. Febr. 1897).

Moluccae: Ambon (Warsurs n. 17456).

Botanische Jahrbücher. XXV. Ba.

18 A. Engler.

H. rubescens Kunth En. Ill 57. Nova-Guinea: Sattelberg, pr. Kako, alt. 700 m (Laurersach n. 608 m. Jul. 1890.

var. latifolia Engl.; foliorum lamina late cordata, lobis posticis semiovatis sinu profundo fere rectangulo obtuso sejunctis. Philippinae, Luzon: Mariveles (Wansuna n. 12492).

H. pygmaea (Hassk.) Engl.

Celebes borealis: prov. Minahasa pr. Menado, alt. 50 m (Koompxns n. 46480. Florif. m. Mart. 1895).

Borneo: ad fluvium Kapuas superiorem (Gnasowskr. Florif. m. Aug. 1881).

var. purpurascens (Schott) Engl. Celebes borealis: prov. Minahasa, alt. 500 m (Koonprns n. 164159. Florif. m. Jan. 1895).

H. trapezifolia Hook. f. in Fl. brit. Ind. VI. 536. Borneo: ad fluvium Kapuas superiorem, Riam Horas (GnaRowskr. Florif. m. Aug. 1881).

Obwohl ich keine Originalexemplare dieser Art gesehen habe, so glaube ich doch die von GnaBowskt gesammelte Pflanze hierher ziehen zu müssen, da die Hooker’sche Diagnose und Beschreibung der Originalpflanze von Perak in Malakka recht gut auf die Borneo-Pflanze passt, Nur in einer Beziehung ist eine Abweichung vorhanden, insofern nehmlich die Blätter der Exemplare von Borneo jederseits mit 5—6 Seitennerven ersten Grades versehen sind, während Hooker bei seiner Pflanze 40 Paar Seitennerven angiebt.

Schismatoglottis Zoll. et Moritzi Syst. Verz. der in Java 4842—44 ges. Pf. (1846) p. 83; Scorr Syn. Ar. 120 etc. ; ENcr. in DC. Suites au Prodr. Il. 349 et in Beccarı Malesia I. 284.

Sch. calyptrata (Roxb.) Zoll. et Moritzi Syst. Verz. p. 83; Ener. in DC. Suites au Prodr. Il. 352; in Bececarı Malesia I. 287.

Diese Art ist im ganzen indisch-malayischen Gebiet weit verbreitet; die zahl- reichen in neuerer Zeit eingegangenen Exemplare zeigen aber auch, dass die Lünge der Blattstiele und die Breite der Blätter sowie die Blattbasis außerordentlich veründerlich sind, wie auch schon die Entwickelung der cultivierten Exemplare beweist. Sch. longipes Miqu. ziehe ich nach wie vor zu dieser Species. Von Sch. rupestris Zoll. et Mor., welche den breitblättrigen Formen dieser Art im trocknen Zustande etwas ähnlich ist, unter-

scheidet sie sich weniger durch die Blüten, als durch die oberseits glänzenden Blätter und größere Entfernung der Seitennerven.

Celebes borealis: prov. Minahasa, Pahoe oere, alt. 400 m (KooRrDERS n. 16444. Florif. m. April 1895, forma grandifolia); Bojong (WARBURG n. 45 725).

Borneo: Kampong Djamboe pr. Rendangan (Gmasowskr. Florif. m. Majo 1882), Pagat pr. Barabei (Grasowskı. Florif. m. Jun. 1882).

Nova-Guinea, Kaiser- Wilhelmsland: pr. Constantinshafen (lut, n. 583), ad montem Sattelberg (Herıwıc n. 534 m. Sept.

Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII. 19

1889), Augusta-Station (Horırung n. 684), ad fluvium Gogol medium (LaurERBACH n. 977 m. Nov. 4890).

var. Dahlii Engl. inflorescentia sterili superiore brevi, obtusa, quam fertilis 21/,-plo breviore.

Insula Neu-Pommern: Lowon pr. Ralum (Dr. Dant. Florif. m. Febr. 1897).

Sch. rupestris Zoll. et Moritzi l. c.; Exner. in DC. Suites au Prodr. II. 352.

Celebes borealis: prov. Minahasa, ad Kajoewatoe alt. 200 m (Koorpers n. 16456. Florif. m. Febr. 1895). Nom. vern.: Toenak, Talà-intilitjir.

Borneo: Mindai, in silva primaeva montium Pramassamalai (GrA- powskr. Florif. m. Jun. 1882).

Sch. pieta Schott in Öst. Bot. Zeitschr. 1858 p. 317; Exec. in DC. Suites au Prodr. Il. 350.

Celebes borealis: prov. Minahasa, Pahoe-oere, alt. 400 m (Koorvers n. 16142 m. April, 4895).

Sch. novo-guineensis (Linden) N. E. Brown in Garpener’s Chron. 1885 (XXIV) p. 776.

Nova-Guinea: ad fluvium Gogol superiorem (Laurersacn n. 10415. Florif. m. Nov. 1890).

Sch. celebica Engl. in Araceae exsicc. et illustr. n. 84 (sine diagnosi); caudiculis hypogaeis; foliorum petiolo ad medium usque vagina sursum sensim angustata vaginato laminae subaequilongo, lamina lanceolata basi obtusa vel subacuta, a medio sursum longe angustata, nervis lateralibus I. utrinque 8—10 arcuatim adscendentibus; pedunculo spathae subaequilongo; spathae tubo quam lamina oblonga conchiformis breviter acuminata 11/;-plo breviore; inflorescentia feminea masculae fer- tili cylindricae subaequilonga, mascula sterili ovoidea quam fertilis breviore et crassiore; pistillis subglobosis, placentis pauciovulatis; staminibus brevibus, thecis quam connectivum paullo brevioribus, staminodiis clavatis, superne truncatis, quam stamina triplo longioribus.

Foliorum petiolus circ. 8—9 cm longus, lamina 9—12 cm longa, 2,5—3 cm lata Pedunculus circ. 4 cm longus. Spathae tubus circ. 2 cm longus, vix 4 cm amplus, lamina 3 em longa, 4,2 cm ampla. Pistilla circ. 4 mm longa et erassa. Stamina vix

1 mm longa. Staminodia fere 3 mm longa. .

Celebes (Zoruineer in herb. Mus. Paris.), Celebes meridionalis (Wansunc n. 16143).

Die von Dr. WansunG gesammelten Exemplare haben nach unten etwas stärker verschmälerte Blätter, als das von ZoLLINGER gesammelte, welches ich zuerst gesehen und in meinen »Araceae exsicc. et illustr.« abgebildet habe. Die Warsurg’schen Exem- plare befinden sich im fruchtenden Zustande und die Beeren besitzen etwa ! mm Durchmesser; die eifórmigen Samen sind etwa 0,75 mm lang und am inneren Integument

mit Längsfurchen versehen. 2*

an A, Engler.

Sch. Warburgiana Engl. ». sp.; caudieulis hypogaeis; foliorum petiolo ad tertiam partem usque vel vix ad medium usque vaginato, laminae subaequilongo, lamina lanceolata basi obtusa, e medio sur- sum longe angustata, acuminata, nervis lateralibus I. utrinque cire. 7—8 arcuatim adscendentibus; pedunculo tenui quam spatha longiore; spathae tubo oblongo quam lamina oblonga longe et anguste acuminata triplo breviore; inflorescentia feminea sursum attenuata quam mascula fertilis 11/5-plo breviore, mascula sterili conoidea obtusa quam fertilis 41/,-plo breviore; pistillis obovoideis, placentis pluriorum latis; staminum thecis filamento subaequilongis ultra connectivum vix productis; staminodiis staminibus subaequilongis.

Folia magnitudine valde diversa; petiolus 0,5— 0,8 dm longus, lamina 0,6—2,2 dm longa, 1—4 cm lata. Pedunculus florifer circ, 3—4 cm longus, fructifer 7—8 cm longus. Spathae tubus 6—7 mm longus, lamina circ. 3 cm longa. Inflorescentia feminea et

mascula sterilis circ. 0,6 cm, mascula fertilis 4 cm longa, 3—4 mm crassa. Pistilla et stamina circ. 0,8 mm longa, staminodia breviora. Philippinae: Davao pr. Mindanao, in silva planitiei et montis Sagapan usque ad 600 m (Wannuna n. 14 605. Florif. m. Jun. 1888). Diese Art erinnert habituell an Sch. celebica, welche jedoch sehr leicht an ihren großen Staminodien zu erkennen ist. Auch sind bei Sch. Warburgiana die Ovarien Anger und mit zahlreicheren Samenanlagen an kurzem Funiculus versehen.

Rhynchopyle Engl. in Bot. Jahrb. I. 183, et in Beccari Malesia I. 288.

Rh. Grabowskü Engl., Araceae exsiee. et illustr. n. 196 (sine diag- nosi); foliorum petiolo vagina circ. quartam partem aequante superne libera et liguliformi-producta instructo, quam lamina paullo breviore, lamina subtus glaucescente oblongo-lanceolata, basi et apice acuta, nervis lateralibus I. utrinque ultra 20 leviter arcuatis in nervum collectivum marginalem exeuntibus, pedunculo petiolum aequante; spatha rectangule patente oblonga convoluta utrinque subaequaliter angustata, acuminata; spadice crasso cylindrico, inflorescentia feminea mas- culae omnino fertili subaequilonga; pistillis breviter cylindricis, stigmate verticem totum occupante et medio excavato instr uctis; staminibus sessilibus compressis cuneatis.

Foliorum majorum petiolus vagina circ. 6 cm longa instructus, 9 dm longus, lamina usque 2,5 dm longa et 4 dm lata, costa inferne crassa, superne tenuis, nervis lateralibus inter se circ. 6 mm distantibus, Pedunculus usque 2,5 dm longus. Spatha 5—6 cm longa, convoluta 1,5 cm diametiens. Spadix circ. 4,5 cm longus, 4 cm crassus. Pistilla 4 mm longa, placentis 2—4 instructa. Stamina 3 mm longa, thecis totam longi- tudinem occupantibus, poris 2 confluentibus instructis.

Borneo: in montibus Mindai-Pramassam-alai, in rupibus ad cataractam fluvii Pitanakam (Grapowskı. Florif. m. Jun. 1882).

Diese Art ist von den bereits früher beschriebenen beiden Arten durch viel größere

und breitere Blätter, von Rh. elongata Engl. aber auch dadurch unterschieden, dass die männliche und weibliche Inflorescenz gleich lang sind.

Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII. 91

Sir Josera Hooger vereinigt Rhynchopyle mit Schismatoglottis. Der von ihm an- gegebene Charakter, »tube of spatha after flowering broadly funnel Shaped« ist aber nicht der wichtigste; dieses Merkmal findet sich auch bei Piptospatha. Wichtiger ist die horizontale Stellung der Spatha, welche jeder Einschnürung entbehrt, die durchweg fruchtbare männliche Inflorescenz, die langen Theken der Staubblütter und die Ver- lángerung der Mikropyle an den Samen. Rhynchopyle ist mit Microcasia Becc. und Pipto- spatha N. E. Brown näher verwandt als mit Schisma toglottis.

Aglaonema Schott Melet. 1. 20 ete.; Eat in DC. Suites Il. 436.

A. oblongifolium (Roxb.) Kunth En. HI. 55 ist A. nitidum (Jack) Kunth En. IlI. 56 und hat die Priorität, da Calla oblongifolia Roxb. älter als Calla nitida W. Jack. ist.

A. ovatum Engl. n. sp.; foliorum petiolis quam lamina fere 1!/,-plolongioribus, ad trientem inferiorem usque vel ultra vaginatis, lamina tenui, ovata, acuminata, acuta, nervis lateralibus I. utrinque circ. 6 valle areuatis, fere omnibus in apice folii exeuntibus; pedunculis dimi- dium petioli aequantibus vel superantibus; baccis oblongis.

Foliorum petioli circ. 1,5—2 dm longi, lamina 1,5—4,8 dm longa, 8—10 cm lata, acumine 4—1,5cm longo instructa, nervis lateralibus inter se 4,2—1,5cm distantibus. Pedunculi circ. 4—1,5 dm longi. Baccae 2cm longae, 4 cm crassae.

Cochinchina, in ditione fluvii Attopeu (Laos) (Hanwawp in herb. mus. Paris.).

Diese Art, von der ich nur fruchtende Exemplare sah, steht dem A. Hookerianum Schott etwas nahe, besitzt aber viel kürzere, breit-eifórmige Blätter.

A. philippinense Engl. n. sp.; foliorum petiolis laminae subaequi- longis, breviter vaginatis, lamina cordato-ovata acuminata acuta, lobis posticis brevibus sinu acuto sejunctis, nervis lateralibus l. utrinque circ. 6, infimis patentibus, superioribus adscendentibus, omnibus apicem versus valde curvatis; pedunculis pluribus dimidium petioli aequantibus; spatha oblonga acuta; spadice longe stipitato, inflorescentia feminea quam mascula

cire. 5-plo breviore.

Foliorum petiolus circ. 0,8—4 dm longus, lamina 4,2—1,3 dm longa, 7—8 cm lata, acumine 4 cm longo instructa, Pedunculi 5—6 cm longi. Spatha 4—5cm longa, 4,5—2cm lata. Spadix stipite 1 cm longo suffultus; inflorescentia feminea circ. 4 mm longa, 3mm crassa, infl. mascula circ. 2cm longa. Ovaria depresso-globosa, stigmate crasso orbi- culari instructa.

Philippinae: Manila (Gaunicnaup in herb. Kunth, nunc reg. Berol.),

in monte Alban (WanBuna n. 12494), Davao pr. Mindanao, in silva planitiei infra montem Sagapan (Wansuna n. 14604. Florif. m. Jun. 1888).

A. simplex Blume in Rumphia 1. 152 t. 65 et 36 D. ; Ever. in DC. Suites au Prodr. Il. 439. forma macrophylla.

Celebes borealis: Ratatotok, alt. 200 m (Koorpers n. 16179. Fructif. m. Apr. 4895); al. locis (Koorners n. 16126, 16129, 16155).

Insula Jolo (Wanbunc n. 14 984).

99 A. Engler.

Cochinchina: Cambodscha, ad fluvium Pursat (GoDErrov in exped. Harmand n. 346. Fructif. m. Jun. 1875; herb. mus. Paris.).

A. novo-guineense Engl. n. sp.; caudice crasso, dense folioso; foliorum petiolo ultra ?/, longitudinis late vaginato, quam lamina paullo breviore, lamina (pro genere maxima) oblonga, basi obtusa, apice obtusa vel breviter apiculata, nervis lateralibus I. utrinque 5—7 quam reliqui validioribus arcuatim adscendentibus; pedunculis quam spatha 4—5-plo longioribus; spatha oblonga, acuminata; spadice longiuseule stipi- tato, crasse cylindrico dimidium spathae longitudine aequante; inflore- scentia feminea pauciflora masculae fertili arcte contigua; pistillis ovoideis stigmate crasso lato vertice concavo connatis, baccis magnis oblongis.

Caudex usque 2cm crassus. Foliorum petiolus circ. 3 dm longus, lamina 3,5—3,7 dm

longa, medio circ. 1,6dm lata, costa crassa sursum evanescente, nervis lateralibus sub- aequalibus. Pedunculi 4—1,5 dm longi. Spatha 5—6 cm longa, 2,5—3 cm lata, acumine 5$ mm longo instructa. Spadix stipite 4 cm longo suffultus, circ. 2,5—3 cm longus, 4 cm crassus. Pistilla 2—3-seriata, 2mm longa et crassa, stigmate 2,5 mm lato instructa. Stamina 4,5—2 mm lata, Baccae ultra 2 cm longae, 4,5cm crassae. Nova-Guinea: in silva primaeva pr. Finschhafen (LAurERBACH n. 21. Florif. et fructif. m. Majo 1890), in silva primaeva ad fluvium Gogol superiorem (LAUTERBACH n. 1360. Florif. m. Nov. 1890); in silva montium Oertzengebirge, alt. 100 m (LavrEgBAcH, Kaiser-Wilhelmsland-Expedition n. 444), ad Suor Mana alt. 700 m (LaurEnsacn, Kaiser-Wilhelmsland-Exped. n. 395. Fructif. m. Jun. 1896), pr. Hatzfeldhafen (Warsurg n. 20990).

A. Treubii Engl. n. sp.; foliorum petiolo laminae subaequilongo vel breviore, ad tertiam partem usque vel ad medium usque vaginato, lamina crassaoblongainaequilatera,basiobtusa, acuminata acuta,nervis lateralibus I. utrinque circ. 8 patentibus, arcuatim sursum versis, quam nervi ll. paullum validioribus; pedunculis petiolos aequantibus, cras- sis; spatha oblonga, acuminata; spadice stipite circ. 3—4-plo breviore suf- fulto, cylindrico; inflorescentia feminea pauciflora, mascula inferne sterili; pistillis valde depressis, stigmate crasso orbiculari medio excavato instructis; staminodiis quam stamina crassioribus; baceis oblongis.

Foliorum petiolus circ. 1,5—1,6 dm longus, lamina 2—3dm longa, 0,7—4,2dm lata, altero latere alterius circ. 3/4 latitudine aequante, nervis lateralibus I. angulo circ. 30—40° a costa abeuntibus, deinde valde adscendentibus. Pedunculi circ. 1,5 dm longi. Spatha 6—7 cm longa, 3,5 cm lata, acumine 5mm longo instructa. Spadix stipite 4 cm longo suffultus, circ. ^ cm longus, fere 4 cm crassus. Pistilla 3 mm crassa, 4,5 mm alta,

stigmate 2,5 mm diametiente crasso coronata. Staminodia 3 mm, stamina 2mm lata. Baccae fere 2 cm longae, vix 4 cm crassae.

Celebes borealis: prov. Minahasa, Kajoewatoe alt. 500 m (Koorners n. 16173. Fructif. m. Febr. 1895), Pahoe oere, alt. 700 m (KoorDERS n. 16146. m. April. 1895).

Vidi quoque specimina in horto Bogoriensi culta.

Diese Art steht den A. novo-guineense Engl. und A. Haenkei Schott nahe.

Beiträge zur Kenntnis der Araceae. VII. 23

Alocasia Schott in Oest. bot. Wochenbl. 1852 p. 59; Ener. in DC. Suites au Prodr. ll. 497 et in BEccani Malesia I. 292.

A. magnifica Engl. n. sp.; foliorum petiolis longis crassis, lamina am- pla, laete viridi, sagittata, margine repanda, lobo antico latitudine sua paulo longiore, obtuso, breviter apiculato, lobis posticis oblongis obtusis, antici dimidium aequantibus, sinu amplo rotundato sejunctis, costis posti- cis angulo obtusissimo divergentibus, longe denudatis, nervis la- teralibus I. utrinque circ. 7 a costa lobi antici abeuntibus, marginem versus leviter curvatis, in latere exteriore loborum posticorum circ. 5; pedunculis pluribus.

Folia usque 4,5 m longa, lamina circ. 5 dm longa, inferne fere 4 dm lata, lobis posticis 4,8dm longis, 4,2 dm latis, costis posticis in sinu circ. 3cm denudatis. Pedun- culus circ. 5 dm longus. Spatha et spadix speciminis unici suppetentis fructiferi in- completi sunt. Baccae omnino ut in A. indica (Roxb.) Schott, rubrae.

Kaiser-Wilhelmsland: in silva alta montis Oertzen alt. 160 m (Dr. LaurERBACH, Kaiser-Wilhelmsland- Exped. 1896 n. 140. 14. Majo 1896).

A. indica (Roxb.) Schott in Oest. Bot. Wochenb. 1854 p. 410; Excr. in DC. Suites au Prodr. II. 504.

Borneo: Barabei (Gnanowskr. 21. Majo 1882).

Neu-Pommern: in silva minus densa pr. Ralum (Dr. LAUTERBACH n. 159. Fructifera 20. Majo 1890).

A. odora (Roxb.) C. Koch in Ind. sem. hort. Berol. 1854. App. p. 5; Excr. in DC. Suites au Prodr. 1I. 503.

Formosa, in promontorio meridionali sponte (WaAnBuna n. 1065, Febr. 4888).

A. manilensis Engl. n. sp., herba parva; foliorum petiolo laminae sub- aequilongo, lamina pendente utrinque viridi ambitu lanceolato-sagittata, margine repanda, lobo antico quam postici duplo longiore elongato triangu- lari, longe acuminato, lobis posticis angustis subfalciformibus, fere ad me- dium usque connatis vel usque ad petiolum liberis, nervis lateralibus 1. utrinque 2 a costa patentibus, nervo collectivo antemarginali a marginali paullum remoto conjunctis, nervis lateralibus I. in lobis posticis 2 leviter curvatis.

Foliorum petiolus circ, 4,2—1,5 dm lougus, lamina 4,4—4,6 dm longa, lobo antico 1—4,2 dm longo, basi 3—3,5cm lato, lobis posticis 6—7 cm longis, medio 4 cm latis nervo collectivo antemarginali a margine 4,5—2 mm remoto, venis remote reticulatis.

Philippinae: in insula Luzon, in monte Alban pr. Manilam (WARBURG n. 12493. Mart. 1888).

Diese Pflanze ist zwar ohne Blüte, dürfte aber mit ziemlicher Sicherheit zu Alocasia gehören und schließt sich ziemlich eng an A. acuminata Schott, sowie an A. Beccarü Engl.an. Von beiden ist sie durch weniger verwachsene hintere Blattabschnitte unter- schieden, von A. recurva N. E. Brown ebenso und durch viel schmalere Blätter.

24 A. Engler.

A. Dahlii Engl. n. sp.; foliorum lamina sagittata subhastiformi, toto margine leviter undulata, lobo antico et posticis aequilongis, antico sursum paullum angustato obtuso breviter acuminato, costis angulo obtuso distanti- bus in sinu longius denudatis, lobis posticis lineari-lanceolatis obtusiusculis; nervis lateralibus I. in lobo antico utrinque 5 patentibus, leviter arcuatis, in lobis posticis latere interiore 2—3, latere exteriore 3—4, nervo collec- tivo antemarginali margini approximato; pedunculis longis; spathae tubo elongato, lamina lanceolata; spadicis inflorescentia feminea quam mascula sterilis inferior longiore, mascula fertili cylindrica femineam longitudine subaequante et mascula sterili superiore conoidea duplum maseulae fertilis longitudine aequante; synandriis plerumque 3—4-andris; ovariis ovoideis in stylum brevem attenuatis, stigmate trilobo.

Foliorum lamina 5—6 dm longa, lobo antico circ. 3 dm longo, inferne 1,2—1,3, superne 4 dm lato, lobis posticis circ. 2,5 dm longis, medio fere 4 dm latis, a medio apicem versus sensim angustatis obtusiusculis. Pedunculi 3 dm longi. Spathae tubus circ. 4 cm longus, lamina 4 dm longa, 2,5 cm lata. Inflorescentia feminea circ. 2,5 c m mascula sterilis inferior 4,5 cm, fertilis 2 cm, mascula sterilis superior 4 cm longa. Ovaria 2 mm longa, in stylum 0,5 mm longum attenuata; stigmata 4 mm diametientia.

Neu-Pommern: pr. Ralum (Dr. Danr. 16. Febr. 1897).

A. Hollrungii Engl. n. sp.; caudice abbreviato; foliorum petiolo quam lamina paullo longiore, lamina elongato-triangulari-sagittata, margine repanda, lobo antico latitudine sua 2—2!/,-plo longiore, longe et anguste acuminato vel cuspidato, lobis posticis triangularibus sub- acutis quam anticus 3—4-plo brevioribus sinu fere rectangulari sejunctis, costis posticis angulo recto vel paullo majore divergentibus sinui valde approximatis, attamen haud denudatis, nervis lateralibus 1. in lobo antico cire. 8 utrinque a costa abeuntibus rectis, in lobis posticis tantum 2 a costis patentibus; peduneulis quam petiolus bre- vioribus; spathae tubo oblongo, lamina elongato-lanceolata triplo longiore; spadicis inflorescentia feminea cylindrica masculae sterili inferiori subaequilonga, inflorescentia mascula fertili elongato-cylin- drica quam feminea duplo longiore atque mascula superiore sterili vel appendice valde elongata et tenui; ovariis subglobosis; sti gmatis sessilis lobis 4 conoideiserecto-patentibus.

Foliorum majorum petiolus circ. 5 dm longus, lamina circ. 5 dm longa, inferne 3 dm lata, lobus anticus fere 4 dm longus, acumine 4—2 cm longo instructus, lobi postici 0,6—1,2 dm longi. Pedunculus circ, 3 dm longus. Spathae tubus circ. 5 cm longus, 1,5 cm amplus, lamina fere 2 dm longa. Inflorescentia feminea 1,5 cm longa, mascula sterilis inferior aequilonga, mascula fertilis 5 cm longa, 5 mm crassa, mascula sterilis superior vel appendix 8 cm longa. Synandria brevia truncata 4 —6-andra, pro- funde 4—6-loba. Ovaria circ. 2 mm diametientia. Baccae 0,6—1 cm crassae.

Nova-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland: in silva riparia pr. Con- stantinshafen (Horzrung n. 548), pr. Bussum (Hrrrwi n. 598, 665. Apr. (889; WannunG n. 20989), ad fluvium Gogol inferiorem (LAUTERBACH n. 1450. Nov. 1890).

Beiträge zur Keuntnis der Araceae. VII. 25

A. porphyroneura Hallier fil. in Horto Bogor. (msc.).

Borneo (Harrıer f.); Ragat pr. Barabei (GnaBowskr. Jun. 1882).

A. Warburgii Engl. n. sp.; foliorum lamina elongato-sagittata, margine repanda, lobo antico latitudine sua duplo longiore acuminato, lobis posticis dimidium antici paullo superantibus elongato-trian- gularibus obtusiuseulis sinu deltoideo sejunctis, haud confluentibus, costis posticis angulo acuto divergentibus in sinu breviter denudatis, nervis lateralibus I. utrinque 3 in lobo antico a costa abeun- tibus atque 3 a costulis posticis patentibus, nervo collectivo antemarginali marginali approximato; pedunculis pluribus tenuibus; spathae tubo ovoideo quam lamina lanceolata acuminata triplo breviore; spadicis inflorescentia feminea masculae fertili cylindricae aequilonga, mascula sterili quam fertilis paullo longiore elongato-conoidea rugulosa.

Foliorum majorum petiolus usque 2,5 dm longus, lamina usque 2,3 dm longa, lobo antico 4,8 dm longo, lobis posticis fere 4 dm longis e basi circ. 4 cm lata angustatis. Pedunculi circ. 4—1,5 dm longi. Spathae tubus 2,5 cm longus, ! cm amplus, lamina ^ cm longa, alba. Spadicis inflorescentia mascula fertilis aeque ac feminea circ. 4 cm longa, 3 mm crassa, mascula sterilis 1,5 cm longa.

Philippinae: Manila (Wargurg n. 13652).

Celebes borealis: in provincia Minahasa, pr. Menado (WARBURG n. 15723).

A. cuspidata Engl. n. sp.; foliorum lamina utrinque viridi, elongato-sagittata, repanda, lobo antico quam postici duplo longiore elongato-triangulari, longissime acuminato-cuspidata, costis posticis angulo acuto distantibus, lobis posticis inaequilateralibus elongato- triangularibus obtusiusculis, brevissime connatis, nervis lateralibus I. utrinque 3—4 in lobo antico a costa abeuntibus, 3 latere exteriore loborum posticorum patentibus; nervo collectivo antemarginali margini approximato; spathae tubo oblongo, lamina lanceolata; ovariis ovoideis, stigmate sub- sessili crasso coronatis, lobis 3—4 conicis; baccis subglobosis, 4—2- spermis.

Foliorum majorum lamina ultra A dm longa, lobus anticus cum acumine 4—5 cm longo fere 3 dm longus, basi 1,5 dm latus, lobi postici circ. 4,5 dm longi, e basi 5 cm lata apicem versus sensim angustati. Pedunculi 2—2,5 dm longi. Spathae tubus 2,5 cm longus, 4 cm amplus, lamina 7,5 cm longa, 4 cm lata.

Borneo: Telang, in districtu Dusson Timor (Gnasowskr. Fructifera

Oct. 1881).

Die Art steht der A. iongiloba Miqu. nahe, istaber durch die sehr lang zugespitzten Blätter mit am Grunde nur wenig zusammenhängenden Hinterlappen unterschieden.

A. Korthalsii Schott in Ann. Mus. Lugd. bat. I. 124; Excr. in DC. Suites au Prodr. Il. 509 n. 15.

Borneo: in rupibus calcareis pr. Radjang Klewang alt. 330 m Ip: BOWSKI. Jul. 1882).

Wahrscheinlich ist mit dieser Art A. Lindenii Rod. zu vereinigen.

926 A. Engler.

Schizocasia Schott in Bonpl. X (1862), 148; Ener. in DC. Suites au Prodr. II. 495, in Beccari Malesia I. 293.

Sch. Sanderiana (Bull) Engl. Alocasia Sanderiana Bull. Philippinae: Mindanao, in silva montana montis Sagapan alt. 300— 600 m (Wannuna n. 14606 m. Jun. 1888).

Sch. Lauterbachiana Engl. n. sp.; foliis petiolo laminae dimidium paullo superante suffultis, superne viridibus, metallice nitidis, subtus atroviolaceis elongato-lanceolato-hastiformibus, lobis posticis brevibus divergentibus lobulo parvo deltoideo obtuso et extimo lineari obtuso instruetis, lobo antico elongato lanceolato, utrinque lobis circ. 9 porrectis obtusis instructo.

Foliorum petiolus circ. 2 dm longus, lamina fere 5 dm longa, apicibus loborum posticorum circ. 4,5 dm dist:ntibus; lobi postici sinu amplo sejuncti, lobulo superiore circ. 4,5 cm longo et lato, lobulo extimo circ. 3 cm longo, 4 cm lato; lobus anticus fere 5 dm longus, medio 4,4 dm latus, lobulis obtusis porrectis, nervis lateralibus crassius- culis angulo circ. 40? a costa abeuntibus, nervis secundariis angulo acuto a nervis pri- mariis abeuntibus nervo collectivo marginali conjunctis. Inflorescentia non adest.

Nova-Guinea: Boassalibach in silva montana montis Sattelberg (Dr. LaurERBACH n. 632, Sterilis 22. Jul. 1890).

Sch. acuta Engl. var. angustipartita Engl. in Beccarı, Malesia I. 294.

Folia usque 4 m longa, petiolo atroviridi- et albo-maculato. Spatha atropurpurea.

Nova-Guinea: in silva riparia ad medium fluvium Gogol (Dr. LAUTER- Bach n. 975. Florens 48. Nov. 1890).

Remusatia Schott Melet. I 48; Ener. in DC. Suites au Prodr. ll. 495.

R. Hookeriana Schott in Öst. bot. Wochenbl. 1858 p. 134; Ee. in DC. Suites au Prodr. II. 497; Hook. Fl. of. brit. Ind. VI. 522.

Khasia: inter TSerapündZi et Máirong, inter 900 et 1500 m (ScuraciNT- weit n. 313. Oct. 4855).

Colocasia Schott Melet. I. 18 emend. Scuorr Syn. 40, Gen. Ar. t. 37; Ener. in DC. Suites au Prodr. Il. 494. C. fallax Schott in Bonpl. 4859 p. 98; Hook. Fl. ind. VI. 594. C. Wendlandii Engl. Arac. (exsicc. et illustr.) n. 240.

In den veröffentlichten Beschreibungen dieser schönen Art ist nicht die außer-

ordentlich schöne dunkelgrüne Färbung der Blätter und der matte Glanz derselben hervorgehoben.

Beiträge zur Kenntnis der Araceae, VII. 97

Arisaema Mart. in Flora 1831 p. 458, 459; Scnorr Melet. I. 47 ete.; Encı. in DC. Suites au Prodr. II. 533.

A. Harmandii Engl. n. sp.; tubere parvo globoso; cataphyllo elongato obtuso; folii petiolo quam lamina circ. 41/;-plo longiore, laminae subtus glaucescentis trisectae segmentis distincte ansatis, lateralibus oblique oblongo-ovatis, intermedio longius ansato elongato-oblongo, omni- bus acuminatis et longe tenuiter mucronatis, nervis lateralibus in quoque segmento utrinque circ. 5 arcuatis in nervum collectivum a margine remo- tum conjunctis; pedunculo quam petiolus breviore; spathae tubo eylindrico pallido glaucescente, lamina viridi galeato-fornicata in lobum o vato-lanceolatum decurvum acutum desinente; spadicis unisexualis appendice elongato-subulata faucem paullo superante, quam inflores- centia 1!/;-plo longiore, floribus masculis remotis 3—4-andris, sterilibus paucissimis subulatis.

Tuber circ. 4,5 cm diametiens. Foliorum petiolus 2—2,5 dm longus, segmenta 1,5 dm longa, circ. 6 cm lata, omnia mucrone 4—5 mm longo instructa, nervo collectivo a margine 3—4 mm remoto. Pedunculus infra spatham paullum incrassatus. Spathae tubus 4 cm longus, 4 cm diametiens, lamina 2 cm longa, circ. 4,3 cm lata. Inflorescentia mascula (quae solum adest) 4,5 cm, appendix 2,5 cm longa. Antherae subsessiles.

Cochinchina: in ditione ostiorum fluvii Mé-Khóng (Dr. Dunnen 1875—77. Spec. orig. in herb. mus. Paris.).

Verwandt mit A. ringens (Thunb.) Schott; aber durch die deutlich gestielten Blatt- segmente und den lang zugespitzten, dünnen Kolbenanhang unterschieden.

A. Davidianum Engl. n. sp. ` cataphyllis elongato-linearibus variegatis; folii unici petiolo valde elongato, viridi-glaucescente, laminae subtus glau- cescentis radiati-sectae segmentis 44 elongato-lanceolatis in cuspidem sub- ulatam praelongam acuminatis, basi sessilibus, margine integris; nervis lateralibus in quoque segmento numerosis, nervo collectivo a margine re- moto conjunctis; pedunculo quam petiolus breviore, viridi, spathae tubo cylindrico extus viridi-glaucescente, intus longitüdinaliter atro purpureo- striato, fauce aperta, limbo patente, lamina erecta lanceolata, longissime in subulam deflexam spathae reliquae aequilongam angustata; spadice eylin- drico sursum paullum attenuato, inferne haud constricto, floribus masculis fertilibus 3—4-andris brunnescentibus densiusculis; floribus abortivis remo- tiuscuiis numerosis longiusculis, subulatis vel 9—3-furcatis, viridibus, in- llorescentia sterili quam fertili fere duplo breviore, appendice spathae tubum paullum superante.

Cataphylla 1,5 dm longa. Folii petiolus circ. 8dm longus, ad medium usque vagi- natus, inferne glaucescens, superne viridis, segmenta 4,2—1,3 dm longa, 2 cm lata, cuspide 3 em longa instructa. Pedunculus 5 dm longus. Spathae tubus 7 em longus, 4,5cm amplus, laminae pars lanceolata 7cm longa, 2cm lata, in subulam 42—43 cm longam angustata. Spadicis masculi, qui solus adest, inflorescentia fertilis 2cm, sterilís 1,2 em, appendix 6 cm longa, Staminum filamenta circ. (mm longa, antherae didymae

28 A. Engler, Beiträge zur henntnis der Araceae. VII.

thecis subglobosis. Florum sterilium filamenta subulata 3— 4 mm longa, libera vel in- ferne plus minusve connata.

Yun-nan (Abbe Davi).

Die Beschreibung wurde nach einem lebenden Exemplar gemacht, dessen Knolle dem Berliner botanischen Garten vom Jardin des plantes zugegangen war.

Diese Art steht dem A. Tatarinowii Schott von Peking ziemlich nahe und ist haupt- süchlich durch die viel zahlreicheren Staminodialblüten oberhalb der fruchtbaren männ- lichen Blüten, sowie durch die gegen die Basis hin weniger stark verschmälerten Blatt- segmente verschieden.

Cryptocoryne Fischer ex Wyprer in Linnaea V. 428; Scuorr Melet. I. 416 etc.; Ener. in DC. Suites au Prodr. Il. 296 et in Malesia I. 296—300.

C. retrospiralis (Roxb.) Fisch. ex Wyprzn in Linnaea V (1830) 428.

Gochinchina: ad ripas fluvii Mé-Khóng (Laos) (Harmanp n. 65 is),

C. Grabowskii Engl.n.sp.; radicibus fibrosis; foliorum petiolo quam lamina paullo usque triplo longiore, inferne vaginato, lamina magna oblonga utrinque obtusa, nervis lateralibus utrinque 3 adscen- dentibus; spatha folia tota longitudine aequante inferne inflata, deinde longe anguste cylindrica, tubo inferiore a superiore plica se- parato, tubo superiore sursum leviter dilatato, limbo lanceolato vix torto; inflorescentia feminea a mascula interstitio longo nudo separata.

Foliorum petiolus 4,5—4 dm longus, lamina 4—1,5dm longa, 6—7 cm lata. Spatha

tota circ. 3dm longa, tubus inferior circ. 4,5 cm, medius circ. 2,5 dm, lamina 5—6 cm longa, 1,5 cm lata.

Borneo: in districtu Dusson Timor, ad flumen Siong (Gnasowskr. Florif. m. Nov. 1884).

Diese Art zeichnet sich durch besonders große Blätter aus, doch sind sie nicht so groß wie bei Cr. Huegelii Schott und an beiden Enden stumpf.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. Von

Dr. Karl v. Keissler.

Mit Tafel I—IV und 2 Figuren im Text.

Einleitung.

Die Thymelaeaceen-Gattung Daphne, welche in Mitteleuropa nur durch einige wenige Vertreter reprüsentiert wird, weist zum Teil schon im süd- lichen Europa, namentlich aber in Asien einen grofen Formenreichtum auf, so zwar, dass sich die Gesammtzahl der Arten derselben auf ca. 40 beläuft. Die Gattung Daphne wurde von Mkıssxer in der Bearbeitung de Thymelaeaceen in pe CaNporLEs Prodromus in 5 Sectionen: Mezereum Spach, Daphnanthes C. A. Mey. (excl. D. alpina et cf.), Gnidium Spach, Laureola Meissn., Eriosolena (Blume pro gen.) Meissn. geteilt. Die Arten aus der Verwandtschaft der D. alpina, die von C. A. Meyer in die Section Daphnanthes (welehe die Arten aus der Gruppe der D. oleoides, acuminata [recte angustifolia!)), Cneorum, collina und papyracea [recte cannabına?)) enthält) gestellt sind, wurden von Meıssner aus derselben ausgeschieden und in die Section Mezereum einbezogen, weil dieselben, ähnlich wie D. Mezereum, krautige, einjährige Blätter besitzen, während alle anderen Arten der Section Daphnanthes lederige, ausdauernde Blätter aufweisen.

In Bextnam et Hooker, Genera plantarum ist die Gattung Daphne nicht in 5, sondern bloß in 4 Sectionen geteilt, nämlich Eudaphne Bentb. et Hook., Daphnanthes C. A. Mey., Genkwa Benth. et Hook., Eriosolena Meissn. Unter dem Begriffe Eudaphne erscheinen die früheren Sectionen Laureola, Gnidium und Mezereum zusammengefasst, letztere mit Ausschluss der Arten aus der Verwandtschaft der D. alpina, die wieder zu Daphnanthes, so wie es C. A. Mever gethan, gezogen sind. Unter der Section Genkwa sind D. Genkwa, Fortunei und Championi verstanden, die bei Mrıssser in der Section Mezereum aufgenommen sind, sich aber von allen anderen Daphne-Arten,

1) Vgl. hierüber den »Speciellen Teil« (unter angustifolia). 2) Vgl. hierüber den »Speciellen Teil« (unter cannabina).

30 K. v. Keissler.

die bekanntlich wechselständige Blätter besitzen, durch gegenständig ge- stellte Blätter unterscheiden.

In der Gır«’chen Bearbeitung der Thymelaeaceen in EnsLer und PnawTL »Natürliche Pflanzenfamilien« wurden bei der Gattung Daphne wieder 5 Sectionen unterschieden und zwar: Eudaphne Benth. et Hook. (inel. D. alpina et cf.), Daphnanthes Gilg, Daphnanthoides Gilg, Genkwa Benth. et Hook., Eriosolena Meissn. Bei Eudaphne wurden von Gita 4 Subsectionen angenommen: Mezereum, Sophia (Arten aus der Verwandtschaft der D. al- pina), Gnidium und Laureola (zu welcher, wie bei Bentu. et Hook., D. Bla- gayana gerechnet wird, die Meıssxer als zur Section Daphnanthes gehörig ansieht). Aus der Section Daphnanthes sind die Arten aus der Gruppe der D. papyracea (recte cannabina) als Section » Daphnanthoides « ausgeschieden.

Die Arten der Gattung Daphne lieBen sich nach meiner Auffassung vielleicht folgendermaßen gruppieren:

Section Mezereum Spach, Hist. veget. (mit Ausschluss der Arten aus der Genkwa- und alpina-Gruppe). Arten mit wechselständigen, krautigen Blättern und axillären, sitzenden Köpfchen, wie D. Mezereum, Pseudomezereum etc.

Section Genkwa Benth. et Hook., Gen. plant. Arten mit gegenständigen, krautigen Blättern und axillären, sitzenden Köpfchen.

Section Daphnanthes C. A. Mey., Ann. scienc. natur. 1843 p. 52 (mit Einschluss der Section Gnidium Spach.!).

Section Laureola Meissn. (non Benth. et Hook., also mit Ausschluss von D. Blagayana, die besser zu Daphnanthes zu stellen ist). Arten mit lederigen Blättern und axillären 2- bis mehrblütigen Trauben (sel- tener die Trauben zu Dolden mit sehr kurz gestielten Blüten um- gewandelt, wie bei D. glomerata Lam.).

Section Eriosolena (Blume, Bijdragen Flora v. Nederl. Indie 4825 pro gen.) Meissn. Arten mit lederigen Blättern und axillären, faden- fórmig gestielten, mit einem Involucrum versehenen Kópfchen.

Meines Erachtens nach hat die Section Eudaphne Benth. et Hook. etwas zekünsteltes an sich, weil in ihr zu heterogene Formen, die gewiss mit einander in keinem näheren entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhang stehen, zusammengefasst sind, wie die Arten aus der Section Laureola?), Mezereum?) und Gnidium (Arten mit terminalen Trauben). Daher dürfte es vielleicht angezeigt sein, die Section Eudaphne fallen zu lassen und Me- zereum wie Laureola wieder als selbstständige Sectionen anzusehen. Weshalb Gnidium nicht auch als eigene Section bestehen bleibt, sondern von mir zu Daphnanthes gestellt wird, wird alsbald erörtert werden.

!) Die Begründung hiefür, sowie die Charakteristik der Section Daphnanthes, folgt später (vgl. p. 32). 2) Vgl. die eben angegebenen Merkmale.

Die Arten der Gattung Daphue aus der Section Daphnanthes. 31

In der vorliegenden Arbeit soll nun die Section Daphnanthes in syste- matischer, geographischer und phylogenetischer Hinsicht behandelt werden. Eine Bearbeitung gerade dieser Section schien mir deshalb ganz wünschens- wert zu sein, da an derselben, als der artenreichsten unter den Sectionen der Gattung Daphne!) in der angegebenen Richtung mancherlei zu klären, zu berichtigen oder neu zu beobachten war.

In systematischer Beziehung hielt ich es für meine Aufgabe, die Section Daphnanthes, welche, wie aus dem früheren zu ersehen, von verschiedenen Autoren verschieden aufgefasst wurde, zunüchst in ihrem Umfange zu umgrenzen und den anderen Sectionen gegenüber zu charakterisieren, sowie bestimmte Unterabteilungen (Subsectionen) zu schaffen, nach denen sich die Arten, die bisher eine weitere Gruppierung innerhalb der Section selbst nicht erfahren hatten, anordnen lassen, hauptsächlich aber die ein- zelnen Arten auf ihren Wert zu prüfen, dieselben auf Grund der Ermittlung der für sie charakteristischen Merkmale von einander scharf abzugrenzen und ihre Noienclatur richtig zu stellen.

Ferner schien es notwendig, die Section Daphnanthes auch in geo- graphischer Beziehung einer Untersuchung zu unterziehen. Hiebei war, abgesehen davon, dass ich eine Reihe von geographisehen Angaben auf ihre Verlässlichkeit zu prüfen hatte, mein Hauptaugenmerk darauf ge- richtet, die Areale der einzelnen Arten mit möglichster Sorgfalt zu eruieren, um an Handen derselben verschiedene allgemeinere pflanzengeographische Betrachtungen über die Section Daphnanthes anstellen zu kónnen.

Endlich glaube ich, dass es vielleicht nicht unwichtig sei, wenn ich, gestützt auf die systematischen und pflanzengeographischen Ergebnisse, daran ging, auch einige Annahmen über die mutmaßliche phylogenetische Entwicklung der Arten, Artengruppen und Subsectionen der Section Daphnanthes zu machen und auf diese Weise von den verwandtschaftlichen Beziehungen derselben zu einander ein wenn auch nur annähernd richtiges Bild zu entwerfen.

Die Section Daphnanthes wurde von mir im allgemeinen im Sinne C. A. MeyeR’s genommen, enthält also vor allem die Arten aus der Gruppe der D. alpina, oleoides, acuminata (recte angustifolia), Cneorum, collina (incl. D. Blagayana) und papyracea (recte cannabina); außerdem habe ich noch die Section Gnidium eingezogen und deren zwei Vertreter als »Sub- sectio Gnidium« unter Daphnanthes eingereiht. Es könnte dies vielleicht befremden, weil dieselben ja durch die traubige Ausbildung der Inflores- cenz den anderen Arten der Section Daphnanthes mit ihren Blütenköpfchen so scharf gegenüber zu stehen scheinen. Aber erstens kommen bei den

————————

1) Von den ca. 40 Arten derselben fallen 27 Arten auf die Section Daphnanthes allein, während die übrig bleibenden ca. 43 Arten auf die vier anderen Sectionen sich verteilen.

32 K. v. Keissler.

Gnidium-Arten (speciell bei D. Gnidium, über die zweite Art » D. Roumea« ist bisher noch zu wenig bekannt geworden, um in dieser Richtung irgend etwas sagen zu können) manchmal Exemplare vor, deren Inflorescenz fast kópfehenfórmigen Charakter angenommen hat, zweitens giebt es unter » Daphnanthes « eine Arlengruppe, das ist diejenige der D. acuminata (recte angustifolia), bei welcher eine deutliche Neigung zur traubigen Ausbildung der Inflorescenz zu bemerken ist, Zu dieser Gruppe besitzt die Section Gnidium zudem noch Beziehungen durch eine ähnliche Aus- bildung der Blätter (Jineal-lancettlich, stachelspitz, weißlich - punktiert) und durch eine ähnliche Gestalt des Receptaculums, sowie auch die Verbreitungsverhältnisse einen näheren genetischen Zusammenhang er- raten lassen!j. Diese Umstünde zusammengenommen veranlassten mich, die Section Gnidium einzuziehen.

Dass ich die von Gute als Section Daphnanthoides abgesonderten Formen aus der papyracea-Gruppe wieder der Section Daphnanthes ein- verleibt habe, möchte ich damit begründen, dass dieselben die für die meisten Daphnanthes-Arten so charakteristischen endstündigen Blüten- köpfchen haben, und wenn ich schon von dieser Übereinstimmung ab- sehen wollte sich sonst morphologisch durch nichts wesentliches von denselben unterscheiden. D. Blagayana, die von einigen Autoren in die Section Laureola gestellt wurde, habe ich deshalb in der Section Daph- nanthes gelassen, weil sie deutliche endständige Blütenköpfchen trägt.

Die alpina-Gruppe endlich hat zwar, wie schon bemerkt, krautige, einjährige Blätter, was bei allen übrigen Gliedern der Section nicht wieder- kehrt, besitzt aber auch wieder die für die vorliegende Section so eigen- tümlichen »endständigen Blütenkópfehen«; auch sonst zeigt sie in morpho- logischer, wie geographischer Hinsicht so nahe Beziehungen zu der Section Daphnanthes (speciell zu der oleoides-Gruppe!), dass sie wohl am besten hierher zu stellen ist.

Die Section Daphnanthes lässt sich ungefähr folgendermaßen cha- rakterisieren:

Folia coriacea, persistentia, rarius herbacea, decidua. Flores terminales (rarius terminales et praeterea axillares), capitati (rarius plus minus racemosi), bracteati vel ebracteati, Receptaculum mox vel tarde deciduum. Bacca sicca, coriacea vel succosa, carnosa.

Das wichtigste Merkmal für die Unterscheidung der Arten der Section von denjenigen anderer Seetionen liegt jedenfalls in der terminalen Stellung der Inflorescenz, die bei keiner der sonstigen Sectionen wieder zu finden ist, weil dieselben durchgehend axillär stehende Blüten haben. Bei einigen Daphnanthes-Arten es sind dies: D. caucasica p) axilliflora, gnidioides, Gnidium, cachemireana, japonica treten allerdings fast regel-

A) Näheres hierüber vgl. im speciellen und entwicklungsgeschichtlichen Teile.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 33

mäßig auch axilläre Blütenstände auf, aber neben diesen sind stets termi- nale vorhanden. Nur bei D. Stong! schließen die ziemlich langen Äste terminal nicht mit einer Inflorescenz ab, sondern sie gabeln sich an der Spitze, ohne Blüten getragen zu haben, indem der Endtrieb abstirbt und aus den Achseln der zwei obersten Laubblätter zwei Axillarsprosse hervor- gehen, welche die Axe fortsetzen. An den genannten Ästen befinden sich, über deren ganze Länge zerstreut, aus den Achseln noch vorhandener Laubblätter entspringend, ganz kurze, wenig beblätterte Äste zweiter Ordnung, welche erst endstándig die Blüten tragen (demnach nur end- ständig mit Rücksicht auf die Axen zweiter Ordnung).

Bei der überwiegenden Mehrzahl der Arten sind die Blüten in Kópf- chen zusammengestellt. Nur bei D. Gnidium und D. Roumea treten die- selben in Trauben auf, und zwar bei der ersten in einfach-, bei der letzteren in doppelt-zusammengesetzten. Außerdem ist, wie zum Teil schon oben gesagt wurde, zu erwühnen, dass bei D. acuminata (recte angustifolia) und cachemireana der Blütenstand wohl in der ersten Phase des Aufblühens kopfig ist, aber späterhin, gegen das Fruchtreifestadium zu, einen ausge- sprochen einfach-traubigen Charakter annimmt.

Einteilung der Section Daphnanthes in Subsectionen und deren Charakteristik. Überblick über die Arten.

Subsect. I. Alpinae. Folia herbacea, decidua. Capitula sessilia, ebracteata. Species: 1. D. altaica Pall. 4. D. alpina L. 2. D. caucasica Pall. 3. D. Sophia Kal.

Subsect, II. Oleoides. Folia coriacea, persistentia, imprimis subtus albo-puncticulata, rarius strigulosa

et demum granulata. Capitula ebracteata, sessilia vel pedunculata et postea racemi- formia,

Species : 5. D. oleoides Schreb. 8. D. cachemireana Meissn. 6. D. jasminea S. et Sm. | 9. D. angustifolia G. Koch. 10. D. linearifolia Hart. T. D. Stapfii Bornm. et Keissl. | MA. D. gnidioides J. et Sp.

Subsect. III. Gnidium (Spach pro sect.). Folia coriacea, persistentia, obsolete albo-puncticulata. Racemi ebracteati.

Species: 12. D. Gnidium L. | 43. D. Roumea Meissn.

Botanische Jahrbücher. XXV. kd. 3

34 K. v. Keissler.

Subsect. IV. Cneorum. Folia coriacea vel carnosa, persistentia, imprimis subtus obsolete albo-puncticu- lata. Capitula sessilia, bracteata. Bracteae glabrae vel puberulae. Species: 44. D. Cneorum L. 16. D. arbuscula Cel. - A7. D. petraea Leyb. 45. D. striata Tratt.

Subsect. V. Daphnanthoides (Gilg pro sect. !).

Folia coriacea, rarius subcarnosa, persistentia. Capitula pedunculata, bracteata. Bracteae glabrae vel ciliatae vel ciliatae et sericeae.

Species: 48. D. japonica S. et Z. 91. D. cannabina Wall. 19. D. odora Thnb. 22. D. retusa Hemsl.

90. D. sinensis Lam.

Subsect. VI. Collinae. Folia coriacea, persistentia. Capitula sessilia, bracteata. Bracteae sericeae. Species: 93. D. collina Sm. | 95. D. Vahli Keissl. 24. D. sericea Vahl.

26. D. Blagayana Fr.

In Betreff des bei dreien von den Subsectionen vorkommenden Aus- druckes » Folia albo-puncticulata « móchte ich folgendes bemerken:

Die früheren Autoren, welche die Punktierung allerdings nur bei oleoides angeben, während dieselbe thatsüchlich bei einer größeren Anzahl von Arten, wenn auch nicht immer so deutlich sichtbar, auftritt, bezeich- neten die Blätter als glanduloso-punctata. Im allgemeinen macht es aller- dings bei flüchtiger Betrachtung mit der Loupe den Eindruck, als ob die Blätter drüsig-punktiert würen?). Wenn man jedoch genauer zusieht, so bemerkt man, dass sich die Punkte etwas über die Oberfläche erheben. Untersucht man die Blätter unter dem Mikroskope, so stellt sich heraus, dass die weißen Punkte absolut keine Drüsen sind. Es zeigt sich näm- lich, dass um jede Spaltóffnung herum ein Kranz von dicht aneinander geschlossenen, kleinen, papillósen Vorstülpungen der Epidermiszellen postiert ist. Außer in der Umgebung der Spaltöffnungen treten allerdings

1) Es könnte vielleicht Anstoß erwecken, wenn ich in der Section Daphnanthes eine Subsection Daphnanthoides aufführe. Ich habe aber diesen Namen deshalb bei- behalten, um nicht wieder einen neuen aufstellen zu müssen.

2) Vgl. REICHENBACH, Icones Fl. German. 4! t, 553. Daselbst ist ein Blatt von

D. glandulosa (= D. oleoides B. jasminea Meissn.) unter Lupenvergrößerung abgebildet.

€—————————

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 35

auch sonst noch papillóse Vorstülpungen auf, aber dieselben sind stets nur zerstreut und einzeln. An dem Blattquerschnitte, der das obige nur be- stätigt, fällt noch auf, dass die genannten Gebilde eine dichtkörnige Ober- fläche haben, also jedenfalls das Licht sehr stark reflectieren. Begreiflicher- weise entsteht infolge dessen gerade um die Spaltóffnungen herum ein besonders krüftiger Lichtreflex, und die Folge davon ist, dass uns diese Stellen als weiße Punkte auf der Blattoberfläche erscheinen.

Ganz dieselbe Ausbildung nur noch stürker entwickelt fand ich unter den anderen Thymelaeaceen noch bei Passerina grandiflora L. In der anatomisch-systematischen Arbeit von Surprıan » Beiträge zur Kenntnis der Thymelaeaceen und Penaeaceen« (Ener. Botan. Jahrb. XVIII [1894] p. 306 ss.) und derjenigen von van Tırsnem »Recherches sur la structure et les affinités des Thyméléacées et des Penéacées« (Ann. de sc. nat. ser. VII tome XVII p. 485 ss.) ist von der Punktierung der Blätter nicht die Rede.

Analytischer Schlüssel zur Bestimmung der Arten der Section

Daphnanthes. . Laubblütter krautig, einjührig 2. Laubblütter lederig, ausdauernd . 4. 2. Laubblätter beiderseits angedrückt-flaumig behaart D. alpina. Laubblätter vollkommen kahl . 3.

3a. Laubblätter lünglich - eifórmig, gegen die Basis fast keilig verschmälert, Blüten flaumig behaart, zu 6—45 endständig DÐ. Sophia. b. Laubblätter länglich lancettlich, Blüten flaumig behaart, zu 3—6 endstándig . . . . . D. altaica. c. Laubblätter lancettlich, Blüten seidig behaart, zu 45—20 endständig oder zu je 71—142, end- und seitenständig . . D. caucasica. . Laubblätter striegelhaarig oder gekörnelt . . . . D. Stapfü. Laubblätter nicht striegelhaarig und nicht gekörnelt . 5 . Laubblätter fleischig, mehr oder minder lineal . 6 Laubblätter nicht fleischig oder wenn fast fleischig, dann

os

von verkehrt-eiförmiger Gestalt ee 7 6. Laubblätter am Rande umgerollt. . . s o o o D. arbuscula. Laubblätter am Rande nicht umgerollt . . . .. . . . D. petraea. 7a. Blüten in Trauben, diese einmal- zusammengesetzt D. Gnidium. b. Blüten in Trauben, diese doppelt-zusammengesetzt . D. Roumea.

€. Blüten in Köpfchen (diese nur selten gegen die Fruchtreife

zu einer einfachen Traube verlängert). . . . . . « « -- 8. 8. Blüten kahl oder spärlich flaumig behaart... . . . « - 9

Blüten dicht flaumig bis zottig behaart . . . . . . + 15. 9

. Laubblätter ca. 0,8 cm lang, Blüten zu zweien beisammen D. jasminea. Laubblätter mindestens doppelt so lang, meist aber noch

länger, Blüten in größerer Zahl beisammen . . . . . . . 1.

10. Köpfchen 3—5blütig `... II, Köpfchen 8 und mehr blütig. . . . esr AR

11. Blätter deltoidisch, am Rande nicht eingerollt . 2... D.japonica.

Blätter verkehrt-eifórmig, am Rande eingerollt . . . . . D. retusa.

3*

15.

16.

17.

18.

19.

20.

94.

22.

23.

24.

25.

26.

27.

K. v. Keissler.

. Bracteen dreimal kürzer als das Receptaculum

Bracteen so lang wie das Receptaculum .

. Bracteen seidig behaart .

Bracteen bloß am Rande gewimpert

. Laubblätter mit kleinerer oder größerer Stachelspitze, Blüten

ohne Bracteen oder mit Bracteen, die fast so lang wie die Laubblätter . .

Laubblätter ohne Stachelspitze, Blüten ohne Bracteen oder mit Bracteen, die mehrmals kleiner als die Laubblätter . Blütenstandsitzend, ohne Bracteen oder mit laubblattartigen Bracteen, kópfchenfórmig . "m Blütenstand gestielt, ohne Bracteen, xopfehentormig, gegen die Fruchtreife traubig . . . . en.

Blüten zu 410—145 beisammen stehend .

Blüten höchstens zu 8 beisammen stehend

Neben dem endständigen Blütenstand stets noch 2—3 seiten- ständige, aus den Achseln der obersten Laubblätter ent- springend, Blüten ohne Bracteen . .

Blütenstand nur endständig, Blüten mit laubblattartigen Bracteen . . . oos om o9 o Blütenstände nur endständig . e.’ e.c Neben dem endständigen Blütenstande stets noch zwei sei- tenständige, aus den Achseln der obersten Laubblätter ent- springend, vorhanden. . . . "P ... Laubblätter schon in der Jugend vollkommen kahl. ej; Laubblätter wenigstens in der Jugend mehr oder minder behaart . . Laubblätter fein weiß punktiert, Blüten ohne Bracteen . Laubblätter nicht fein weiß punktiert, Blüten mit Bracteen Bracteen 2—3 mal kürzer als das Receptaculum . . Bracteen so lang oder länger als das Receptaculum ,

Aste dicht zottig behaart . . . . .. e.

Äste nur flaumig behaart . . . . . . ej. . Köpfchen ca. 42blütig, Bracteen fast doppelt so lang als die kleinen Blüten. . . . . e; e|. Köpfchen ca. 6blütig, Bracteen nur So lang als das Recepta- culum e.. PM

Aste mehr oder weniger zottig behaart .

Aste kahl oder, wenn behaart, so nicht zottig

Blüten mit Bracteen versehen

Blüten ohne Bracteen .

Laubblätter fein weiß punktiert, Receptaculum | gegen die Fruchtreife zum größten Teile seiner Länge blasig aufge- trieben . . 2.2.2... . . Laubblätter nicht fein weiß punktiert, Receptaculum gegen die Fruchtreife hóchstens an der Basis etwas erweitert . Stamm mäßig verzweigt, Äste lang , dick, Köpfchen 8—42 blütig, Kelchblätter eiförmig stumpf. . Stamm reichlich verzweigt, Aste kurz, dünn, Köpfchen 3—5 blütig, Kelchblätter rundlich . . . ..

LLL

D. striata.

13.

D. Blagayana. D. odora.

45.

49.

16.

18.

D. linearifolia. 47.

D. gnidioides.

D. Cneorum. D. angustifolia.

D. cachemireana.

20.

24.

D. oleoides. 914.

22.

23.

D. collina. D. Vahli.

D. sinensis. D. cannabina. 25.

26.

D. collina.

D. oleoides. D. oleoides. 27.

D. Vahli.

D. sericea.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 37

Specieller Teil. Subsectio I. Alpinae.

1. Daphne altaica Pall. Flor. ross. 1, p. 53, t. 35. Syn. D. indica Schangin in Dat N. Nord. Beitr. 6, p. 409 (non L.).

Frutex elatior trunco erecto, corymboso- ramoso. Rami longi, plus minus recti, subteretes, glabri, laeves. Folia oblonge-lanceolata, basi attenuata, acuta rarius acumi- nata, subvenosa, supra laete viridia subtus glauca, sessilia, glabra, herbacea, decidua, sparsa (raro ad apicem ramorum approximata). Capitula terminalia, ebracteata, sessilia, 3—6flora. Flores albi, sessiles, puberuli. Receptaculum cylindricum, gracile, mox de- ciduum. Sepala anguste-ovata, obtusa, receptaculo plus dimidio breviora. Ovarium gla- brum. Bacca ovata, carnosa.

Frutex usque ad 2 m altus. Folia ca. 5 cm longa, ca. 0,6 cm lata. Flores ca. 1,5 cm longi !).

Abbildungen. Parras, Flora rossica 4, t. 35. Loppic., Bot. Cab. Nr. 399. Botan. Magaz. 44, t. 1875. Fr. GumeeL, Fr. in Deutschl. ausd. Holzgew. t. 13. Brot, Gartenflora 1863, t. 409.

Nachdem im obigen die Diagnose der D. altaica Pall. gegeben wurde, will ich auf jene Merkmale, welche für die vorliegende Art besonders cha- rakteristisch sind, speciell aufmerksam machen. Vor allem muss in dieser Richtung hervorgehoben werden, dass die Blüten eine flaumige Behaarung tragen. Dieses Merkmal erscheint besonders wichtig. Dazu kommt ferner noch, dass die Blüten nur endständig auftreten und in armblütigen Köpfchen (meist 3—5 Blüten) beisammen stehen. Die Gestalt der Kelch- blätter ist schmal-eiförmig, ihre Länge erreicht kaum die halbe Länge des Receptaculums. Endlich sind die Laubblätter schmal-lancettlich, in den meisten Fällen spitzig, ca. 3 cm lang, 0,6 cm breit.

Weitere Auseinandersetzungen über den Wert der D. altaica als Art und über ihre Unterscheidung von der ihr am nächsten stehenden D. cau- casica Pall. werden bei Besprechung dieser Pflanze, welche sich hier un- mittelbar als Nr. 2 anschließen wird, folgen. Über die Unterscheidung von einer andern, wenn auch entfernter verwandten Species, nämlich D. Sophia Kal., vgl. bei dieser.

Über die Unterscheidung von D. alpina L. vgl. bei dieser.

Was auffälligere individuelle Variationen der D. caucasica be- trifft, so übergehe ich hier jene, welche eine Annäherung der D. altaica an Caucasica bewirken, und komme darauf bei Behandlung der gegenseitigen Beziehungen der beiden Pflanzen unter Nr. 2 ohnedies zurück. An dieser Stelle will ich nur geltend machen, dass bei altaica mitunter der Stamm reichlicher als gewöhnlich geteilt ist, dass die einzelnen Aste kürzer und deren Blätter nicht, wie es typisch ist, über die Äste zerstreut sind, sondern

1 Unter der Länge der Blüten ist naturgemäß die Länge des Receptaculums + der Länge der Kelchblätter gemeint,

38 K. v. Keissler.

gegen das Ende derselben zusammengedrängt erscheinen. Diese Form dürfte für die höheren Gebirgslagen eigentümlich sein.

Standort: Montane Region (Waldpflanze)?

Geographische Verbreitung!): Altai. Sajan-Gebirge?). Chine- sische Dsungarei. Tarbagatai.

Specimina visa3):

Altai. Leg. LEDEBOUR 4837, hb. P., hb. Kk.; leg. Gester (ex horto botan. Petrop.) hb. U.

Dsungarei. An dem See Saisang-Nor, chines. Dsungarei (hb. Acad. Petrop. Nr. 1842) hb. B., hb. M.; Dsungarei (leg. SchrEnk, ex hb. hort. bot. Petrop.) hb. M.; Dsungarei (leg. Scuresk, mit Bezeichn. altaica Pall. teste Trautv., ex hb. hort. bot. Petrop.) hb. M., hb. F.

Tarbagatai. In Wäldern an dem Gießbache Tschekarak-Anu am Fuße des Tar- bagatai (leg. KARELIN et KırıLorr) hb. M., hb. B. ; leg. Schrenk (hb. Acad. Petrop.) hb. M., hb. B.; leg. Bunce (4842) bb. B.

2. Daphne caucasica Pall. Flora ross. 4, p. 53.

Syn. D. caucasica DI cognata C. Koch in Linnaea 22, p. 644, non varietas, sed cau- casica Pall. typica. D. salicifotia Lam. dict. 3, p. 438, M. Bieb. Taur. Cauc. 4, p. 299. D. euphorbioides Muss. Pusk, ex Steudel nomencl. p. 483. D. Cneorum Güld. it. 4, p. 494 (non L.).

Frutex elatior, erectus, corymboso-ramosus. Rami longi, recti vel subcurvi, teretes, laeves, glabri. Folia lanceolata, basi attenuata, obtusa, rarius acuminata, subvenosa, glauca, sessilia, glabra, herbacea, decidua, per totum fere longitudinem ramorum sparsa (raro ad apicem ramorum approximata). Capitula terminalia, sessilia, ebracteata, 45—20 flora. Flores albi, sessiles, pilis sericei. Receptaculum cylindricum, gracile, mox deci- duum. Sepala late-ovata, obtusa, receptaculo vix dimidio breviora. Ovarium apice puberu- lum. Bacca$?

Frutex usque ad 2 m altus. Folia ca. 4 cm longa, ca. 4,2 cm lata. Flores ca. 1,2 cm longi. `

4) Die Angaben über das Verbreitungsgebiet der einzelnen Arten stützen sich in erster Linie auf die Zusammenstellung mit Hilfe von Herbar-Exemplaren ; dort, wo auch Citate in Florenwerken berücksichtigt wurden, ist dies speciell angemerkt.

2) Nach ManriaNorr, Materialien zur Flora des Minussinsk - Kreises (Arb. d. Ges. d. Naturf. a. d. Univ. Kasan Bd. XI. Heft 3, p. 1 s.s., Kasan 4882).

3) Abkürzungen für die einzelnen benützten Herbarien: hb. B. = Herbar BOISSIER, beziehungsweise BarsEv-Boissier (Genf); hb. F. = Herbar des kónigl. botanischen Museums zu Florenz; hb. H. = Herbar Haracsy (Wien); hb. K. = Herbar KERNER (Wien); hb. Kk. = Herbar Keck (Wien, botan. Museum der k. k. Universität); hb. L. = Herbar des Laibacher Landesmuseums; hb. M. = Herbar des k. k. naturhisto- rischen Hofmuseums Wien: hb. Mtp. = Herbar des botanischen Institutes der Facultät der Wissenschaften zu Montpellier; hb. P. = Herbar des botanischen Insti- tutes der deutschen k. k. Universität zu Prag; hb. T. = Herbar des städtischen Museums zu Triest; hb. U. Herbar des botanischen Museums der k. k. Universität zu Wien; hb. Z. = Herbar der zoologisch-botanischen Gesellschaft (Wien). Für das Herbar GiNzeERGER (Wien), Herbar Brcnsern (Wien), Herbar pe CAnvoLLe (Genf), die nur selten zur Anführung kommen, ist keine Abkürzung benützt worden.

4) Beeren von der D. caucasica sah ich weder in dem Herbarmaterial, das mir zur Verfügung stand, noch konnte ich in der Literatur irgend welche Angaben über die Be- schaffenheit derselben auffinden.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 39

8) awilliflora nov. nom.

Capitula ramis longis terminalia, praeterea ramulis crebris brevissimis, e superiori- bus foliorum axillis enascentibus, 4—5 foliosis axillaria, 7—12 flora.

Wie aus dem eben Angeführten hervorgeht, tritt neben der typischen caucasica auch eine von derselben abweichende Form auf. Die typische caucasica besitzt Köpfchen, welche eine große Anzahl von Blüten (15—90) wagen. Diese Kópfchen stehen bloB endstündig an den einzelnen langen Ästen, in die sich der Strauch teilt, so dass jeder solche Langtrieb je ein Blütenköpfchen trägt. Bei ß) axilliflora hingegen steht an je einem langen Ast zunächst ein endständiges Blütenköpfehen mit geringer Blüten- zahl (7—12). Außerdem gehen aber von einem solchen langen Ast aus den Achseln der oberen Laubblätter eine ansehnliche Zahl von ziemlich dieht über einander stehenden Kurztrieben hervor, welche mit nur wenigen Blättern versehen sind und an ihrem Ende wieder je ein 7—12blütiges Kópfchen tragen, das man offenbar als axillär ansprechen muss; auf diese Weise steht an einem Ast nicht ein Blütenstand, wie bei der typischen caucasica, sondern eine größere Anzahl, dicht gedrängt bei einander. Dieser Umstand bringt es auch mit sich, dass die Varietät awilliflora einen von der caucasica recht auffallend verschiedenen Habitus hat. Völlig un- vermittelt stehen sich die beiden Formen allerdings nicht gegenüber, viel- mehr giebt es zwischen ihnen deutliche Übergänge, indem man auf Exem- plare stößt, welche neben dem endständigen Blütenkópfchen 2—3 axilläre aufweisen; die Zahl der axilliren Köpfehen kann noch mehr zunehmen und so wird die typische caucasica allmählich in die Varietät awılliflora übergeführt.

Ich hätte mich vielleicht nicht veranlasst gefühlt, die von der eigentlichen caucasica abweichende Form speciell zu benennen, wenn nicht C. Kocn 1) seinerzeit eine caucasica BI cognata beschrieben hätte, mit der es eine eigene Bewandtnis hat. Die Charakteristik derselben lautet: Flores numerosi, apice ramorum lerminales. Für die typische caucasica giebt C. Kocu an, dass bei derselben an langen Asten zahlreiche seitliche, kurze Blütenäste stehen. Die Sache ist aber gerade umgekehrt; in der Original-Diagnose der caucasica von Pauas nämlich heißt es ausdrücklich: umbellae terminales, 20florae, woraus also hervorgeht, dass PALLAs unter seiner caucasica die Form mit den einzelnen, nur endständigen Köpfchen gemeint habe, welche, wie mir scheint, auch häufiger ist. Demnach ist das, was C. Kocu p) cognata nennt, die typische caucasica selbst, im Sinne von Parras genommen, und B) cognata C. Koch folglich synonym mit caucasica Pall. Hingegen ist die Form mit den zahlreichen seitenstándigen Kópfchen nicht die Hauptart, sondern eine Varietät, welche, da sie infolge der von C. Kocu begangenen Verwechslung

1) Linnaea 22, p. 614.

40 K. v. Keissler.

eigentlich keinen Namen führt, von mir eben als $) a«illiflora bezeichnet wurde.

Unterscheidung der D. caucasica von D. altaica. D. caucasica und altaica sind zwei mit einander sehr nahe verwandte Arten, die im allgemeinen durch nicht allzu scharfe Merkmale von einander getrennt werden können. Das Maßgebenste ist jedenfalls die Behaarung der Blüte, welche bei caucasica constant seidig, bei altaica constant flaumig ist. Dazu kommt dann ferner, dass bei caucasica die Blätter eine lancettliche Gestalt besitzen und meist stumpf und größer sind (bei altaica schmal-lancettlich, spitzig), dass die Blütenzahl eines Kópfchens größer, dass die Kelchblätter, von breit-eiförmiger Gestalt, mehr als die Hälfte des Receptaculums an Länge erreichen (bei altaica schmal-eiförmig, kürzer als das halbe Recepta- culum). Bei der caucasica im Sinne von Parras sind dies die unterschei- denden Merkmale, welche wohl, die Behaarung abgesehen, nicht allzu wesentlicher Art sind. Dem muss ich aber noch beifügen, dass die Blätter auch bei altaica manchmal lancettlich und von derselben Größe, wie bei caucasica, sind, dass bei caucasica sowohl, wie bei altaica zugespitzte Blätter vorkommen, so dass das Merkmal Blätter stumpf (caucasica) Blätter spitzig (altaica) sodann entfällt, dass endlich bei altaica gelegentlich Kelch- blätter von ganz der nämlichen Ausbildung, wie bei caucasica, sich zeigen. Dadurch können sich die Unterschiede der beiden Arten unter Umständen mehr oder minder verwischen. In solchen Fällen kann man aber doch an der Behaarung der Blüten erkennen, ob die eine oder andere Art vorliegt.

Viel leichter gelingt es dagegen, BI a«illiflora von altaica, von der dieselbe schon habituell sehr abweicht, zu trennen, indem zu den für die typische caucasica angeführten Merkmalen noch die schon früher aus- führlicher besprochenen axillären Inflorescenzen hinzutreten.

Individuelle Variationen, Ein Theil derselben wurde eben jetzt bei Behandlung der Beziehungen von D. caucasica zu altaica berührt. An- reiben möchte ich noch, dass auch bei caucasica ähnlich, wie bei altaica, hie und da eine Zusammendrängung der Blätter gegen das Ende der etwas kürzeren Äste constatiert werden kann. Es handelt sich hier offenbar um Individuen, welche in einer höheren Gebirgsregion gewachsen sind.

Über die Unterscheidung von D. Sophia Kal. und alpina L. vgl. bei diesen.

Standort: Montane Region (Waldpflanze) ?

Geographische Verbreitung!): Im Bereiche des Caucasus und zwar in den Provinzen: Cartilinien?2), Iberien?), Georgien?), Kachetien?), Somchetien?), Imeretien?), Mingrelien?).

1) Vgl. Tafel I.

3) Herbarexemplare gesehen, vgl. die folgende Aufzáhlung. 3) Nach LEpkBoun, Flora rossica.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 41

Specimina visa:

ə Colchis (leg. Szovirs) hb. M.; Cartilinien (leg. Szovirs) hb. M.; Iberien (leg. Szovirs) hb. M.; Georgien (Unio itineraria R. F. HoHENACKER 1838) hb. B.; Caucasus (hb. Endlicher) hb. M.

B) axilliflora Keissl.

Cartilinien (leg. Szovirs) hb. M.; Iberien (leg. SrEvEN) hb. M.; Iberien (hb. Jacquin) hb. M.

In den zu Europa gehörigen caucasischen Provinzen scheint D. cauca- sica zu fehlen, wenigstens führt Herner in seiner »Flora des europäischen Russlands« (Enster, Botan. Jahrb. NIV (1892), p. 4 e. s.) diese Art über- haupt nicht an. Das Areal der typischen caucasica scheint sich im Allge- meinen vollkommen mit dem der Varietät aæilliflora zu decken.

3. Daphne Sophia Kalen. in Bull. Soc. imp. Mosc. 22, 1849, p. 344, t. 3, ibid. 46, 4873 p. 157.

Syn. D. altaica Steven in herb. (non Pallas). D. oleoides Tschernjajeff in herb. (non Schreber).

Frutex corymboso-ramosus, trunco erecto. Rami longi, virgati, graciles, stricti, teretes, laeves, glabri, cortice cinereo-fusco. Folia oblonge-ovata, basi subcuneata, obtusa vel acuminata, subvenosa, supra laete viridia, subnitida, subtus glauca, sessilia, herbacea, decidua, glabra, per totos ramos plus minus sparsa. Capitula terminalia, sessilia, ebrac- teata, 6—15flora. Flores albi, sessiles, pilis adpresse-puberuli. Receptaculum cylin- dricum, deciduum. Sepala ovata vel oblonga, acuta, receptaculo triplo breviora. Bacca oblonge-ovata, succosa, rubro-miniata.

Frutex usque ad 4,5 m altus. Folia ca. 4,5 cm longa, ca. 1,5 cm lata. Flores ca. 1,5 cm longi.

Abbildung. Kaleniezenko, Bull. Soc. imp. Mosc. 22 (1849), t. 3.

Kritik über das Vorhandensein von Bracteen. In der Original- Diagnose der D. Sophia von KALENICZENKo ist das Merkmal, dass die Blüten- kópfchen mit Bracteen ausgestattet sind, enthalten. Es heißt dort: Bracteae parvulae, lanceolate-ovatae, reticulato-venosae, foliosae, receptaculo dimidio breviores, ad baccarum maturitatem remanentes. Die Bracteen sind auch in der von KareNICzENKO der Diagnose beigegebenen Abbildung zu sehen. Mir wollte die Sache nicht recht glaublich erscheinen, weil ich an den mir zur Disposition stehenden Herbarexemplaren der D. Sophia absolut keine Spur von Bracteen bemerken konnte man kann nicht einwenden, die- selben seien vielleicht schon abgefallen gewesen, weil es ja in der Diagnose ausdrücklich heißt »bis gegen die Reife der Beeren bleibend« und weil von den verwandten Arten keine einzige durch den Besitz von Bracteen Ausgezeichnet ist.

In einer späteren Abhandlung, Encore quelques mots sur la Daphne Sophia (Bull. de la soc. imp. des natur. de Moscou 1873, Il, p. 152 ss.) macht KaLeNiczenko noch einige Mitteilungen über die Erfahrungen, die er über die Pflanze während einer längeren Cultur gesammelt hat. Darnach soll D, Sophia in der Cultur mit großer Regelmäßigkeit zweimal im Verlauf

42 K. v. Keissler.

eines Jahres blühen!), das erste Mal zwischen Anfang Mai und Mitte Juni, das zweite Mal zwischen Anfang Juli und Mitte August (ausnahmsweise bis Ende August oder gar bis Ende September). Und zwar sollen bei der ersten Blütezeit die Blütenkópfechen keine Bracteen besitzen, während bei der zweiten constant Bracteen sich entwickeln. Dem entsprechend modifieirt Karzniczenko die Diagnose der D. Sophia und schreibt: . . . floribus aeslivalibus constanter bracleatis, bracteis ovalo-lanceolatis acutis perigonii tubum dimidium subaequantibus.

Ich glaube nach wie vor daran festhalten zu müssen, dass D. Sophia keine Bracteen besitzt; denn abgesehen von den früher erwühnten Bedenken scheint es mir nicht recht plausibel, dass die vorliegende Pflanze im Früh- jahr Blüten mit, im Sommer Blüten ohne Bracteen entwickle, um so mehr als das Vorhandensein oder Fehlen derselben sonst ein ebenso wichtiges als constantes Merkinal für die Unterscheidung der Subsectionen der Section Daphnanthes, ja selbst der Sectionen der Gattung Daphne abgiebt. ln be- treff des ersteren verweise ich auf die Charakteristik der Sectionen auf p. 33 u. 34, bezüglich des letzteren bemerke ich, dass die Sectionen Mezereum und Genkwa nur aus bracteenlosen, Eriosolena und Laureola nur aus mit Bracteen versehenen Arten zusammengesetzt sind.

Unterscheidung von den nächsten Verwandten. D. Sophia würe vor dem Umkreis der anderen Arten der Subsectio » A/pinae« auf das beste charakterisirt, wenn es mit den Bracteen seine Richtigkeit hätte. Da dies aber nicht zutrifft, fällt eine Isolierung der » D. Sophia« weg. Es ergiebt sich vielmehr, dass die vorliegende Art mit den beiden früher be- sprochenen Arten, mit D. altaica, besonders aber mit D. caucasica im engsten Zusammenhang steht, dass die drei Pflanzen eine zusammen- gehörige Gruppe bilden, deren einzelne Glieder von einander nicht sehr verschieden sind, wie schon die teilweise Übereinstimmung ihrer Dia- gnosen lehrt.

Die Art der Behaarung der Blüten ist jedenfalls das verlässlichste Unterscheidungsinerkmal, auf das man sich, wenn es sich um eine Be- stimmung handelt, in erster Linie stützen kann. Die Behaarung der Blüten ist bei D. Sophia angepresst-flaumig, bei caucasica seidig, bei altaica zerstreut- und abstehend flaumig. Die anderen Unterschiede dagegen, welche im Folgenden behufs Trennung der D. Sophia von altaica und caucasica aufgezählt werden sollen, bewähren sich nicht immer, weil die- selben abgesehen von ihrer ziemlich relativen Natur nicht völlig constant sind. Im allgemeinen schließt sich D. Sophia mehr an caucasica, so weit es sich um die typische im Sinne von Parras handelt an, weicht aber von derselben, wenn ich die Behaarung der Blüten übergehe, noch durch die

1) Ob die Pflanze auch in der freien Natur zweimal blühe, giebt KALENICZENKO nicht an,

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 43

länglich-verkehrt-eiförmigen, gegen die Basis ziemlich deutlich keilig verschmälerten Blätter, durch die armblütigeren Köpfchen und durch die nur den dritten Teil der Länge des Receptaculums erreichenden Kelchblätter, die eine eifórmige oder längliche Gestalt besitzen, ab. Größer ist der Unterschied von D. caucasica ß) asilliflora infolge der bei dieser sich entwickelnden seitenständigen Blütenköpfchen.

Der D. altaica gegenüber muss für D. Sophia angeführt werden: die gerade früher erwähnte Blattgestalt (wozu noch zu bemerken ist, dass D. Sophia größere, stumpfe, D. altaica kleinere, spitze Laubblätter hat), die größere Zahl der Blüten in einem Köpfchen, die Länge der Kelch- blätter. Die Gestalt der Kelchblätter ist in diesem Falle von geringerer Bedeutung; denn zwischen eiförmig oder länglich bei D. Sophia und schmal- eifórmig bei altaica sind ja keine besonderen Differenzen.

Was schließlich den Habitus anbelangt, so ist D. Sophia bei sonstiger, großer Ähnlichkeit vor den zwei anderen Pflanzen nur dadurch einiger- maßen ausgezeichnet, dass die Äste rutenförmig und schlank sind.

Standort: Montane Region (Waldpflanze)?

Geographische Verbreitung!): Europäisches Russland: Gouvernement Kursk (und zwar bei Solomennaia am Ufer des Don, District Belgorod; bei Becariukovka, District Korocza). Gouvernement Charkow (und zwar an dem Flüsschen Kozinka, District Volezansk). Gouvernement Kijew. Gouvernement Orenburg.

Specimina visa:

Gouvernement Kursk. Auf Kalkwiesen bei dem Dorfe Becariukovka leg. KALENICZENKO, 1846) hb. B. ; Kursk (leg. Linnemann, hb. Ed. Lindemann) hb. M.

Gouvernement Orenburg. leg. Steven (als altaica M. et B.) hb. B.

Gouvernement Kijew. In Bergwäldern (leg. TscuERNjA;EFF, als oleoides Schreb. ?)) hb, M.

Ergänzende Bemerkungen zum Verbreitungsgebiet. Von KALENICZENKO selbst wird D. Sophia für das Gouvern. Kursk mit den zwei oben genannten Standorten und für das Gouvern. Charkow angegeben.

D. Sophia ist eine äußerst seltene Pflanze, die nur in wenigen Her- barien anzutreffen ist. Sie wurde bisher bloß in einigen wenigen Gouver- nements von Russland aufgefunden und in diesen selbst nur an ganz vereinzelten Standorten, wie aus der obigen Zusammenstellung des Ver- breitungsgebietes hervorgeht. Die von Sreven im Gouvern. Orenburg gesammelte Pflanze, welche dieser als D. allaica auffasste, sehe ich unbe- dingt als p. Sophia an. Demnach besitzt D. Sophia ein aus zwei, von ein- ander getrennten Teilen bestehendes Areal, der eine Theil desselben (Kursk,

^) Vergl. Tafel I. . J Ge ^ 3 2) Mrıssner in seiner Bearbeitung der Thymelaeaceen in DE CaNporLE's Prodromus deutet die von TSCHERNJAJEFF gesammelte Pflanze als D. caucasic *, ich halte dieselbe für D. Sophia,

44 K. v. Keissler.

Charkow, Kijew) im mittleren Russland, der andere Teil (Orenburg) im südöstlichen Russland im Gebiete des Uralgebirges, wie die Verbreitungs- karte zeigt. i

4. Daphne alpina Linné, Spec. Plant. ed. 4 p. 356.

Syn. D. candida Wittm. summ. plant. 2, p. 544. D. oleoides nonn. aut. (non Schreb.). D. glandulosa nonn. aut. (non Bert), Thymelaea alpina All. Pedem. A, p. 132. Th. candida Scop. Flora carn. ed. 2, I. p. 277.

Fruticulus dichotomo-, rarius corymboso-ramosissimus, trunco adscendenli vel procumbenti. Rami breves, tortuosi, crassi, subgibbosi; ramuli numerosi, brevissimi, adpresse-pilosiusculi. Cortex griseus vel brunneo-ruber. Folia obovata usque ad ob- longe-obovata (rarius lanceolata) basi subattenuata, obtusa vel acuminata (rarius acuta), subevenia, sessilia, subglauca, utrinque adpresse-pilosa (raro demum subglabra), herbacea, decidua, patula, ad apicem ramorum dense conferta et rosulata. Capitula terminalia, numerosa, sessilia, ebracteata, 6—10 flora. Flores albi, sessiles, pilis sericei. Recepta- culum cylindricum, mox usque ad sepala inflatum et ventricosum, tarde deciduum. Sepala ovata vel lanceolata, acuta, receptaculo dimidio vel plus dimidio breviora, Ovarium pubescens. Bacca oblonge-ovata, rubra, sparse pubescens.

Fruticulus ca. 50 cm altus. Folia magnitudine varia, 0,8—4 cm longa, 0,4—4 cm lata, Flos ca. 0,9 cm longus.

8) petiolata nov. var.

Truncus erectus, sparse ramosus. Rami longi, stricli; ramuli nulli. Folia lanceo- lata, acuta (vel angustissime-obovata, acuminata) petiolata, plus minus ramis arrecta, subrosulata vel ad apicem ramorum modo approximata.

Folia 2,5—3 cm longa, 0,4—0,6 cm lata. Petiolus foliorum 0,5—0,4 cm longus.

Über die Abtrennung von »petiolata«. Die Varietüt petio- lata ist eine Form, welche in ihrem ganzen Habitus sehr auffallend von der typischen D. alpina absticht. Während nämlich bei der letzteren der Stamm, wie die Diagnose zeigt, niederliegend oder aufsteigend ist und sich reichlich teilt, die einzelnen Äste kurz, hin und her gebogen, knorrig sind und sich abermals verzweigen, ist bei petiolata der Stamm auf- recht und verzweigt sich in eine nur geringe Anzahl von Ästen, welche eine ansehnliche Länge erreichen, gerade und steif nach aufwärts gerichtet sind und keine Äste zweiter Ordnung tragen. Diese Art der Ausbildung ist charakteristisch für petiolata und bewirkt eben den deutlichen habi- tuellen Unterschied. Gegenüber der D. alpina fernerhin, deren Blätter gegen das Ende der Äste in Rosetten zusammengestellt sind, erscheinen bei petiolata die Rosetten gelockert oder die Blätter sind bloß gegen das Ende der Aste hinaufgerückt. Dazu sind die Blätter der Varietät an den Ästen steif nach aufwärts geschlagen (nicht, wie bei der Hauptart, von den Asten abstehend) und, was das wichtigste von allen Merkmalen ist, die Blätter sind mit einem 0,3—0,4 cm langen Blattstiel versehen, während sie bei alpina nicht gestielt, sondern sitzend sind.

Die Blattgestalt der neu aufgestellten Varietüt ist lancettlich, spitz oder sehr sehmal-eifórmig, zugespitzt; dieselbe ist im allgemeinen für die Unterscheidung weniger von Belang, weil ja auch bei alpina, die gewóhn-

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 45

lich wohl verkehrt-eifórmige oder länglich-verkehrt-eiförmige Laubblätter trägt, gelegentlich jene Form der Blätter vorkommt, wie sie gerade für petiolata in Anführung gebracht wurde.

Die in Rede stehende Varietät dürfte vielleicht auch insofern einiges Interesse zu erwecken im stande sein, als sich an Handen der Durchsicht eines reichlichen Herbarmateriales das Resultat ergeben hat, dass dieselbe nur innerhalb eines eng umgrenzten Gebietes im Bereiche des Areals der relativ weit verbreiteten typischen alpina auftritt, den übrigen Teilen des Areals derselben aber gänzlich abgeht, wie aus der späterhin erfolgenden Zusammenstellung der geographischen Verbreitung noch hervorgehen wird.

Unterseheidung von den nahe stehenden Arten. D. alpina sondert sich von den drei anderen Arten der Subsectio Alpinae scharf ab. Es wäre überflüssig, jede derselben einzeln in ihren Unterschieden von alpina zu besprechen; ich greife daher nur diejenigen Merkmale heraus, durch welche sich die drei Arten der altaica-Gruppe, um sie etwa derart zu bezeichnen, gemeinsam von alpina entfernen. Zunächst ist hervor- zuheben, dass ein habitueller Gegensatz vorhanden ist. Bei der altaica- Gruppe ist der Stamm der stattlichen Sträucher aufrecht und in eine nur mäßige Anzahl von Ästen verzweigt, die lang und gerade sind und den größten Teil ihrer Länge über Blätter besitzen. Bei D. alpına aber, die einen niedrigen Strauch bildet, ist nach der Diagnose der Stamm nieder- gestreckt oder aufsteigend und in eine große Anzahl von Ästen und Astchen geteilt, welche kurz, hin und her gebogen sind und am Ende eine deutliche Blattrosette führen. Ferner sind die Blätter der alpina selbst im herangewachsenen Zustand beiderseits angedrückt-behaart, indessen die Blätter der Arten aus der altaica-Gruppe völlig kahl sind, ebenso wie die Äste der alpina gegen ihr Ende zu angedrückt-flaumig, bei den anderen Arten aber ganz kahl sind. Endlich erweitert sich bei alpına das Receptaculum gegen die Fruchtzeit seiner ganzen Länge nach bauchig und fällt erst spät ab, während bei den 3 anderen Vertretern der Subsectio Alpinae das Receptaculum, höchstens am Grunde etwas aufgebläht, alsbald sich ablöst.

Was $) petiolata anbelangt, so ist dieselbe gleichfalls von der altaica- Gruppe gut geschieden, indem sie gestielte Blätter hat und noch durch jene Merkmale ausgezeichnet ist, die eben für alpina aufgezählt worden Sind. Stamm und Äste der petiolata verhalten sich jedoch ähnlich, wie bei der altaica-Gruppe.

Über die Abgrenzung von oleoides Schreb., speciell von a) glandulosa (Bert.), einer Art, welche in die an die Subsectio Alpinae sich anfügende Subsectio Oleoides gehört und welche mit D. alpina eine gewisse Verwandt- schaft aufweist, vgl. bei dieser selbst. Dort werden auch die "D mancher Hinsicht bemerkenswerten Mittelformen, die

46 K. v. Keissler.

zwischen D. oleoides Schreb. a) glandulosa (Bert.) und D. alpina be- bestehen, zur Besprechung gelangen.

Standort: Felsenpflanze der subalpinen Region.

Geographische Verbreitung!): Spanien. Spanische Pyrenäen? Frankreich. Französische Pyrenäen? Die Cevennen und die an- grenzenden Gebiete (die Departements Aude, Hérault, Gard, Ardèche, Aveyron, Lozere). Cote d'Or. Franche Comté. Die franzósichen Alpen. Schweiz. In allen Cantonen außer den nordwestlichen Cantonen Uri, Schwyz, Unterwalden, St. Gallen, Glarus und Appenzell?). Italien. Italienische Alpen, Ligurischer Apennin. Österreich-Ungarn. Tirol (ausgenommen den Teil nördlich von Etsch und Eisack). Kärnten (aus- genommen den Teil nördlich der Drau?);. Krain. Istrien (mit Ausnahme der Küstenstriche und des südlichen Teiles). Ungarisches Litorale. Dal- matien (mit Ausnahme der zur Mediterran-Flora gehörigen Küstenstriche?)). Nördliches Bosnien). Nördliches Serbien?).

8) petiolata Keissl. Krain. Istrien (Umgebung von Triest). Ungarisches Litorale.

Über die geographische Verbreitung der Übergangs- formen der alpina zu oleoides a) glandulosa siehe bei oleoides.

Specimina visa:

Frankreich. Côte de Valerose bei Alzonne (TunczkiEwiCz 4848) hb. Mtp.; Sanchéres sur le Rochers, Aveyron (hb. Galliae austr. et Pyren. ed. TiMBAL-LAGRAVE et Ep. MarcaAıs, n. 69) hb. U.; Le Vigon, Gard. (TunczkriEwicz 4864, hb. A. Le Jolis) hb. F.; Puy-de-France bei Millau, hb. Mtp.; Mende, hb. Mtp.; niedrige Berge im Norden von Montpellier (DaterRARD 4843) hb. Mtp.; Le Caylad (Hérault), Plateau von Larzac, hb. Mtp.; Umgebung von Ganges, Basses Cevennes (PLANCHON) hb. F.; Côte-d'Or (MacwiEn, Fl. sel. exs. 1885, n. 2289) hb. U.; Dijon, hb. Mtp.; Dóle, Jura (GERHARD) hb. P.; ober der Höhle Baume-les-Dames, Doubs (hb. norm. ed. DÖRFLER n. 3077) hb. U.; Mt. Saleve bei Genf (MüLLER 4854) hb. F.; Chambery (HUGUENIN, hb. Bayer) hb. U.; Annecy, Provinz Génevois, Savoie (BıLLor, Flora Gall. et Germ. exs. n, 2360) hb. B.; Grenoble, hb. Mtp.; Briançon, Hautes-Alpes (MacNiEn, Flora sel. exs. 1890, n. 2289) hb. U.; St. Disdier-en-Devolny, Hautes-Alpes (GArıop) hb. Kk.; Mt. Ventoux, Vaucluse (REvERCHON, Pl. des Basses-Alpes) hh. B.; Entraunes (VinAL, Pl. des Alpes-Maritimes) hb. Mtp.

Schweiz. St. Wolfgang nächst Balsthal, Solothurner Jura (Sırerrıep) hb. K.; Primbach am unt. Hauenstein, Solothurn (JÄscı) hb. K. ; zw. Visp u. Stalden im Zer- matthal, Ober- Wallis (Worr) hb. H.

4) Vgl. Tafel I.

2) Zum Teil nach Angaben in Florenwerken.

3) Wie Professor Beck mir freundlichst mitgeteilt hat, kommt D. alpina in ganz Bosnien vor. Nach meinen Untersuchungen wäre die Sache nur dahin zu modificieren, dass bloß im nördlichen Bosnien die typische alpina zu Hause ist, während im südlichen Bosnien bereits Übergangsformen zu oleoides a) glandulosa auftreten; vgl. hierüber nüheres unter oleoides.

^) Nur aus dem südlichen Serbien sah ich Exemplare von D. alpina, aber dieselben sind bereits als Übergangsformen zu oleoides a) glandulosa aufzufassen (vgl. hierüber

unter oleoides). Vielleicht kommt analog, wie in Bosnien, im nórdlichen Serbien die typische alpina vor.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 47

Italien. La Doria, lago di Como, hb. Mtp.; Bagni vecchi, Stilfserjoch (Baknıtz, hb. Europ.) hb. M.; Bormio (TArreıner) hb. P.; Mt. Baldo, Verona (Goran, Flora Veron. exs.) hb. F.; Resiathal (JasonNEGG) hb. Kk.; Dogna b. Udine (JAsonNEGG) hb. H.; Triova, westl. Ligurien (PAnizzt 4852) hb. F.; Turin (hb. Dunal, 4834) hb. Mtp.

Ósterreich-Ungarn?.

Tirol. Dürrenstein bei Landro ‚leg. BRANDMAYER) hb. Z.; Roveredo (leg. KERNER) hb. K.; Riva (leg. Kerner) hb. U.; Vestino-Thal, Südtirol (hb. Petri Portae) hb. K.; Val Arsa (leg. HurkEn, ex hb. Pittoni) hb. M.

Kärnten. Im Loibl bei Annakirchen (hb. Wulfen, leg. Wurren) hb. M.; Unter- loibl (leg. JagponxEGc) hb. H.

Krain. Sovič bei Adelsberg (leg. Starr, Flora exsicc. Austro-Hung. n. 4012) hb. U.; Schneeberg (leg. Korscuv) hb. P.; Nanosberg (ex hb. Zahlbruckner) hb. P.

Istrien. Katharinenberg bei Görz (leg. Knisror) hb. U.; Wasserfall bei Potač nächst Triest (leg. BREINDL) hb. Kk.; Saliano bei Görz (Flora Imp. Austr., ex hb. Alf. Breindl) hb. M.; Nakta an der Rekka (Tommasını, Flora illyr. lit.) hb. Z.; Dolina Rizniak bei Divacca (Tommasısı, Flora illyr. lit.) hb. Z.; Contovello (Tommasını, Flora illyr. lit.) hb. Z.

Ungarisches Litorale. Auf Felsen des Velebit (ScutossEm, Flora croatica) hb. M.; Litorale (leg. Nor, hb. A. F. Lang) hb. K.; Mala planina, hb. M.

Dalmatien. Berg Klinovaz bei Spalato (PETTER, Flora dalmat. exs.) hb. Z.; Berg Biocovo bei Macarsca (PErrEn, Flora dalm. exs.) hb. P.; Cembla bei Ragusa (leg. JABORNEGG) hb. Kk.; Brennothal bei Ragusa (leg. JasonNEGG) hb. P.; Orjen (leg. PICHLER) hb. Z.

8) petiolata Keissl. 2) Österreich-Ungarn.

Krain. Adelsberg, Schlossberg (leg. KERNER, 1864) hb. K.; Adelsberg, Schloss- berg (leg. Dr. STUR, 1856) hb. L.; Adelsberg (leg. DoLLINER) hb. L.; bei der Adels- berger Grotte (Ex hb. Friedr. Kokeil) hb. M.3); Adelsberg, Sovič, hb. L.; Sovic, Adelsberg (leg. BıasoLerri) hb. T.; Hügel hinter Adelsberg (leg. GiNzBERGER) hb. Ginz- berger (Wien); Voischiza (leg. DorLıser) hb. L.; auf Felsen, Práwald, Berg Nanos (leg. Bu sot rr hb. T.; Monte Baba (leg. BiasoLETTI, 1864) bb. T.

Istrien. An Abhängen des Berges San Valentino, St. Canzian bei Triest (leg. BiasoLErri) hb. T.; beim Flinthner Wasserfall (Ex hb. Alfr. Breindl 1881, Flora Imp. Austr.) hb. M.

Ungarisches Litorale. Bei Grohovo in Resina-Thal nächst Fiume, auf Kalk- felsen (leg. A. M. Sun, nata Glennie) hb. K.; auf Felsen des Velebit und der Capella (Ex hb. Dr. Jos. Caras. ScuLosser, Flora croatica) hb. M.; auf Felsen im croatischen Litorale (Ex hb. Dr. Jos. Caras. ScuLossEm, Flora croatica) hb. M; Croatien (leg. Kerner) hb, K.

Bemerkungen zu Angaben in Florenwerken. Spanische und französische Pyrenäen. Ob D. alpina in den Pyrenäen thatsäch- lich vorkommt oder nicht, konnte ich nicht mit voller Sicherheit ermitteln. Exemplare aus diesem Gebiete habe ich nicht zu Gesichte bekommen.

4) Einige Exemplare, welche für die Abgrenzung des Areals von geringerer Be- deutung sind, wurden hier bei den Standorten aus Österreich-Ungarn ausgelassen.

3) Behufs genauer Constatierung des Verbreitungsbezirkes von £) petiolata ent- lehnte ich mir D. alpina aus dem » Museo civico« in Triest und aus dem Krainer Landes- herbar zu Laibach.

3) Es liegen 2 Stücke der typischen alpina und 4 Stück von £) petiolata vor.

48 K. v. Keissler.

Von den älteren Autoren, die Floren über die Pyrenäen!) geschrieben haben, führt weder Lapeyrouse (Hist. abr. des Pl. des Pyr. 4843, Suppl. 4848) noch ZerrensrEDT (Plant. vascul. des Pyr. prine. 1857) D. alpina für das Gebiet an. Nur in Bentuam, Catalogue des Plant. indig. des Pyr. et du bas Lang. (1826), erscheint D. alpina für die Pyrenäen ohne nähere Stand- ortsangabe aufgezählt. Diese Angabe wiederholt sich hernach in PHILIPPE (Flore des Pyr., 1859), ebenso in Grexıer et Gopron (Flore de France, 1848-—1855). In einer neueren französischen Arbeit (Mi&cevittE, Etude des Daphnoidées des Pyrénées centrales; Bullet. d. 1. soc. botan. de France 1888, Bd. XXXV p. 144) ist D. alpina nicht enthalten. In Ganpocer, Flora Europae trifft man dafür die Bemerkung: Pyr. orient. Costabona (leg. Jurex). Desgleichen ist D. alpina in Wırıkomm et Lange, Prodromus florae hispanicae aufgenommen. Es heißt dort: in rupibus Pyrenaeorum Aragoniae (Panticosa; Asso); Hisp. (merid.)? Cabr. in hb. Agardh.

Ob nun die Angaben von Drama, WirLKoww und LANGE, GANDOGER richtig sind oder nicht, ist schwer zu sagen. Immerhin ist es ganz plau- sibel, dass diese Pflanze, nachdem sie noch im Departement Hérault, also kaum einen Breitegrad nördlich der Pyrenäen reichlich gefunden wurde?) auch in diesen selbst auftrete, da es ja überhaupt eine ganz ansehnliche Zahl von Gewächsen giebt, welche den Alpen und Pyrenäen gemeinsam sind, oder, wie hier, solche, welche sich von den Alpen über die südfranzósi- schen Gebirge (Cevennen etc.) in die Pyrenäen hineinerstrecken. Dass D. alpina über die Pyrenäen hinaus noch weiter nach Spanien vordringen sollte, scheint mir weniger wahrscheinlich, nachdem D. oleoides Schreb. a) glan- dulosa (Bert. vom südlichen Spanien bis hinauf in die Provinz Valencia reicht und, wie sich später zeigen wird, D. alpina und oleoides a) glandu- losa sich gegenseitig geographisch ausschlieBen. In der Verbreitungskarte habe ich in das Areal der D. alpina die Pyrenäen mit einbezogen, allerdings so, dass ich diese Begrenzung des Areals als fraglich hinstellte.

Frankreich?). Für die Auvergne, in der sich einige ansehnlich hohe Berge erheben, ist D. alpina in Gren. et Gopr., Flore de France auf- gezählt. Nach M. Le Frère H£niavp (Quelques mots sur le flore du Puy-de- Dóme comparée à celle du Cantal, Le Monde d. pl., p. 20 (1893)) kommt die Pflanze in der Auvergne nicht vor. Für das Departement Gard wird D. alpina in Dr Povzorz (Flore du Gard, 2, p. 270 (1856—1862) an- geführt. Im Departement Aveyron ist D. alpina auch vorhanden nach Bras (Catalogue des plantes vasculaires du Departement de l'Aveyron).

^; Die folgende Zusammenstellung der Literatur erfolgte zum Teil mit Hülfe einer brieflichen Mittheilung des Herrn Prof. Foucaup in Rochefort, Mitarbeiter an der gegen- wärtig erscheinenden »Flore de France o, dem ich hiemit für dieselbe bestens danke.

2) Zufolge einer brieflichen Mitteilung des Herrn Prof. Foucaup.

3) Die folgenden Bemerkungen verdanke ich zum Teil Herrn Prof. Foucaup.

emma?

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 49

Schweiz. In »Gremtr, Excursionsflora der Schweiz « ist angegeben, dass D. alpina in den Cantonen »Uri, Schwyz, Unterwalden, St. Gallen, Glarus und Appenzell« fehlt, was auch so ziemlich mit dem Verbreitungs- gebiet der alpina in der Schweiz, so weit ich dasselbe an Handen der Herbarien feststellen konnte, übereinstimmt.

Österreich-Ungarn. Kärnten. In »Pıcner und JaBorness, Flora von Kärnten« heißt es, dass D. alpina nördlich von der Drau nicht vor- komme; thatsächlich waren auch alle Herbarexemplare, welche ich von D. alpina aus Kärnten sah, aus den Gebieten südlich der Drau. Steier- mark. In »Mary, Flora styriaca« ist für D. alpina angeführt: Stadtwald bei Cilli und auf dem Wotschberg in Untersteiermark. Exemplare habe ich von dort nicht gesehen. Herr Prrıssmann in Graz, der die Flora von Steier- mark genau kennt, war so freundlich, mir mitzuteilen, dass auch er von Untersteiermark keine Exemplare gesehen habe und dass er gelegentlich seiner Excursionen in Untersteiermark (speciell auch bei Cilli und am Wotsehberg) D. alpina nicht gefunden habe. Es dürfte also wahrscheinlich in dem Gebiete die Pflanze nicht vertreten sein.

Subsectio II. Oleoides.

5. Daphne oleoides Schreber decad. A, p. 13, t. 7. Linn. mant. 4, p. 66.

Syn. ad a) glandulosa (Bertol. Amoen. ital. p. 356 pro sp.): D. glandulosa Spreng. Syst.2, p. 237. D. oleoides Schreb. B) jasminea Meisen, in De Cand. Prodr. XIV, 2, p. 534 (non Sibth, et Sm., Prodr. flor, graec. 4, p. 260, Floragraec.t. 358). D. jasminea Gris. Spic. 2, p. 324 (non Sibth. et Sm.). D. jasminea Heldr. in hb. (non Sibth. et Sm.). D. lucida Lois., Nouv. not. 47, Fl. gall. ed. 2, p. 280 t. 25. D. oleoides plur. auctor. D. alpina Sibth, et Sm., Prodr. flor. graec. 4, p. 264 (non L.). D. alpina Griseb. Spicil. 2, p. 324. D. alpina Spruner in hb. D. collina d'Urv. Enum. plant. in or. lect. (non Sm.). D. collina Kotschy in hb. (Iter cil.-kurd. 4, n. 280) (non Sm.). D. collina Friv. in hb. (non Sm). D. cretica Steud., Nomencl. 4, p. 483? D. oleoides f. glabrata sing. auct. in hb.

ad ei glandulosa (Bertol.), f. puberula (Jaub.etSp. Illustr. plant. orient. IV t. 305 pro var.): D. buxifolia Heldr., Sart., Orphan. in hb.

ad 8) brachyloba (Meissn. in De Cand. Prodr. XIV, 2, p. 534 pro var. a): D. sericea Kotschy in exsicc. »Iter cilic.-kurd. n. 437 e (non Vahl).

ad y)buxifolia (Vahl, Symb. 4, p. 29 pro specie): D. oleoides Schreb. «) brachy- lola Bourgeau PI. Arm. 1862 (non Meisen), D. oleoides Schreb. var. villosa Boiss. in hb. p, oleoides f. vestita Bornm in hb. (Plant. exs. Anat. orient.).

Fruticulus corymboso-ramosus, rarius dichotomo-ramosus, trunco erecto. Rami longi, plus minus stricti, saepius subvirgati, crassiusculi, teretes, sat laeves, puberuli vel dense-puberuli vel dense-tomentosi. Folia oblonge-spatulata usque ad spatulata, basi attenuata, acutiuscula, evenia, utrinque imprimis subtus albo-puncticulata, sessilia, utrinque adpresse-pilosa, demum praesertim supra fere glabra vel etiam adulta dense Puberula sive dense tomentosa, coriacea, sempervirentia, viridia, saepius glauca, rigida, Plus minus ramis arrecta, per totos ramos sparsa. Inflorescentia etiam ad baccarum maturitatem capituliformis. Capitula terminalia, ebracteata, 3—8 flora. Flores albi, sessiles, dense puberuli usque ad sericei vel dense-tomentosi. Receptaculum cyliadricum,

Botanische Jahrbücher. XXV. Bà. 4

50 K. v. Keissler.

mox inflatum (apice autem breve sub sepalis cylindricum), tarde deciduum. Sepala lanceolata, acuta, receptaculo vix dimidio breviora, plerumque receptaculum sub- aequantia vel ovata, acuta, receptaculo dimidio breviora vel ovata, obtusa, receptaculo triplo breviora. Ovarium adpresse-pilosum vel sericeum. Bacca oblonga, ovata, rubra.

Fruticulus ca. 50 cm altus. Folia magnitudine varia, 4,2—3 cm longa, 0,4—0,8 cm lata. Flores ca. 4,3—4,5 cm longi. Receptaculi diameter anthesi 0,1 cm, postea 0,2—0,3 cm.

«) glandulosa (Bertol. Amoen. ital. p. 356 pro specie).

Ramuli puberuli usque ad subglabri, laxe foliosi. Folia juniora utrinque adpresse- pilosa, adulta supra fere glabra, subtus sparse puberula, ca. 1,8 cm longa, ca. 0,6 cm lata. Capitula 3—5 flora. Flores puberuli. Sepala lanceolata, acuta, receptaculo dimidio breviora vel id subaequantia.

forma puberula (Jaub. et Spach, Illustr. plant. orient. IV. t. 305 pro var.). Ramuli subtomentosi. Folia etiam adulta utrinque subtomentosa. Flores subtomentosi. B) brachyloba (Meissn. in De Cand. Prodr. XIV, 2, p. 534 pro var. a).

Ramuli puberuli, dense foliosi. Folia juniora utrinque adpresse-pilosa, adulta supra fere glabra, subtus sparse puberula, ca. 4,3 cm longa, 0,3—0,4 cm lata. Capitula 5—8 flora. Flores sericei. Sepala ovata, cuspidato-acuta, receptaculo dimidio breviora.

y) buxifolia (Vahl, Symb. 4, p. 29 pro specie). Ramuli dense-tomentosi, dense foliosi. Folia etiam adulta utrinque dense-tomentosa,

ca. 4 cm longa, ca. 0,3 cm lata. Capitula 5—8 flora. Flores dense-tomentosi. Sepala ovata, obtusa, receptaculo triplo breviora.

Abbildungen. ad a) glandulosa: Reichb. Fl. germ. 44, t. 553!). ad a) glandulosa f. puberula: Jaub. et Spach, Illustr. plant. orient. IV, t. 305. Sibth. et Sm., Flora graeca t. 357 (als buxifolia). ad y) buxi- folia: Jaub. et Spach, Illustr. plant. orient. IV, t. 306.

Besprechung der Formen von D. oleoides Schreb. D. oleoides Schreb. ist eine Art-Bezeichnung, welche eigentlich als Sammelname für einen kleinen Formenkreis zu gelten hat, der sich in drei von einander getrennte Glieder nämlich a) glandulosa, 8) brachyloba und y) buxifolia auflösen lässt, welche man etwa als Varietäten auffassen kann. Die von mir als a) glandulosa bezeichnete Form wurde ursprünglich von BERTOLONI als selbständige Art hingestellt und Italien als Heimat derselben angegeben. Daher wird in diesem Land die Pflanze immer mit dem Namen D. glandulosa Bert. belegt. In Spanien, Griechenland und Kleinasien aber geht ganz die nämliche Pflanze entweder schlechthin und allgemein unter dem Namen oleoides Schreb. oder fälschlich als jasminea Sibth. et Sm., ebenso wie als oleoides Schreb. B) jasminea (Sibth. et Sm. pr. specie) Meissn. Am richtigsten ist es, für die Pflanze den Namen glandulosa zu wühlen; die Begründung hiefür wird in einem späteren Abschnitt folgen?).

Von den Formen der D. oleoides wurde ß) brachyloba von MEISSNER schon von vornherein unter oleoides und zwar als Varietät a) subsumirt ; y) buxifolia ist ursprünglich von VanL als Art beschrieben worden, doch

1) Daselbst ist auch ein einzelnes Blatt bei Lupenvergrößerung abgebildet, an

dem sehr hübsch die weisse Punktierung zum Ausdruck gebracht ist (vgl. hierüber p. 34). 2) Vgl. p. 39.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 51

scheint es mir, wie sich sodann zeigen wird, dass sich diese Art nicht gut aufrecht erhalten lasse, wesbalb ich dieselbe als Varietät bei oleoides anführe. Dass ich brachyloba als B), nicht, wie es Meissner that, als a) citire, die Varietät ß) jasminea Meisen, aber als a) [unter dem geänderten und richtigen Namen glandulosa] anführe, findet darin seine Begrün- dung, dass erstens glandulosa die häufigere Form ist und das größte Ver- breitungsgebiet inne hat, dass zweitens brachyloba und buxifolia einander näher stehen als glandulosa einer jeden von ihnen und daher brachy- loba und buxifolia wohl am besten an einander gereiht werden sollen, was aber, wenn brachyloba als erste Varietät citirt würde, nicht gut ginge, nachdem dann D) glandulosa zwischen brachyloba und buxifolia zu stehen käme, andernfalls man aber glandulosa doch nicht als letzte Form auf- zählen kann, während sie eigentlich die wichtigste von allen dreien ist.

Schon habituell weicht a) glandulosa insofern von den beiden anderen Varietäten 9) brachyloba und y) buxifolia, die im Habitus einander sehr gleichen, ab, als sie größere und locker gestellte Laubblätter besitzt. Im übrigen sind die Blütenköpfchen derselben armblütig (aus 3—5 Blüten zusammengesetzt, während diejenigen der beiden anderen Formen 5—8 Blüten enthalten). Außerdem ist die Gestalt der Kelchblätter bei a) glandu- losa lancettlich, bei den zwei anderen aber eifórmig. In der Lünge der- selben kommen sich a) glandulosa und 8) brachyloba ungefähr gleich Dis mal kürzer als das Receptaeulum); nur sind bei der ersteren háufig die Kelch- blätter fast so lang als das Receptaculum. Bei y) buxifolia dagegen sind die Kelchblätter bedeutend kürzer Di der Länge des Receptaculums).

Was die Art der Behaarung an Ästen, Blättern und Blüten anbelangt, so Stimmt darin a) glandulosa nahezu mit B) brachyloba überein, weicht aber darin ab, dass die Äste häufig fast kahl werden, die Blüten flaumig be- haart sind (bei B) brachyloba seidig). Auch die Blätter werden bei a) glan- dulosa manchmal fast ganz kahl. Eben diese an den Ästen und Blättern fast ganz kahle Form hat seinerzeit Veranlassung zur Aufstellung der D. lucida gegeben; y) buxifolia ist unter den drei Varietäten die stärkst behaarte, denn Äste, Blätter und Blüten zeigen bei dieser eine dicht zottige Bedeckung, die auch im Alter nicht verloren geht.

Neben der schwach behaarten Form der a) glandulosa giebt es aber auch noch eine stärker behaarte, wie dies in ganz ähnlicher Weise bei d brachyloba zu constatieren ist. Bei diesen beiden Formen mit diehterem Haarkleid sind die Äste, die Blätter (selbst im herangewachsenen Zustande) und die Blüten fast zottig behaart. Es haben nun seinerzeit JAUBERT und Seaca in den »Illustr. plant. orient.« eine var. puberula der oleoides be- schrieben. Dieses Werk erschien noch vor der Bearbeitung der Thyme- laeaceen in Dr CawpoLLEs Prodromus, also noch bevor Meissner die Art oleoides in die beiden Varietäten a) brachyloba Meissn. und H jasminea

Meissn. [= a) glandulosa (Bertol. pro sp.)] gespalten hatte. In der Diagnose A

59 K. v. Keissler.

der puberula sind nun 2 Formen von Kelchblättern angegeben, von denen die eine auf brachyloba, die andere auf glandulosa (— Q) jasminea Meissn.) passen. Die Abbildung der puberula jedoch stimmt in der Stellung und Größe der Blätter, namentlich aber in der Gestalt der Kelchblätter ganz mit glandulosa überein. Mit Rücksicht auf diese Umstände glaube ich, dass es nicht unriehtig sei, wenn ich die var. puberula Jaub. et Sp. zu glan- dulosa allein als f. puberula (Jaub. et Spach.) ziehe, und zwar auch schon deshalb, weil die stärker behaarte Form der glandulosa morphologisch, wie geographisch einen mehr ausgeprägten Typus bildet. Ich bemerke hier nämlich, dass die behaarte Form der glandulosa noch immer von der zottig behaarten buxifolia durch die Größe und Stellung der Blätter und durch die wesentlich andere Ausbildungsweise der Kelchblätter gut verschieden ist, brachyloba aber in der behaarten Form der buxifolia sehr ähnlich wird und nur durch die spitzen und etwas längeren Kelchblätter von derselben abweicht. Ferner hebe ich hervor, dass die behaarte Form der glandulosa nicht ebenso weit, wie die typische glandulosa verbreitet, sondern nur auf einen Teil des Areales derselben beschränkt ist, während bei brachyloba die typische und die behaarte Form in ihrer Verbreitung sich völlig decken.

Die behaarte Form der ß) brachyloba speciell zu benennen, erachte ich nach dem, was eben über die Anlehnung derselben an y) buxifolia und über die Gleichheit der Verbreitung derselben mit der typischen brachyloba gesagt wurde, für überflüssig und wollte ich einfach nur auf dieselben auf- merksam machen.

Was endlich noch die Beziehungen von B) brachyloba und y) buxifolia zu einander betrifft, so stimmen dieselben, wie schon bemerkt, in der Größe und dichten Stellung der Blätter mit einander überein. Die Kelch- blätter, bei einer jeden von ihnen wohl von eifórmigem Umriss, sind jedoch bei der ersteren zugespitzt-spitzig, um die Hülfte kürzer als das Re- ceptaculum, bei der letzteren stumpf, um ein Drittel kürzer als das Re- ceptaculum. Dazu treten sodann noch die bei einem früheren Anlasse an- geführten Differenzen in der Behaarung, die sich allerdings bei der von der typischen brachyloba abweichenden behaarten Form derselben mehr oder minder verwischen. Dass es mit Bezug auf die nahe Verwandtschaft der buxifolia zu den Varietäten a) und f) nicht gut möglich ist, dieselbe als Art neben oleoides bestehen zu lassen, wie es noch Meissner in seiner Be- arbeitung der Thymelaeaceen that, erscheint wohl einleuchtend.

Übergangsformen zwischen D.oleoides Schreb. a) glandulosa (Bert.) und D. alpina L. nebst Bemerkungen über die Unterscheidung von oleoides und alpina. D. oleoides und D. alpina vergegenwärtigen zwei Arten, welche im allgemeinen durch eine Anzahl von Merkmalen von ein- ander zu trennen sind, wie schon die Einstellung derselben in verschiedene Subsectionen beweist. llievon ist namentlich geltend zu machen, dass

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 53

D. oleoides, als Gesamtbegriff genommen, lederige, ausdauernde, weiß- punktierte Blätter besitzt, während bei alpina die Blätter krautig, einjährig und nicht weiß-punktiert sind. Diese Merkmale allein genügen schon völlig zur Unterscheidung, besonders bei den Varietäten D) brachyloba und y) buxi- folia, die auch räumlich, wovon später noch die Rede sein wirdt), voll- kommen von alpina isoliert sind. Bei a) glandulosa aber verhält sich die Sache einigermaßen anders. Das Areal, das dieselbe bewohnt, deckt sich allerdings nicht mit dem von alpina, aber an drei Stellen, nämlich im Norden von Spanien, von Italien und der Balkanhalbinsel !) stößt dasselbe an das der alpina an; und eben an diesen Stellen ergiebt sich die bemer- kenswerte Thatsache, dass nämlich, während dort, wo alpina und a) glan- dulosa entfernt von diesen Berührungspunkten ihrer Areale auftreten, ganz gut von einander verschieden sind und keine Anklänge der einen zu der anderen bestehen, an denjenigen Stellen, wo die Areale beider sich be- rühren, deutliche Übergangsformen der alpina zu a) glandulosa einerseits, der a) glandulosa zu alpina anderseits zu constatieren sind, und dass daselbst jene sonst geltenden unterscheidenden Merkmale zwischen den beiden Pflanzen, sowie sie in der folgenden Tabelle enthalten sind, ihre Stichhältigkeit mehr oder minder verlieren).

alpına L.

Stamm reichlich geteilt.

Áste kurz, gebogen, dick, mit rauher Oberfläche.

Blätter krautig, einjährig, läng- lich verkehrt-eiförmig oder lan- cettlich, stumpf oder zugespitzt, beiderseits angedrückt-flau- mig behaart, n i cht weiß-punktiert.

Blüten zu 5—8.

Receptaculum gegen die Fruchtzeit bauchig erweitert ohne aufge- setzten Hals.

Kelchblätter lancettlich, spitz oder eifürmig, spitz, um die Hälfte oder mehr als die Hälfte kürzer als das Receptaculum.

——

oleoides Schreb. a) glandulosa (Bert.).

Stamm mäßig geteilt.

Äste lang, annähernd gerade, mäßig dick, glatt.

Blätter lederig, ausdauernd, länglich spatelförmig, etwas spitz, oben kahl, unten schwach ab- stehend-flaumig behaart, weiß- punktiert.

Blüten zu 3—5.

Receptaculum gegen die Fruchtzeit bauchig erweitert mit aufge- setztem Hals.

Kelchblätter lanzettlich, spitz, länger als das halbe Receptaculum oder diesem an Länge gleichkommend.

8 !) Vgl. hierüber den Abschnitt über die Verbreitungsverhältnisse der oleoides, so- ie auch die beigegebene Verbreitungskarte (Tafel I). | 2) Eine ganz analoge Thatsache hat Fritsch rücksichtlich des Orobus occidentalis

Soe Mey.) und laevigatus W. K. constatiert. Vgl. hierüber dessen Arbeit »Über

kais. A robus-Arten und ihre geographische Verbreitung. Ser. I. Lutei« (Sitzungsber. d.

und die Y d. W iss. Wien, mathem.-naturw. Classe Bd. CIV Abth. I Mai 1893) p. 25 s.s. erbreitungskarte.

54 K. v. Keissler.

Leider ist das Material von alpina und oleoides a) glandulosa, das man gerade aus denjenigen Gegenden, wo die Übergangsformen auftreten, in den Herbarien antrifft, nieht allzu reichlich, während aus anderen Teilen des Areales beider viel mehr vorliegt. Sonst kónnte man wahrscheinlich eine vollständige Kette von Zwischenformen von der einen zur anderen Art feststellen. Im Norden von Spanien als einem der Berührungspunkte der Areale liegen die Verhältnisse besonders ungünstig. Der südliehste Standort der alpina, den ich mit Hülfe des Herbarmateriales ermitteln konnte, liegt in Frankreich und zwar in dem nórdlichen Teil des Departements Aude bei Alzonne (in der Nähe des Canal du Midi), also ungefähr einen Breitegrad nördlich von den Pyrenäen. Der nórdlichste Standort der oleoides o) glan- dulosa!) befindet sich in Spanien in der Sierra Mariola (Provinz Valencia), beiläufig zwei Breitegrade südlich von den Pyrenäen. Wohl wird alpina von dem einen oder andern Autor, in letzter Zeit namentlich von WILLKOMM für die Pyrenäen!) angegeben. Ich selbst habe keine Belege für die Pyrenäen zu Gesicht bekommen und so konnte ich auch Übergangsformen der alpina für dieses Gebiet nicht feststellen. Wohl aber kann ich mich auf Formen der glandulosa aus der Provinz Valencia berufen, die eine deutliche Neigung gegen alpina aufzuweisen haben.

Ich führe nunmehr genauer umgrenzt die Gebiete an, in welchen die Übergangsformen auftreten, und setze gleichzeitig die bezüglichen Herbar- exemplare, welche eben als Übergangsformen aufzufassen sind, bei.

In der Verbreitungskarte (Taf. I.) sind die betreffenden Gebiete durch Schraffirung markiert. Was das nördliche Spanien anbelangt, so habe ich die Pyrenäen in das Areal der alpina einbezogen, was annähernd richtig sein dürfte. Da nur in den südlichen Teilen der Provinz Valencia Über- gangsformen der oleoides a) glandulosa zu alpina vorkommen, so kann man annehmen, dass sieh das Gebiet der Übergangsformen zwischen beiden

Arten ungefähr vom Südfuß der Pyrenäen bis in den Süden von Valencia erstrecke. l

I) Übergangsformen der alpina L. zu oleoides Schreb. a) glan- dulosa (Bert.)?): Balkanhalbinsel. Südöstliches Bosnien. Hercegovina. Südliches und südwestliches Serbien. Montenegro. Italien. Apua- nischer Apennin. Spanien. Catalonien? Aragonien?

Specimina visa:

Balkanhalbinsel. Bosnien und Hercegovina. Auf Felsen um Sarajevo, 6—800 m (Beck: Plantae Bosniae et Hercegovinae exsicc. n. 43; leg. Beck 4885) hb. U.,

hb. P.; Bjelagora (PANTOCZEK, Iter herceg.-crnaegor. 1872) hb. B.; Glogovo planina bei Jablanica, Hercegovina, 4400 m (Franz FraLa, Flora bosniaca 1893) hb. U. Mon- tenegro, Jablan Voynik vrh (Barpacci, Flora exsicc. Crnaegorae) hb. B. Serbien.

Užice (Pancıc 1868) hb, RB: Drina Debeli, Süd-Serbien (leg. PANcIC) hb, B,

!) Vgl. hierüber das Capitel über die Verbreitung, 2) Vg!. Tafel I,

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 55

Italien, Cintura del Procinto, Apuanische Alpen (Sr. SowwiEn, Pl. in Etruriae lectae 4893) hb, F.; Passo Borghete nahe d, Berge Gibellini (Univ. Perugio) hb, H.

2) Übergangsformen der oleoides Schreb. a) glandulosa (Bert.) zu alpina): Balkanhalbinsel. Montenegro. Italien: Von der Südgrenze der Provinz Rom und der Abruzzen bis in den Apuanischen Apennin. Spanien. Provinz Valencia.

Specimina visa:

Balkanhalbinsel, Montenegro. Berg Veliki Maylié ober Katuni, Distr. Kuci

(Bauvaccı, Flora exsicc. Crnaegorae) hb. B. Italien, Carnagone, Apuanische Alpen (leg, Targioni, hb, Targioni) hb, F.;

Mt, Cavallo, Apuanische Alpen (Sommier, Pl, in Etrur, lectae) hb. B.; Busana lungo la solita del Ventasso, Apennin, Reggio (GrsELLI, Pl, Ital, super.) hb. F.; Mt, Viglio, Prov, Rom (leg, FicETTINO; hb, Regni horti Rom.) hb, F.; Mittel-Italien: Abruzzen, auf Felsen

d. Mt, Majella, Kalkboden 3— 7000’ (Porta et Rico, Ex itin, ital, II, 4875, n, 19) bb, K,; auf Felsen in den Abruzzen (H. Groves, Flora italica) hb. F.; Mt. Majella, Abruzzen (leg. Levier) hb. F.

Spanien. Sierra Mariola bei Aliva (leg. Boissier et Reuter) hb. B.; an felsigen Stellen der Sierra Mariola, auf Kalkboden 4000—4500’, Prov. Valencia (Porta et Rico, Iter. II. hispan. 4891, n. 773 [475]) hb. U.; Valencia, Sierra Mariola, in Felsspalten auf Kalk 1500—2000 m (Porta et Rıco, Iter II. hispan. 1890, n. 351) hb, U.

Über die Abgrenzung der oleoides Schreb. von den im Folgenden zu behandelnden Arten, wie jasminea Sibth. et Sm., Stapfii etc. vgl. bei diesen selbst.

Zur Synonymie. Über die Berechtigung dafür, die Varietät a) als glandulosa (Bertol. pro specie) und nicht als jasminea (Sibth. et Smith pro specie) Meisen, zu bezeichnen, siehe bei jasminea Sibth. et Sm., welche Art nach oleoides zur Besprechung gelangt.

Standort: Subalpine Region (in Wäldern) und Alpine Region.

Geographische Verbreitung‘):

Europa. Spanien: Südost- und Ostküste (Provinz Granada, Murcia). Corsica. Sardinien. Sicilien. Italien: bis gegen den apuanischen Apennin. Balkanhalbinsel: Albanien, Macedonien, Griechenland sammt den zugehürigen Inseln. Creta.

Asien. Klein-Asien sammt den zugehörigen Inseln (Cypern). Armenien? Syrien.

Afrika. Algerien.

a) glandulosa (Bert.). Das Areal derselben deckt sich mit demjenigen der Gesamtart oleoides (s. d. obige). f. puberula (Vahl). Europa. Balkanhalbinsel: Griechenland (namentlich im Be-

—— ——

1) Vgl. Tafel I. Über die Verbreitung der Übergangsformen der a) glandulosa zu alpina vgl. oben,

56 K. v. Keissler.

reiche des Olymp, Pindus, Parnass, Ziria, Taygetus) sammt den zugehörigen Inseln an der Ostküste (besonders Euboea). Creta. Asien. Klein-Asien sammt den zugehörigen Inseln (Cypern). Armenien? Syrien. ß) brachyloba (Meissn.). Europa. Kreta. Asien. Klein-Asien sammt den zugehörigen Inseln (Cypern?). x) buxifolia (Vahl).

Asien. Klein-Asien: Nordküste, im Westen bis zum Flusse Jeschil Irmak, im Süden bis zum Murad-su (d. i. östl. Euphrat). Arme- nien.

Specimina visa:

a) glandulosa (Bertol.).

Europa. Spanien. Sierra Nevada, an buschigen, schattigen Stellen des Mt. Dornaio auf Kalkboden, 1700—4900 m (Hurter, Porta, Rico, ex itin. hispan. 4879 n. 390) hb. U., hb. P., hb. Z.; Sierra Nevada, alt. 4000—5000’ (E. Boıssıer, 4837, hb. E. Boissier) hb. M., hb. F.; Sierra Nevada, Spitze des Mt. Dornaio (HAckeL, It. hispan.-lusit. 1876) hb. M.; Sierra de Segura (Bounckav, Pl. d'Espagne, 1850, n. 865) hb. B.; Provinz Jaén (4849) hb. F.; Provinz Valencia, auf Felsen der Sierra Mariola, Kalkboden (Porta et RIGO, Iter. III. hisp. 1894, n. 773) hb. U., hb. M.; Sierra de Scopamène bei Sartène (RevEn- con, Pl. d'Esp. 4879) hb Mtp.

Corsica, Sartene (REvEnCHON, Pl. de Corse 4879) hb. U.; Serra di Scopamène, auf Granit (Er. RevERCBON, Pl. de Corse 1878) hb. P.; Corsica (leg. Tuomas) hb. M.

Sardinien. Genargentu (MÜLLER, Unio itin. 4827) hb. Kk.; Sardinia (leg. TENonE) hb. P.; Sardinien (leg. Morris) hb. M.

Sicilien. Mt. Scalone oberhalb Polizzi (StrosL, Flora Nebrod.) hb. K.; Ne- broden, Piana dei Favari (H. pe PaviLLoN, Pl, siculae) hb. M.; auf Kalkfelsen des Mt. Madonie (Topano, Fl. sic. exs., leg. Citarda) hb. Mtp.; Madonie (leg. TopAno) hb. Kk.; Sicilien (leg. GasPARINI) hb. M.

Italien. Auf Alpenweiden des vall, Canella (H. pe PaviLLON, Pl. Neapolit. n. 425) hb. M.1); Velino (Levier, Pl, Neapolit.) hb. B.1); Mt. Majellae, Abruzzen (Levier, Pl. Neapolit.) hb. U.?; auf Felsen des Mt. Amari Majellae (Grove, Flor. ital.) hb. Z.; an felsigen Stellen des Mt. Majellae (Porta et Rico, Ex itin. I. ital.) hb. Z.!); Mt. Majellae, Abruzzen, Mittel-Italien (Porta et Rico, Ex itin. I. ital.) hb, K., hb. P., hb. MI: Praetutium, Abruzzen, Mt. Majellae (Hurter, Porta et Rıco, Iter, III. ital. n. 517) hb. VD: Mt. Viglio, Prov, Rom (leg. Dora, hb, Rr. Horti Rom.) hb. Ei.

Europäische Türkei, Scardus, Ljubitru, Albanien (DónrLEn, It, turcicum 4890)

hb. U.; auf Alpenmatten des Berges Stogo (Acroceraunien) 4800 m (Barpacci, Iter albanicum 4892) hb. U.; Südl. Macedonien, 1842 (leg. GaiskBACu) hb. B.; Athos coll. Fatvarpsky, hb, K.; -— Athos (FrIEDRICHSTHAL, Hb. macedonicum n. 1330) hb. M.;

Olymp (leg. SisrHuonr) hb. M.

Griechenland. Agrapha: Pindus, Berg Karáva (HELDREICH, Iter quart. per Thessaliam) hb. M.; Agrapha: in der Alpenregion des Berges Gowella (HAUSSKNECHT,

Iter graecum 4885) hb. M.; Pindus, Berg Tringia oberhalb des Dorfes Kastanea, Thessalien (leg. Harrı) hb. H.; Pelion, Thessalien (hb. HELpnEICH) hb. H.; Velugo in Atolien hb. M.; auf dem Parnass (Dr HeLpakıch, Flora graeca exs., leg. Guiccardi)

4) Auf dem betreffenden Herbarbogen liegen mehrere Exemplare, einige ent- sprechen der typischen glandulosa, andere bilden schon Übergangsformen zu alpina.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 51

hb. Z.; Berg Kyllene, Achaia (OneHAwipEs, Flora graeca exs.) hb. U.; Berg Ziria in Kyllene (OnPHANIDES, Flora graeca exs.) hb. M.; an felsigen Stellen in der oberen Region des Taygetos (DE HkLpnEicu, 4844) hb. M.; Berg Delphi, Euboea (PicHLER, Plantae graecae exs. n. 76) hb. K.; Berg Dirphye (Delphi) Euboea (HerpnEicu, Plantae exsic. Florae Hellenicae 1876, als jasminea Sibth. et Smith) hb. Z. ; Delphi in Euboea (SPRUNER, Ex flora graeca, als alpina) hb. B.

Creta. Alpine Region des Hayros Theodoros (SrnErrzENHOFER, lter creticum 4882) hb. Z.; Lakousgebirge (EL. RevErcHon, Pl. de Crète, n. 454; 4883) hb. P.; am Fuße des Berges Psiloriti (Ida) (leg. FrıvaLpsky) hb. M.!; Dicta-Berg (leg. SiEsER) hb. P., hb. M.; Piano-Berg (hb. Autheman) hb. H.

Asien. Klein-Asien. Olymp, Bithynien (Pıcnter, Plantae exsicc. Flor. rum. et bith.) hb. K.; Olymp, Bithynien (CLEMENTI) hb. U.; Olymp bei Brussa (PicarEn, Pl. exs. n. 73) hb. K.; Loka-Berg, Ida (Sıntenis, Iter trojanum 4883) hb. H.; Gusguta- Thal (Korscuy, Iter cilic. in Tauri alpes Bulgar-Dagh 4, 280, als collina Sm.) hb. M.; an felsigen Stellen des Beryt-Dagh (HausskwEcnrT, Iter syriac.-armen. 1865) hb. M.; bei dem Dorfe Tschomakli auf dem Argaeus (Korscuy, Iter cilicico-kurd. 1832, Suppl. n. 284) hb. M.; Argaeus-Berg, Cappadocien (leg. BALANsA 1856) hb. B.; Agdagh bei Amasia (MaNissADUAN, Pl. orient. n. 363) hb. B.; Aglassan-Dagh (leg. HripEn) hb. U.; galatischer Meerbusen, auf dem Sana-Dagh (BomwwürLEm, Plantae Anatol. orient. n. 2874) hb. M.

Syrien. Bei Cedretum und Bscherre (leg. EnnENBERG) hb. M.; im Libanon bei Bscherre und Cedretum, bei dem Dorfe Eden (Korscny, Iter syriac. 1835) hb. M.; Gipfel des Libanon (leg. GAILLARDAT) hb. B. ; Syrien, Antilibanon (a. 1846) hb. B.

Afrika. Algier. Auf Kalkfelsen, Spitze des Berges Tababor, Kabylie orient. (Knarix, Pl. Alger. sel.) hb. M.; Djebel Baruh, Cim Zehalteh (leg. BALL) hb. B.

a) glandulosa (Bert.) f. puberula (Jaub. et Spach).

Europa. Griechenland. In der mittl. Region des Berges Tsumerka ober dem Dorfe Vulgarelion, 4500 m, auf Kalkboden (Haracsy, Iter graec. secund. a.1893) hb. U.; in der alpinen Region des Olymp, Thessalien (hb, de Heldreich, als buxifolia Flor. graec.) hb. M., hb. B.; Berg Oeta, Phthiotis (HELpn. Pl. Graec. septemtr. 4879) hb. Kk., hb. U.; Parnass (Haracsy, Iter graec. a. 4888) hb. U.; Parnass (Dr Hetnngncn, hb. Graec. normale) hb. Kk., hb. M.; Parnass (leg. Sarrorı, als buxifolia Sibth.) hb. M.; Berg Delphi, Euboea (hb. Pittoni) hb. M.; Berg Ziria in Kyllene im Pelop. (OnenaxipEs, Flora graeca exsicc. als buzifolia Sm.) hb. M.; Berg Kione, Doris (Haracsy, Iter graec. a. 1888) hb. U.; Taygetos, Laconien (Reliqu. Onpnax. cur. HELDR. em. 1846) hb. U.

Asien. Klein-Asien. Taurus (Korscuv, Iter cilicico-kurd. 4836, n. 424, 425, 437) hb. M.; Taurus (hb. Simony, als sericea Vahl) hb. U.; an Felsen des Beryt- Dagh, Cataonien (HausskNECHT, lter syr.-arm. 1865) hb. M.2); galatischer Meerbusen, auf dem Sana-Dagh (BORNMÜLLER, Plantae Anat. orient. n. 2874) hb. B.2); Amasia, Ag- dagh (Bonten, Plantae Anat. orient. 4889) hb. U.

Syrien. Libanon, oberhalb von Cedretum, Syrien (leg. Boissier 1846) bb. B.

8) brachyloba (Meissn.)3). Europa, Creta: Berg Dicta leg. Sırser) hb. M.

!) Als D. cretica Steudel, Nomencl. botan. bezeichnet.

3) Neben der typischen oa) glandulosa liegen auch Exemplare, die der f. puberula Zuzurechnen sind.

3) Diejenigen Exemplare, welche der stärker behaarten Form der f) brachy- loba zugehören, sind in dem Verzeichnis mit einem Kreuz (f) versehen.

58 K. v. Keissler.

Asien. Klein-Asien. Taurus (Korscny, Iter cilicico-kurdicum 1836, n. 4241) hb. M. ; —4 id. n. 437 (als sericea Vahl) hb. M.; + Alpine Region des Taurus, oberhalb von Boulgarmeden (BALANsa, Plantes d'Orient, 4855, n. 717, als var. villosa Boissier in hb.) hb. M., hb. B.; t Tmolus und Olymp (hb. E. Boissier) hb. Z.; Olymp, Bithy- nien (PicurEn, Plantae exs. Flor. rum, et bithyn.) hb. K.2); Kicildagh (leg. TCHIHATSCHEFF) hb. B. + Amasia: Agdagh (BonNwürLEm, Plantae exs. Anatol. orient. n. 840) hb. M.; Anatolien (leg. WIEDEMANN, Ex hb. horti Petropol.) hb. U.

y) buxifolia (Vahl).

Kleinasien. Karamas-Dagh bei Caesaria, Cappadocien (leg. Baransa, 4856) hb. B.; Amasia: Agdagh (BornmüLLer, Plantae exs. Anat. orient. n. 840) hb, M.?).

Armenien. Egin bei Kainardagh (SiNrENIs, Iter orient. 4869) hb. Kk.; auf Bergen zwischen Erzeroum und Ispir, Prov. Havo, Armenien (Huer de Pavillon, Plantae orient. exs.) hb. M.; auf buschigen Hügeln bei Gumuschkhane (BouncEav, Plantae Armen., 4862) hb. M.; in der Nähe von Cacos 6500’, bei Tortum, Armenien (Huer de PaviLLON, Plantae orient. exs.) hb. F.

Einige kritische Bemerkungen zur Verbreitung. In UNGER und Korscnv »Die Insel Cypern« ist oleoides Schreb. (ohne Angabe, welche Varietät derselben) für Cypern aufgezählt. Nachdem an der Südküste von Kleinasien sowohl œ) glandulosa als BI brachyloba wächst, dürften auf Cypern wahrscheinlich auch alle beide vorhanden sein. Im Dx CANDOLLE ist bei glandulosa (oder wie sie dort heißt ß) jasminea) das Citat »in Hima- laya boreali-occid. alt. 5000—7 000 ped. (Tnowsow!)«, das sich auch in späteren Werken wiederholt, wie Boissier, » Flora orientalis«. Was THowsoN im Himalaya sammelte, ist jedoch, wie ich mich überzeugen konnte, D. angustifolia C. Koch var. mucronata (Royle). Teumarscugrr in seinem Werk »Asie mineure« giebt an »D. oleoides Schreb. in agro Byzantino «. Dieser Standort scheint mir zweifelhaft. Wohl kommt oleoides in den Varietäten a) und 8) an der Nordwestküste von Kleinasien vor, aber aus der Gegend von Constantinopel selbst waren mir keine Belege zur Hand; es dürfte wahrscheinlich oleoides in Rumelien überhaupt ganz fehlen. Die Angabe in Berroronı, Flora italica IV, p. 337, »D. glandulosa Bert. ex Tyroli italico a Prof. Naccarıo«, die in Hausmann »Flora von Tirol« wieder- kehrt, beruht auf einer Verwechslung mit alpina. Zum Schlusse möchte ich noch bemerken, dass jene Pflanze, welche ich als oleoides Schreb. a) glandulosa (Bert.) bezeichnet habe, in verschiedenen Ländern unter ver- schiedenen Namen geht, als ob es sich um von einander abweichende Formen handeln würde. So wird dieselbe aus Spanien meist als oleoides Schreb. 8) jasminea Meissn. bezeichnet, aus Griechenland entweder als oleoides Schreb. schlechtweg oder als jasminea Sibth. et Sm., aus Corsica

1) Neben a) glandulosa liegen auch Exemplare von $) brachyloba vor.

2) Neben 8) brachyloba erscheinen auch Exemplare, die der var. el glandulosa zu- zuzählen sind, daher erscheint der nämliche Fundort aus einer und derselben Collection sowohl bei «) als auch bei 8) angeführt.

3) Auf demselben Bogen liegen Exemplare der stärker behaarten von Form f) brachyloba und Exemplare von y) buzifolia auf.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 59

als lucida Loisel. (weil dies die Heimat ist, die LoiseLeur für seine D. lucida angiebt), endlich als D. glandulosa Bert. in Malien; auffallend an den Exemplaren aus Corsica und ltalien ist nur das eine, dass dieselben meist fast ganz kahl sind. D. oleoides Schreb. a) glandulosa (Bert.) f. puberula (Vahl) wird in Griechenland meist buxifolia genannt, was natürlich unrichtig ist.

6. Daphne jasminea Sibth. et Smith, Prodr. flor. graec. I, p. 260, flor. graec. t. 358.

Syn. D. microphylla Meisen. in De Cand. Prodr. XIV, 2, p. 533. D: microphylla B) angustifolia Meissn. ibidem. D. jasminoides (Fl. graec. vera!) Heldr. in hb.

Fruticulus nanus trunco decumbenti vel adscendenti, brevi, crasso, depresso, ramosissimo. Rami et ramuli numerosi, brevissimi, tortuosi, subdepressi, crassiusculi, cicatricibus foliorum tuberculati, demum subspinescentes, glabri, cortice cinereo. Folia parva, oblonge-obovata, basi cuneata, mucronulata, evenia, inprimis subtus albo-puncti- culata, brevissime petiolata, glabra, coriacea, sempervirentia, glauca, patula, ad apicem ramulorum rosulata. Flores 2, terminales, sessiles, pulchre purpurascentes (sepala Supra alba), pilis parvis parce puberuli vel glabri, ebracteatit). Receptaculum cylin- dricum, tenue, tarde deciduum. Sepala ovata, acuta, receptaculo, dimidio breviora. Ovarium glabrum.

Fruticulus usque ad 30 cm altus. Folia ca. 0,8 cm longa, 0,15—0,5 cm lata. Flores ca. 4,3 cm longi. Receptaculi diameter 0,05 cm.

Abbildung. Sibth. et Smith, Flora graeca t. 358.

Zur Nomenclatur. Unterscheidung von verwandten Arten. D. jasminea Sibth. et Sm. ist eine hoch interessante Pflanze, die nur an wenigen Stellen in Griechenland bisher angetroffen wurde. SIBTHORP und Sam haben in ihrem »Prodromus Flor. graec.«, getrennt von oleoides, die- selbe folgendermaßen diagnosticirt :

Floribus geminis, terminalibus, sessilibus, nudiusculis, foliis spatulatis glabris, caule ramosissimo depresso.

Mit der Beifügung:

In Parnasso et Delphi montibus. Habitus Salicis retusae Linnaei.

Später wurde D. jasminea von den beiden genannten Autoren in dem kostbaren Bilderwerk »Flora graeca«, das bekanntlich nur in wenigen Exemplaren verbreitet ist, abgebildet und mit einer ausführlichen Diagnose versehen.

Schon die allerdings recht kurze Beschreibung der jasminea im »Prodrom. Flor. graec.« kann wohl hinlänglich klar machen, dass diese Pflanze mit oleoides (speciell mit a) glandulosa (Bert.), die ja allein in Griechenland vorkommt, während die beiden anderen Varietäten daselbst fehlen) nichts zu thun habe und eine von derselben vollkommen differente Art sei. Vollends aber wird man sich, wenn man die ausführliche Diagnose

4) In der Original-Diagnose von Sıpruorp und Swiru steht zwar » Bracteae parvae, subulatae, glabrae«; an den von mir gesehenen Herbarexemplaren waren aber niemals Bracteen zu bemerken.

60 K. v. Keissler.

in der »Flora graeca« durchliest und die Abbildung hiezu vergleicht, davon überzeugen, dass D. jasminea eine gute Art sei.

Dieselbe macht in der That, wie ich auch an mehreren Herbarexem- plaren sehen konnte, habituel! den Eindruck einer Salix retusa. Sie ist mit einem mehr oder minder niederliegenden, zusammengedrückten, un- gemein reichlich geteilten Stamm versehen, die Äste sind sehr kurz, dick, hin und her gewunden, mit zahlreichen Blattnarben bedeckt, kahl, durchwegs Eigenschaften, die der oleoides nicht zukommen. Ferner sind die Laubblätter der jasminea in dichten Rosetten am Ende der kurzen Äste zusammengedrängt, haben eine stachelige Spitze, einen wenn auch kurzen Blattstiel und entbehren jeder Behaarung; dazu erreichen dieselben eine nur geringe Größe, wie die vorangeschickte Diagnose lehrt, während bei oleoides die Blätter wesentlich größer werden. Endlich stehen die Blüten stets nur zu zweien beisammen und sind sehr sch wach behaart oder ganz kahl.

Trotz dieser vorzüglichen Unterschiede von oleoides, speciell von a) glan- dulosa wurde jasminea Sibth. et Sm. von Meissner gelegentlich seiner Be- arbeitung der Thymelaeaceen in Dr Canvorıe's Prodromus falsch aufgefasst. MzissNER stellt nämlich, wie schon einmal bemerkt, bei oleoides eine Varietät a) brachyloba, welche ich aus früher erörterten Gründen als B) bezeichnete, und eine Varietät B) jasminea Meissn. auf, zu welcher er als Synonym D. jasminea Sibth. et Sm. pro specie citiert. Aus der beigefügten Be- schreibung dieser Varietät und den aufgeführten Belegexemplaren ist jedoch zu ersehen, dass jasminea Meisen. absolut nicht identisch mit jasminea Sibth. et Smith, dass dieselbe vielmehr jene Varietät der oleoides sei, die sich vor brachyloba und buxifolia lediglich nur durch »lancettliche Kelch- blätter, fast so lang als das Receptaculum« auszeichnet, und welche ich glandulosa (Bert.) nannte.

Dafür beschrieb aber Meıssner jene Pflanze, die eben Sisruonp und Smith unter ihrer jJasminea gemeint haben, in dem Glauben, dass dieselbe neu sei, als microphylla. Meissner muss offenbar die Beschreibung und Abbildung in der »Flora graeca« nicht gesehen haben, denn sonst wäre ein

derartiger Irrthum nicht gut denkbar, worauf auch Boıssırr in seiner Fl. orient. hinweist.

Was also die Richtigstellung der ganzen Sache betrifft, so muss mit

Rücksicht auf das Vorherige der Name microphylla Meissn. für die eine selbständige Art entfallen und hiefür jasminea Sibth. et Sm. eintreten. Die Bezeichnung der Varietät 8) der oleoides!) als jasminea Meissn. ist zu streichen, da Sırrnorr und Smitu den Namen schon früher für eine andere Pflanze verwendet haben, dafür hat die Bezeichnung »glandulosa (Bert. pro sp.« zu gelten, nachdem dies der ülteste Name für die eine Form der

4) Beziehungsweise a), als welche ich sie hinstelle.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 61

oleoides mit den langen und schmalen Kelchblättern ist. Brrroronı hat, wie es scheint, oleoides Schreb. nicht gekannt, weil er bei Beschreibung der glandulosa auf diese Art, die er doch sonst nicht gut hätte übergehen können, nicht zu sprechen kommt. Dass er unter seiner »glandulosa« ge- rade die erwähnte Varietät der oleoides gemeint haben muss, geht einerseits aus der Diagnose, andererseits aus der citierten Heimat, nämlich Italien her- vor, wo nur diese eine Varietät der oleoides verbreitet ist.

Von den anderen Arten der Subsection Oleoides ist D. jasminea Sibth. et Sm. auch wieder durch die Ausbildungsweise des Stammes und der Äste, sowie durch die geringe Größe der Laubblätter gut ver- schieden.

Über die Varietät angustifolia Meissn. Von seiner D. microphylla, die also recte jasminea Sibth. et Sm. heißen muss, hat MrissNER noch eine Varietät 8) angustifolia abgetrennt, welche von der typischen Art dadurch ab- weicht, dass die Blätter um die Hälfte schmäler sind, infolge dessen eine mehr lineale Gestalt annehmen. Ich glaube behaupten zu dürfen, dass die Auf- stellung einer derartigen Varietät sich vielleicht nicht gut aufrecht erhalten lässt, nachdem außer der mehr linealen Gestalt der sonst länglich-verkehrt- eiförmigen Blätter sich kein anderes Merkmal für dieselbe ausfindig machen lässt ; übrigens ist auch dieses eine Merkmal von geringfügiger Bedeutung, da es sich ja nur um eine Differenz von 0,45 cm in der Breite der Blätter gegenüber der typischen jasminea handelt. Ich ziehe daher diese Varietät einfach als Synonym zu jasminea.

Standort: Felsenpflanze.

Geographische Verbreitung!): Griechenland: Attica (Pateras, bei Athen?), bei Leusina?), Euboea (Delphi), Isthmus von Korinth (Kaki Scala bei Megara), Peloponnes (bei Nauplia).

Specimina visa:

Pateras, Attica (DE HELDREıICH, Plantae exsicc. Flor. Hell, als jasminoides Fl. graec. vera!) hb. Kk.; Euboea (AucuER-ELov, Hb. d'Orient n. 2918) hb. B.; Kaki Scala bei Megara (leg. Sarrorı 4833) hb. B.; bei Megara (leg. Sarrorı) hb. B.; Nauplia, Griechenland; (leg. HAGER, hb. regn. monacense duplum) hb. F.

7. Daphne Stapfii Bornmüll. et Keissl. in Verhandl. der zool. botan. Gesellsch. Wien 1897, p. 35.

Syn. D. scabrifolia Stapf in hb. D. carmanica Bornm. in hb.

Frutex trunco erecto, laxe ramoso, cortice griseo-brunneo. Rami subcorymbosi, longissimi, crassi, stricti, sparse foliosi, ramulis brevibus, alternis, sat crebris, gracilibus, arrectis, reclis vel curvis, pauce foliosis, apice floriferis, e foliorum ramorum axillis enascentibus praediti, apice praeterea plerumque furcati, ipsi apice non floriferi, sicut ramuli pulverulento-puberuli, interdum fere glabri, laeves, teretes. Folia obovata usque

4) Vgl. Tafel I.

2) Nach Meissner in Dr CaANpoLLE's Prodromus.

62 K. v. Keissler.

ad late-obovata, basi attenuata, apice rotundata, pungenti-mucronata (rarius sine mucrone vel leviter emarginata), sessilia, sempervirentia, coriacea, crassa, rigidissima, evenia, sat dense strigosa, demum setulis mox deciduis granulis inprimis margine eminentibus granulata, ramis plus minus arrecta. Capitula sat numerosa, ramulis brevibus e ramis enascentibus terminalia, ebracteata, sessilia, 5—4flora. Flores albo-lutei, pilis sericei, sessiles. Receptaculum cylindricum, amplum, mox inflatum et ovoideum, tarde deci- duum. Sepala ovata, cuspidato-acutiuscula, receptaculo triplo breviora, Ovarium seri- ceum. Stigma sessile. Bacca ovoidea, coccinea, adpresse-pilosa, sicca.

Frutex ca. 4 m altus. Rami ca. 25—40 cm longi, ramuli ca. 3—6 cm longi. Folia ca. 4.5—2.5 cm longi, ca. 4.2 cm lata. Flores ca. 4.3 cm longi. Receptaculi diameter anthesi 0.2 cm, fructiferi 0.4 cm. Bacca ca. 0.9 cm longa, 0.3 cm lata.

D. Stapfii ist von den übrigen Arten der Subsectio Oleoides, welche bekanntlich weiß-punktierte Blätter besitzen, insbesondere dadurch aus- gezeichnet, dass die jungen Blätter ziemlich dicht mit ganz kleinen, steifen Borsten bedeckt sind, die auf kleinen, halbkugeligen Hóckern aufsitzen und der Blattfliche sich dicht anlegen (Striegelhaare). Später fallen die Borsten nahezu vóllig ab und nun treten die Hócker, auf welchen die Borsten saßen, auf der ganzen Fläche hervor und sind namentlich am Rande der Blätter deutlich zu sehen. Die Blattoberfläche erhält durch diese Hócker eine gekórnelte Beschaffenheit, wie man schon mit freiem Auge bemerken kann. So weit mir bekannt, ist die für D. Stapfii ange- gebene Ausbildung von Borsten und Höckern an den Blättern über- haupt bei keiner anderen Daphne- Art bisher constatiert worden.

Am meisten Ähnlichkeit hat die vorliegende Art noch mit oleoides Schreb. ` außerdem zeigt sie verwandtschaftliche Beziehungen zu der gleich zu behandelnden cachemireana Meisen.

Was die Unterscheidung von oleoides betrifft, so ist für D. Stapfii nebst dem Vorhandensein von Borsten, beziehungsweise von Höckern auch die Verzweigung und die Stellung der Blütenkópfchen von Wichtig- keit. Bei derselben nümlich teilt sich der Stamm in einige wenige, sehr lange Aste, die über ihre ganze Länge hin beblättert sind. An verschie- denen Stellen über diese Äste zerstreut gehen aus den Achseln von noch vorhandenen Blättern A xillarsprosse hervor, die wesentlich kürzer und dünner als die Äste sind, nur wenige Blätter tragen und an der Spitze stets je ein Blütenköpfchen führen!), während der Hauptast selbst terminal keine Blüten trägt. Die Blüten sind mit Rücksicht auf den Hauptast eigentlich axillar, mit Rücksicht auf die Seitenäste aller- dings terminal. Bei oleoides dagegen ist der Stamın ein- oder mehrfaeh doldentraubig geteilt; die einzelnen Äste sind viel kürzer als bei D. Stapfít, tragen stets an der Spitze die Blütenkópfchen und nicht an seitlichen Axillartrieben. Es stehen demnach bei D. Stapfii die Blütenküpfchen in

4) Hin und wieder tritt sogar der Fall ein, dass der Axillarspross nur 4 cm lang wird und keine Blätter, sondern nur das Blütenköpfchen trägt; manchmal sitzt ein Köpf- chen ohne Axe direct in der Blattachsel.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 63

verschiedenen Höhen des Hauptastes über einander, bei oleoides da- gegen an der Spitze des Strauches nahezu in derselben Höhe neben einander.

Weiter kann noch angeführt werden, dass bei D. Stapfii die Blätter viel breiter und mit einer Stachelspitze versehen sind!) Von oleoides a) glandulosa (Bert.) ist die vorliegende Art noch speciell durch die ei- förmigen Kelchblätter, um ein Drittel kürzer als das Receptaculum, von oleoides B) brachyloba (Meissn.) durch die größeren Blätter und die geringe Blütenzahl in einem Köpfchen, von oleoides y) buxifolia (Vahl) durch den Mangel an stárkerer Behaarung verschieden.

Was D. cachemireana Meissn. anbelangt, so fehlen bei derselben eben- falls die Borsten und Höcker?), so wie bei oleoides. Ausserdem sind bei der ersteren die Blüten kurz gestielt und der Blütenstand, der auch ge- stielt ist, nimmt namentlich gegen die Fruchtreife eine deutlich traubige Gestalt an, während bei D. Stapfii der Blütenstand ausgesprochen köpf- chenfürmig und sitzend ist. Bei cachemireana, die ungefähr dieselbe Verzweigung, wie oleoides, hat, entwickeln sich allerdings auch als axillar anzusprechende Blütenstände. Aber erstens entspringen dieselben nur aus den Achseln der obersten Laubblätter, und bloß in der Zwei- zahl, zweitens ist neben den an das Ende des Astes gerückten, zwei axillaren Inflorescenzen, stets eine terminale vorhanden. Die Laub- blätter der cachemireana sind überdies größer (3,5 em lang, 4 cm breit), die Kelchblätter nur um die Hälfte kürzer als das Receptaculum.

Standort: Region der alpinen Steppe (in Begleitung von D. angusti- folia 3)).

Geographische Verbreitung®). Südliches und östliches Persien

(Kasrun, ca. A00 km westlich von Schiras; Provinz Kerman). Specimina visa: Kotel Drun bei Kasrun, 2250 m (leg. Starr, 4885) hb. U; auf Bergen zwischen Chabbir und Kerman (herb. Bungeanum, April 1859) hb. B; an trockenen, sonnigen

Stellen des Gebirges »Kuh-i-Syrdsch« zwischen Kerman und Syrdsch, 2300— 2700 m, Prov. Kerman (J. BonNMÜLLEn, Iter persico-turcicum 4892/93, Nr. 4563) hb. U.

Weitere Standorteausder Provinz Kerman (nach brieflicher Mitteilung des Herrn BonNMüLLER): Sonnige Lehnen am Fuße der Berge am Dorfe Deh-bala bei Ker- man, 2200—2300 m (Nr. 4559 der oben genannten Pflanzencollection); an den Hügeln und Bergen Kuh-i-tachme (4900—2000 m) und Kuh-tagh-ali (2000—2200 m) südöstlich von Kerman (n. 4560, 4562); am Kuh-i-Dschupar bei Kerman, 2800 m (n. 4564); am Berge Kuh-i-Nasr, 2800 m (n.4564); am Südhange desSchah-Kuh, im District Rahbur, 2700 m (n. 4565).

1) Mitunter fehlt die Stachelspitze, die Blätter sind dann abgerundet oder schwach Ausgeschweift; bei oleoides sind die Blätter spitzlich zulaufend.

2) Bei cachemireana fehlt zudem jede Spur einer Behaarung an den Blättern, Während bei oleoides die Blätter mehr oder minder behaart sind.

3) Nach einer Mitteilung von Herrn BoRNMÜLLER.

4) Vgl. Tafel 11.

64 K. v. Keissler.

8. Daphne cachemireana Meissn. in De Cand. Prodr. XIV, 2, p. 535.

Syn. D. coriacea Royle, Illustr. Himal. p. 324 s. descr. et icone.

Frutex elatior trunco erecto, ramoso, cortice brunneo vel brunneo-rubro. Rami subcorymbosi, erecti, teretes, laeves, puberuli vel glabri, sat crassi, sparse foliosi. Folia oblonge-ovata, acuminata, basi attenuata, pungenti-mucronata, evenia, glauca, sessilia, glaberrima, inprtmis subtus albo-puncticulata, rigida, crassa, persistentia, ramis arrecta, sparsa. Inflorescentiae terminales et supremis foliorum axillis (2) axillares, capituliformes, demum racemiformes, pedunculatae, ebracteatae, 4—8 florae. Pedunculus crassiusculus, incano-sericeus. Flores brunneo-albi, brevissime pedicellati, sericei. Pedicellus seri- ceus. Receptaculum cylindricum, amplum, demum oviforme. Sepala ovata, obtusa vel acuta, receptaculo dimidio breviora. Ovarium? Bacca?

Frutex ca. 2 m altus. Folia ca. 3,5 cm longa, 1 cm lata. Pedunculus 4.5 cm longus. Pedicellus 0,4 cm longus. Flos ca. 4 cm longus, fructifer 4,4 cm longus, 0,6 cm latus.

Originalexemplare. Belaspur ad Dir Panjohl (leg. Hügel, n. 881, 1016) hb. M.

Die vorliegende Art steht der D. angustifolia, linearifolia und gnidi- oides sehr nahe, bat aber doch mit der ersten mehr Beziehungen als mit den beiden letzteren. Für die Unterscheidung von angustifolia ist die gerin- gere Länge und größere Breite der völlig nervenlosen Blätter, die an den Ästen nach aufwärts gerichtet sind und nicht abstehen, ihre starre und diekere Consistenz, das Auftreten von zwei axillaren Blütenständen neben dem terminalen, die größeren Blüten mit seidiger Behaarung, die eifórmige Gestalt der Kelchblätter, die halb so lang als das Recepta- culum sind, von Wichtigkeit. Für die Abtrennung von D. gnidioides und linearifolia ist, um nur das Wichtigste zu nennen, die länglich-ver- kehrt-eiförmige Gestalt der Blátter, die deutlich traubenförmige Ausbildung des Blütenstandes, die größeren Blüten und die eifórmige Gestalt der Kelchblätter der cachemireana in Betracht zu ziehen. Von oleoides, der sich cachemireana in der allgemeinen Blattgestalt nähert, weicht dieselbe in markanter Weise durch die Stachelspitze an den Blättern und die traubenfórmige Ausbildung der Inflorescenz ab.

Habituell hält D. cachemireana in gewissem Sinne die Mitte zwischen angustifolia und gnidioides. Sie ist weder so reich verzweigt, wie jene, noch so spárlich, wie diese; die Aste sind nicht so lang, steif und aufrecht, wie bei gnidioides, doch aber lánger und nicht so spreizend, wie bei angusti- folia, dichter beblättert als bei der ersteren und doch nicht so locker, wie bei der letzteren.

Standort?

Geographische Verbreitung?!: Asien. Kashmir und Tibet.

Specimina visa:

Belaspur bei Pir Panjohl (leg. Hücer, n. 884, 1016) hb. M.; Ganderbul (Coll. GaumiE, Flora of Cashmir, Hb. Botan, Departem. N. India) hb. U.; Tibet (leg. HüGEL, n. 1424) hb. M. ; Cabul (leg. HowiGsERGER) hb, M.

1) Vgl. Tafel II.

——

mise

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 65

9. Daphne angustifolia C. Koch in Linnaea 92, p. 614 (1849).

Syn. D. acuminata Boiss. et Hohenacker in pl. Kotschy, alepp.-kurd, (1843) s. descript., Boiss, et Hoh., Diagn. plant. orient. nov. 2, fasc. 42, p. 103 (4853). D. acu- minata Boiss. et Hoh. 8) Kochii Meissn. in DC. Prodr. XIV, 2, p. 536. D. gnidioides Szovits in hb. (non Jaub. et Sp.). D. salicifolia Aucher-Éloy in hb. (non Lam.).

ad 9) affghanica (Meissn.). D. acuminata Stocks.in Hook. Journ. 4852, p. 480.

Frutex elatior trunco erecto, ramosissimo, cortice rubro vel cinereo, Rami sub- corymbosi, divaricati, plus minus incurvati, sat longi, graciles, crebri, glabri (rarius cinereo-tomentosi), teretes, subvernicosi, per totum fere longitudinem lage foliosi, ramulis sat multis brevibus praediti. Folia lineari-lanceolata, basi attenuata, acuta, mucronata, tenuiter reticulato-venosa, glauca, sessilia, glabra (rarius utrinque sparse puberula), inprimis subtus albo-puncticulata, rigidula, persistentia, interdum incurva, patula, sparsa. Inflorescentia terminalis, capituliformis, demum racemiformis, peduncu- lata, ebracteata, 5—8 flora. Pedunculus gracilis, glaber vel tomentosus. Flores breviter pedicellati, brunneo-albi, dense-tomentosi. Receptaculum cylindricum, amplum, demum fere globoideum, tarde deciduum. Sepala late-ovata, acutiuscula, receptaculo triplo bre- viora. Ovarium adpresse-puberulum. Bacca globoidea, coccinea, adpresse-puberula.

Frutex ca. 2—3 m altus. Folia ca. 4,5 cm longa, 0,5 cm lata. Pedunculus ca. 4 cm longus. Pedicellus 0,2 cm longus. Flos ca. 0,6 cm longus, fructifer ca. 4 cm longus, ca. 0,7 cm latus.

B) affghanica (Meissn. pro var. mucronatae Royle, Illustr. Himal. p. 322).

Rami glabri vel puberuli. Folia lineari-lanceolata. Capitula 5—8 flora. Sepala lanceolata, acuta, receptaculum subaequantia.

1) mucronata (Royle, Illustr. Himal. p. 322, t. 81, f. 2 pro specie).

Rami sericei. Folia lanceolata. Capitula 2—5 flora. Sepala lanceolata, acuta, recep- taculum subaequantia.

Abbildungen. ad 4) mucronata (Royle): Royle, Illustr. Himal. 6, t. 84, f. 9.

Originalexemplare. ad angustifolia C. Koch (acuminata Boiss. et Hoh.): Kotschy, Pl. alepp. kurd. moss. 323. Ed. Hohenacker 1833. ad angustifolia C. Koch 8) affghanica (Meissn.): Griffith n. 1366, 1367, 1369.

Über die Formen von D. angustifolia. Bei D. angustifolia werden von mir unterschieden: eine typische angustifolia, eine Varietät 8) affghanica und y) mucronata. Die letzte ist ursprünglich von RoxLE als selbständige Art (mit der kurzen Diagnose: »floribus terminalibus sessilibus 2—5 aggre- gatis, laciniis corollae incano-villosis acutis, foliis alternis lineari-lanceolatis !) basi attenuatis mucronatis glaberrimis, ramis junioribus sericeis« und mit Kuna- wur als Heimat) besehrieben und abgebildet worden. Mrisssrm in Dr Can- DoLLE'S Prodromus hat mucronata, die von Spaca einfach mit gnidioides ver- einigt wurde?), als eigene Art aufgefasst und davon noch eine 9) affghanıca abgetrennt, bezüglich welcher er sich auf die Herbarexemplare »eirca Chu-

ghuda Serai (Griffith, n. 1366, 1367)« beruft. Es scheint mir vor allem a

4) Nach der Abbildung sind die Blätter deutlich lancettlich und nicht lineal- lancettlich,

2) Hooker in » The Flora of British India« zieht sie zu oleoides Schreb., zu welcher

er auch als Synonym die angustifolia C. Koch (acuminata Boiss. et H.) und cachemi- reana Meissn. stellt.

Botanische Jahrbücher. XXV. Bd.

or

66 K. v. Keissler.

nicht gut möglich, mucronata als eigene Art bestehen zu lassen, nachdem sie durch nicht allzu viele Merkmale vor der typischen angustifolia aus- gezeichnet ist; affghanica Meissn. aber, von der ich die Originalexemplare im Herbar Boissier angetroffen habe, hat mehr Beziehungen zu angustifolia als zu mucronata und ist daher viel besser der angustifolia als Varietät zu- zuzählen. So glaube ich am besten zu thun, wenn ich zur typischen angustifolia C. Koch affghanica als 8) und mucronata— weil sich weiter von angustifolia entfernend—.alsy)ziehe. Diese letztere weicht von der typischen angustifolia und der ihr habituell recht ähnlichen 8) affghanica durch die seidig-behaarten Äste, lancettlichen Blätter und armblütigen Köpfchen ab, von der typischen angustifolia außerdem noch durch die lancettlichen, spitzen Kelchblätter, die fast so lang als das Recep- taculum sind, ein Merkmal, das die Varietät ß) affghanica mit 4) mucro- nala gemeinsam hat, zugleich das einzige, durch welches sie sich von angustifolia unterscheidet. Unterscheidung von verwandten Arten etc. Die typische angustifolia ist von gnidioides besonders durch die gestielten, bloß terminalen gegen die Fruchtreife ausgesprochen traubigen Blütenstände, durch den reichlicher geteilten Stamm mit kürzeren, locker beblätterten Ästen, die lineal-lancettlichen, weniger steifen, fein geaderten, spitzigen (nicht zugespitzten) Blätter und durch die breit- eiförmigen Kelchblätter, die nur !/; der Länge des Receptaculums er- reichen, verschieden. Für affghanica gelten dieselben Merkmale mit Ausnahme der Kelchblätter, die, wie erwähnt, bei derselben lancettlich, spitz, fast so lang als das Receptaculum sind. aber auch von denen der gnidioides (Kelehbláütter länglich, abgerundet, um 1/ kürzer als das Recepta- culum) erheblich abweichen. Bei mucronata entfällt der Unterschied in der Blattgestalt, da mucronata, wie gnidioides, lancettliche Blätter besitzen; dafür sind die Äste bei mucronata seidig behaart, die Köpfchen arm- blütiger. Die Kelchblätter sind bekanntlich bei mucronata so wie bei a[fghanica beschaffen, also auch von denen der gnidioides verschieden. Über die Unterscheidung von D. cachemireana, D. linearifolia und D. Gnidium vgl. bei diesen. Von D. oleoides ist angustifolia, ähnlich wie cachemireana, besonders durch die stachelspitzigen Blätter und die traubenartige Inflorescenz verschieden. Die angustifolia-Gruppe (be- stehend aus den Arten (D. cachemireana, angustifolia, linearifolia und gnidioides) bildet etwas zusammengehöriges und setzt sich ziemlich scharf von D. oleoides Schreb. ab, mit welcher sie allerdings die weiße Punktie- rung der Blätter, die ja für die Subsection mit Ausnahme einer einzigen Art, nämlich D. Stapfii, eigentümlich ist, gemein hat. Besonders wichtig für die angustifolia-Gruppe sind die stachelspitzigen, selbst in der Jugend völlig kahlen Blätter!), durch welche sie sich auffallend von

1) Nur bei angustifolia sind manchmal die Blätter spärlich flaumig behaart.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 67

oleoides Schreb. entfernt. Das Receptaculum besitzt auch eine ganz andere Form als bei oleoides; es ist nämlich schon zur Zeit der Öffnung der Blüte weit, plump und nicht, wie bei oleoides, schmal cylindrisch; gegen die Fruchtzeit zu blüht es sich sehr stark auf und wird oft fast kugelförmig, während sich bei oleoides nur der untere Teil des Receptaculums bauchig erweitert. Eigentümlich für die angustifolia- Gruppe ist auch noch der Umstand, dass bei zwei Arten (gnidioides und cachemireana) neben dem ter minalen Blütenstand einige axilläre Blüten- stände aus den Achseln der obersten Laubblätter hervorgehen und dass bei einer von diesen beiden Arten, nämlich cachemireana, und überdies bei angustifolia der Blütenstand, insbesondere gegen die Fruchtreife eine deutliche traubenfórmige Gestalt annimmt.

Durch diese auffallende Neigung zur Ausbildung traubiger Inflores- cenzen zeigt die angustifolia-Gruppe einen Anschluss an die Subsection Gnidium (Spach), für die, wie schon einmal hervorgehoben!), ein deutlich traubenförmiger Blütenstand charakteristisch ist. Näheres hierüber vgl. bei D. Gnidium.

Individuelle Variationen der typischen angustifolia. Die Äste und Blätter der typischen angustifolia sind meistens ganz kahl; hin und wieder kommen aber Exemplare mit zottig-behaarten Ästen und spär- lich flaumig behaarten Blättern vor. Es tritt also ähnlich, wie bei oleoides a) glandulosa und 3) brachyloba neben der schwach behaarten eine stark behaarte, so hier neben der kahlen eine behaarte Form auf.

Ein von der gewöhnlichen angustifolia abweichendes Aussehen besitzen Exemplare, die Starr in der Nähe von Kasrun in Persien sammelte, also in einem Gebiete, das, wie die geographische Zusammenstellung lehrt, nur von der angustifolia besiedelt ist. Dieselben haben nämlich kleinere, länglich-lancettliche, dicke, nervenlose und zugespitzte (nicht, wie sonst, spitzige) Blätter, erinnern also in der Blattbildung an gnidioides, mit der sie sonst allerdings nichts gemein haben.

Zur Synonymie. Die vorliegende Pflanzenart, so weit es sich um die typische Form derselben handelt, geht in den Herbarien immer unter dem Namen acuminata, aber nicht mit Recht, wie sich aus folgendem so- gleich ergeben wird. Boıssıer und Honenacker gaben im Jahre 1843 in Korscmv's »Plantae alepp.-kurd.« eine neue Species unter dem Namen D. acuminata heraus, ohne jedoch irgend eine, wenn auch noch so kurze Beschreibung beizufügen. Die Diagnose erschien erst im Jahre 1853 in den »Diagn. plant. orient. nov.« Nun hat aber C. Kocn in der Linnaea schon im Jahre 1849 eine D. angustifolia beschrieben, welche im allgemeinen In ihren Merkmalen und der Heimat mit der D. acuminata Boiss. et Hob. übereinstimmt. Zwei etwas auffällige, von der acuminata abweichende Angaben in der genannten Beschreibung C. Kocu's veranlassten aber

4) Vgl. p. 34 u. 33. 5*

68 K. v. Keissler.

Meissner in seiner Bearbeitung der Thymelaeaceen in Dg CannoLLe’s Pro- dromus die D. angustifolia C. Koch nicht für identisch mit acuminata Boiss. et Hoh. zu halten, sondern als eine von dieser verschiedene Varietät und zwar als 9) Kochii Meisen. (syn. D. angustifolia C. Koch) aufzustellen; diese beiden auffälligen Angaben sind, dass die obersten Blätter schuppen- fórmig und seidig, die Blüten sitzend und zusammengedrängt seien. Was das erste betrifft, so dürfte dies auf eine Verwechslung mit kleinen, alsbald verdorrenden Blättern solcher Blattbüschel, welche hin und wieder in ge- ringer Zahl unmittelbar unter dem Blütenstand auftreten!), zurückzuführen sein, bezüglich des zweiten sind in der That die Blüten in den ersteren Stadien dicht zusammengedrängt und zwar so, dass man sie fürsitzend halten kónnte, alsbald aber sieht man deutlich die Blütenstiele und die Inflorescenz erfihrt eine ausgesprochen traubige Verlängerung. Es kann also wohl keinem Zweifel unterliegen, dass unter acuminata Boiss. et Hoh. und an- gustifolia C. Koch ganz die nämliche Pflanzenart gemeint sei. Da nun die Beschreibung der angustifolia früher erfolgte als die der acuminata Boiss. et Hoh., wenn'auch dieser Name als »nomen soluma schon früher auf- tauchte, worauf sich übrigens keine Priorität gründen kann, so hat die Pflanze angustifolia zu beißen. Die Varietät 8) Kochii Meisen. ist einfach als Synonym zu'angustifolia zu ziehen.

Standort: Region der alpinen Steppe?). y) mucronata ? .

GeographischeVerbreitung?): Kurdistan, Mesopotamien’), Persien.

8) affghanica (Meissn.). Baludschistan, Affghanistan, Indien: West- licher Teil des Himalaya-Gebirges. x) mucronata (Royle). Indien: Westlicher Teil des Himalaya-Ge- birges®): Kunawur. Specimina visa:

Kurdistan. Berg Gara (Korscuv, Pl. alepp. kurd. moss. 323. Ed. Hohenacker

1853, als acuminata Boiss. et Hoh. n. sp.) hb. Kk.; Berg Kuh-Delu (eadem collectio,

n. 554, als acuminata Boiss. et Hob. n. sp.) hb. M.; Aroman und Schahu (HAUSSKNECHT, Iter kurd. 1867) hb. M.; Dir Omar Gudrun (HausskNzcar, Iter orient. 4867) hb. M.;

A) Derartige Blattbüschel sah ich an einem von Starr bei Kuh Daescht nächst Kasrun in Persien gesammelten Exemplar. Bei einem Exemplar von D. angustifolia (prope Debormed; coll. Th. Strauß, Flora of Sultanabad, Western Persia) sind an sämmtlichen Blütenkópfchen abnorme Wucherungen zu bemerken. Statt der normalen 5—8 Blüten sind in jedem Kópfchen 20 und mehr kleine, verkrümmte, dicht aneinander gedrüngte Blüten, dazwischen sowohl wie an der Außenseite der Köpfchen stehen eine größere Anzahl von Blattbüscheln, die aus zahlreichen, ganz kleinen, sehr reducierten Blättern bestehen,

2) Nach Starr, Die Steppen von Süd- und Mittelpersien. Monatsbl. d. »Wissensch. Club« in Wien 1856 (Juli) Nr. 40.

3) Vgl. Tafel II.

4) Nach MrrsssER in DE Cawp. Prodr. »Assyria, Elamont (Aucher-Eloy n. 2545, 2518, 5309)«.

5) Von y) mucronata bekam ich kein Herbarexemplar zu Gesicht.

m

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes, 69

in der Nähe des Hospit. Chan Putkie (Korscny, Iter cilic.-kurd. 4859. Pl. in Karduchia ad Müküs lectae. Suppl. 574) hb. M.; Riwandous (an den Grenzen Persiens) auf dem Berge Händarin (BoRNMÜLLER, Iter pers.-turc. 4892—93, Kurdist. Assyr., n. 4783) hb. U.; bei Mendeli (4854) hb. B.

Persien. Aderbeidschan (Szovirs, als gnidioides Jaub. et Sp.); zwischen Sorgül und Savilan; bei Ser; auf dem Berge Karnaru in der Prov. Aderbeidschan (Knarr 4884) hb. U.; Bere Demawend bei dem Dorfe Lar (Korscuv, Plant. Pers. bor. Ed. R. F. Hohenacker 1846) hb. M.; Berg Laners, Prov. Luristan (HausskwECHT, Iter syriaco- armen. 4868) hb. M.; bei Debormed; Shuturunkuh; Rasbend (coll. Tu. Strauss, Flora of Sultanabad, Western Persia) hb. U.; Kuh Daescht bei Kasrun, Kuh Bil bei Daescht-aerdschen; Kotel i Dokhtir bei Kasrun, Kuhbarf bei Schiras; Siwend (STAPF 1885) hb. U.; auf dem Berge Schah-Kuh, 3200 m, Prov. Kerman, südóstliches Persien (BonNMÜLLER, Iter persico-turcicum 1892—93, n. 4342) hb. U.

8) affghanica (Meissn.). Baludschistan. leg. Srocksow (1851, als acuminata Stockson) hb. B.

Affghanistan. Kurrun Valley (leg. Dr. Arrcursow, 4879) hb. F.; um Chughuda Serai (leg. GRIFFITH, n. 1366, 1367, 1369, Originalexemplare) hb. B.

Indien. Tranda (leg. Sroriczka, Pl. Ind. orient. 4866) hb. M.; Nordwestl. Himalaya (Hb. Ind. orient, Hoox. fil. et Tuomson, 4856) hb. F.

Einige weitere Standorte der typischen D. angustifolia (nach brieflicher Mitteilung von J. BonNMÜLLEn])1):

Persien. Westen: zwischen Chunsar und Eschen auf dem Wege von Sultanabad nach Ispahan (n. 43402). Süden: in den Wäldern »Tschängäl« zwischen Niris und Schiras, Prov. Farsistan (n. 4339), bei Chan-Senian, auf Bergen zwischen Schiras und Kasrun, Prov. Farsistan (n. 4337).

Kurdistan. Auf dem Berge Kuh-Sefin, District Erbil.

10. Daphne linearifolia C. H. Hart in Transact. of the Royal Irish Acad. July 4885 (XXVIII). C. H. Hart in »Some account of the Fauna and Flora of Sinai etc. (1891) p. 108, PI. 143). Post in Flora of Syria Palaest. and Sinai (1896) p. 709.

Frutex4) elatior, trunco erecto, ramoso, cortice rubello. Rami subcorymbosi, stricti, longi, tenues, glabri, teretes, laeves, subdense foliosi. Folia linearia, fere graminea, acuta, mucronata, evenia, glauca (?), sessilia, glaberrima, inprimis subtus albo-punc- ticulata(?), coriacea, persistentia, rigida(?), ramis arrecta. Capitula terminalia, sessilia, ebracteata, 10—15ftora. Flores brunneo-albi, tomentosi, brevissime pedicellati. Pedi- celli scabridulo-hispidi. Receptaculum cylindricum, amplum, postea ovoideum, tarde deciduum (?). Sepala lanceolata, acuminata, receptaculo 2—3 breviora. Ovarium ?. Bacca rubro-fusca, „..?

Frutex ca. 2—3 m altus. Folia ca. 4—5,5 cm longa, ca. 0,2 cm lata. Pedicellus ?. Flos sub anthesi ca. 0,2 cm longus.

!) Für seine freundliche briefliche Mitteilung danke ich demselben bestens.

2) Collectionsnummer.

3) In die Originalbeschreibung konnte ich nicht Einblick nehmen, da mir der be- treffende Band der Transact. of the R. Irish Ac. nicht zur Verfügung stand. Dafür erhielt ich das zweite Hanr'sche Werk, in welchem der Beschreibung der vorliegenden Art auch eine Abbildung beigefügt ist, aus der Kgl. Bibliothek in Berlin entlehnt.

4) Die Diagnose ist teils nach der Beschreibung, teils nach der Abbildung in Hanr's » Some acc. of the Fauna and Flora of Sinai etc.« hergestellt.

79 K. v. Keissler,

Abbildung. H. C. Hart, Some account of the Fauna and Flora of Sinai ete. (1891) Pl. I. (ad. p. 95).

Die vorliegende Art ist im System am besten zwischen D. angustifolia und D. gnidioides zu stellen, schließt sich aber doch im allgemeinen mehr der letzteren an. Sie ist dieser habituell, wenn auch nicht vollkommen, so doch sehr ähnlich, indem sie einen wenig verzweigten Stamm und lange, steif und gerade aufwärts gerichtete, ziemlich dicht beblätterte Äste besitzt!) Zudem hat sie auch die für D. gnidioides charakteristische sitzende, köpfchenförmige Inflorescenz mit kleinen Blüten. Unterscheiden lässt sich D. linearifolia von gnidioides hauptsächlich durch die größeren und schmäleren Blätter, die reichblütigen Köpfchen und die zottig behaarten Blüten; außerdem weicht sie von D. gnidioides durch die kahlen, rotgefärbten Äste, durch das Fehlen von axillären Blütenständen neben dem terminalen und durch die Gestalt der Kelchblätter ab.

Mit D. angustifolia, die einen Strauch mit ziemlich reichlich geteiltem Stamm, mäßig langen, spreizenden, etwas gebogenen, locker beblätterten Ästen darstellt, hat D. linearifolia schon im Habitus nichts gemein. Auch sonst unterscheidet sie sich erheblicher von D. angustifolia, vor allem in dem wesentlichen Merkmal, dass, während bei D. angustifolia der Blütenstand gestielt, anfangs zwar köpfchenförmig ist, aber gegen das Abblühen zu einen mehr traubigen Charakter annimmt, derselbe bei D. linearifolia, ähnlich wie bei D. gnidioides, sitzend und stets köpfchen- förmig ist. Dazu kommt noch die auch für die Unterscheidung von D. gni- dioides wichtige Reichblütigkeit der Köpfchen, ferner die geringe Größe der Blüten. Im übrigen wäre noch zu bemerken, dass die Gestalt der Kelchblätter eine abweichende ist und dass die Laubblätter der D linearifolia zwar ungefähr dieselbe Länge, aber nur die halbe Breite, wie bei D. angustifolia, erreichen.

Da D. linearifolia einen ähnlichen Habitus, wie D. gnidioides, diese aber wieder einen ähnlichen Habitus, wie D. Gnidium hat, so ist es klar, dass D. linearifolia habituell auch eine gewisse Ähnlichkeit mit D. Gnidium haben muss. Auch die Blattgestalt zeigt große Übereinstimmung, umso- mehr, als bei D. Gnidium öfters besonders schmale, fast grasartige Blätter vorkommen. Von dieser ist aber D. linearifolia sofort durch den köpfchen- fórmigen Blütenstand zu unterscheiden 2).

Standort: Bergregion.

Geographische Verbreitung): Palästina (Petra und am Fuße des Berges Aaron bei Petra, ca. 1500 m ü. M4).

1) Der Üntersc hied liegt nur darin, dass bei D. gnidioides die Aste dick (nicht dünn, wie bei D. linearifolia), dichter beblüttert und länger sind.

2) D. Gnidium hat einen einfach-zusammengesetzt traubigen Blütenstand. 3) Vgl. Tafel II.

4) Exemplare von dieser Art habe ich nicht gesehen,

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 71

41. Daphne gnidioides Jaub. et Spach, Illustr. plant. orient. IV, 4, t. 304.

Syn. D. oleoides d'Urville, Enum. plant. p. 45. D. Candolleana Meissn. in hb. D. Gnidium aut. nonnull. (non L.). D. fastigiata Tausch. in hb.

Frutex trunco erecto, sparse ramoso, cortice brunneo usque brunneo-griseo. Rami corymbosi, stricti, sparsi, perlongi, crassi, brunneo-pulverulento-puberuli, teretes, laeves, conferte foliosi. Folia oblonge-lanceolata, basi attenuala, acuminata, pungenti- mucronata, evenia (nervo mediano tenero), glauca, sessilia, glaberrima, inprimis subtus albo-puncticulata, coriacea, persistentia, rigida, ramis arrecta. Capitula terminalia ct supremis foliorum axillis axillaria (rarius terminalia tantum), sessilia, ebracteata t), 3—8flora. Flores brunneo-albi, sericei, brevissime pedicellati. Receptaculum cylin- dricum, amplum, demum ovoideum, tarde deciduum. Sepala oblonga, apice rotundata, receptaculo dimidio breviora. Ovarium villosum. Bacca magnitudine pisi, vix carnosa ?).

Frutex ca. 2 m altus. Folia ca. 5,5 cm longa, ca. 0,5 cm lata. Pedicellus ca. 0,4 cm longus. Flos anthesi ca. 0,4 cm longus, ca. 0,2 cm latus, fructifer 0,8 cm longus, 0,4 cm latus.

Abbildung. Jaub. et Spach, Illustr. plant. orient. IV, t. 304. Curtis, Botan. Mag. t. 1917 (als oleoides, Bild mäßig gut).

Exsiecaten. Aucher-Eloy, hb. d'Orient. n. 9514. hb. Orphani- deum n. 420.

Bezüglich der Abgrenzung der D. gnidioides, von D. linearifolia, angustifolia und cachemireana vgl. bei diesen.

Von oleoides ist vorliegende Art leicht zu trennen, und zwar namentlich durch die langen, dicht beblätterten Äste, die stachelspitzigen Blätter und das Auftreten von aus den Achseln der obersten Laubblätter ent- springenden axillären Köpfehen neben dem terminalen Blütenstand. Im allgemeinen ist es für die Section Daphnanthes charakteristisch, dass die Blütenköpfchen nur endständig auftreten. Es giebt aber doch einige Vertreter dieser Section, die neben dem wohl stets vorhandenen end- Ständigen Blütenköpfchen 3) fast regelmäßig auch noch einige seiten- Ständige tragen). Ein ähnlicher Fall lag schon bei D. caucasica Pall. 8) acilliflora m. und cachemireana Meisen. vor und wird sich noch bei einigen wenigen Arten wiederholen.

Über die Unterscheidung von D. Gnidium vgl. bei dieser.

Standort ?.

Geographische Verbreitung?) Europa: Inseln des ägäischen Meeres (Euboea?, Skiathos, Cycladen?) Asien: Südliche Sporaden ; Klein-Asien (Südwest- und Südküste: Carien, Lycien, Cilicien); Syrien?

——-——

....1) Es wird zwar angeführt, dass an den Blütenköpfchen kleine, zoltig behaarte. hinfällige Bracteen stehen; aber ich konnte von denselben auch an Blütenkópfchen deren Blüten noch geschlossen waren, keine Spur bemerken.

2) Bacca ex DE CANDOLLE, Prodromus. 3) Eine Ausnahme macht nur D. Stapfii; vgl. bei dieser.

. 4) Als Abnormität treten natürlich hin und wieder axilläre Köpfchen auf, so wie ich es etwa bei D. alpina einmal sehen konnte, wo aus der Achsel eines bereits ab- gefallenen Blattes ein sitzendes Kópfchen entsprang.

5) Vgl. Tafel Il.

72 K. v. Keissler.

Specimina visa: Europa. Insel Skiathos (hb. Orphanideum, n. 420, leg. ORPHANIDES, 1862) hb. F.

Asien. Cos (AucuER-ELoy, hb. d'Orient, n, 2514, mit der Bezeichnung D. Can- dolleana Meissn.) hb. B.; Kalymnos (Plantae a claro Dr. Forsyra major in ins. Archipel, ausp. W. Barsey lectae, 4887, n. 440) hb. B.; zwischen Vinica und Elmaly (Plantae a Th. PıcuLer in Lycia ausp. W. Barsey lectae 1883, n. 583) hb. B.; häufig auf den Felsen bei Anamour (legit ? 1872) hb. B.

Ergänzung des Verbreitungsgebietes durch Angaben in Florenwerken. Europa: In Javnrnr et Spaca, Illustr. plant. orient. ist über Europa nur die ganz allgemein gehaltene Angabe vorhanden: auf den Inseln des ägäischen Meeres. Nach späteren Autoren, wie MEISSNER in DE CaxpoLre's Prodromus, käme gnidioides auf Euboea vor. Ich selbst sah von Euboea kein Exemplar, wohl aber von der benachbarten Insel Skiathos. Über die Cycladen bestehen keine Angaben. Asien. Nach JaugErT et Sach, Illustr. plant. orient.: Insel Samos, Carien (OLivırr und BRUGIÈRE); die Angabe aus Syrien, wo OLivier und Bruciire die Pflanze gesammelt haben sollen, ist zweifelhaft.

Subsectio III. Gnidium (Spach pro sect.).

12. Daphne 6nidium Linné, Spec. plant. 4, p. 357.

Syn. D. paniculata Lam. Fl. fr. 3, p. 222. D. Cnidium Boiss. Voyag. Espagn. 2, p. 557. D. orthophylla St. Lag. in Ann. d. l. soc. botan. Lyon VII. p. 424. Thyme- laea Gnidium All. Fl. pedem. 4, p. 453.

Frutex trunco erecto, laxe corymboso-ramoso, cortice brunneo-griseo. Rami perlongi, stricti, teretes, laeves, pulverulento-puberuli, dense foliosi. Folia lineari- lanceolata, basi attenuata, acuta, mucronata, evenia, glauca, sessilia, glabra, obsolete albo-puncticulata, coriacea, persistentia, ramis arrecta. Inflorescentia racemosa. Ra- cemi simplici-compositi, terminales (rarius etiam nonnulli e supremis foliorum axillis axillares), ebracteati, 70-multiflori. Pedunculus et pedicelli tenues, flavo-sericei. Flores brunneo-albi, sericei. Receptaculum cylindricum, amplum, mox deciduum. Sepala ovata, acuta vel obtusa, receptaculo dimidio breviora. Ovarium pubescens. Bacca pyri- formis, rubra vel nigrescens, sicca, sparse puberula.

Frutex ca. 2 m altus. Folia ca. 2,5—3,5 cm longa, ca. 0,2—0,4 cm lata. Pedi- cellus 0,4—0,2 cm longus. Flos 0,4—0,5 cm longus.

f. latifolia nov. form.

Folia lanceolata, ca. 4 cm longa, usque ad 4 cm lata. Abbildungen. Duham. arb. 2, t. 23. Hayne, Arzneigew. 3, t. 45. Lodd. Bot. cab. t. 150. Reichenb. Ic. flor. germ. 44, t. 553.

Die f. latifolia zeichnet sich durch größere und namentlich breitere Laubblätter vor der typischen D. Gnidium aus. Einen besonderen syste- matischen Wert kann man der latifolia nicht geben, weil dieselbe an- scheinend »promiscue« neben der normalblüttrigen D. Gnidium vor- kommt!).

Von sonstigen individuellen Variationen der vorliegenden Art wären

1) Vgl. das Standortsverzeichnis.

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 73

noch zu nennen: Exemplare mit besonders kleinen und schmalen Blättern (2 cm lang und 0,2 cm breit), endlich solche mit fast zottig behaarten Inflorescenzen, welch letztere namentlich in Africa (Tunis) häufig zu sein scheinen.

Beziehungen der Subsectio Gnidium, speciell von D. Gnidium zu der angustifolia- Grup pe.— Unterscheidung von D. gnidioides und angustifolia. Die Arten aus der Verwandtschaft der D. Gnidium wurden früher als eigene Section abgegliedert, weil dieselben durch die traubigen Blütenstände von allen anderen Daphne-Arten scharf abgegrenzt schienen. Bis zu einem gewissen Grade ist dies auch ganz zutreffend; aber es lässt sich nicht leugnen, dass die Vertreter der früher besprochenen angusti- folia-Gruppe einen deutlichen Anschluss an die »Section Gnidium« zeigen. Es äußert sich dies vor allem darin, dass zwei Arten aus jener Gruppe (D. angustifolia und cachemireana) die sonst in der Section Daphnanthes nirgends bestehende Neigung zur Ausbildung traubiger Inflorescenzen zeigen. Bei denselben sind nämlich die kurz gestielten Blüten anfangs wohl köpfchenförmig zusammengedrängt, allein gegen das Ende der Blüte- zeit zu streckt sich die Axe, die Blüten werden auf diese Art so aus- einander gerückt und überdies nehmen auch die Stiele der einzelnen Blüten an Länge zu. Die natürliche Folge davon ist, dass der Blütenstand einfach traubig wird.

Was den dritten Vertreter der angustifolia-Gruppe, D. gnidioides, betrifft,

so weist dieser besonders auffallende Beziehungen zur Subsection Gnidium (speciell zu D. Gnidium) auf, die allerdings weniger im Blütenstand zum Ausdruck kommen. Wie schon der Name gnidioides besagt, sieht diese Art habituell der D. Gnidium sehr ähnlich. Es kommt das daher, weil bei allen beiden der Stamm nur eine geringe Zahl von Ästen bildet, diese Äste dick, von ziemlicher Länge, gerade nach aufwärts gerichtet und dicht beblättert, die Blätter selbst schmal und stachelspitz sind. Was sonstiges betriflt, so besteht noch große Übereinstimmung, namentlich mit Rücksicht auf die geringe Größe der Blüten, sowie Behaarung und Gestalt des Recep- taculums. . Dasjenige, was hier für die Unterscheidung in die Wagschale fällt, Ist eben gerade die Inflorescenz, die bei D. gnidioides armblütig (3—8 Blüten), auch gegen die Fruchtreife zu noch köpfchenförmig und "rend, bei D. Gnidium aber reichblütig (10 Blüten und mehr) und eInfach-zusammengesetzt traubig ist!).

Aber nicht immer ist bei D. Gnidium der Blütenstand so typisch ausgebildet. Nach verschiedenen Abstufungen kommt man schließlich ——————

!) Die sonstigen Unterschiede, wie zum Beispiel, dass bei D. Gnidium die Blätter

"deutlich weiß-punktiert und die Receptacula früh abfällig sind, haben wohl weniger Wichtigkeit,

74 K. v. Keissler.

auch auf Exemplare, bei denen der Blütenstand nur aus ungefähr 8 Blüten besteht und sich nicht, wie sonst, zu einer bis 4 cm (und darüber) langen Traube ausgestaltet, sondern, auf einem nur kurzen Stiel aufsitzend, einen nahezu kópfehenartigen Charakter annimmt. Es kann alo keinem Zweifel unterliegen, dass zwischen den beiden Arten, deren Areale an einer Stelle zusammenstoflen !), direct Übergangsformen bestehen.

Der vierte Vertreter der angustifolia- Gruppe, D. linearifolia, hat, wie bereits bei Besprechung dieser Art auf p. 70 erwühnt wurde, ebenfalls eine gewisse habituelle Ähnlichkeit mit D. Gnidium und stimmt auch in der Reichblütigkeit der allerdings köpfenförmigen Inflorescenz mit dieser überein. Nachdem D. Gnidium, wie gesagt, gelegentlich fast kópfchen- förmige Blütenstände aufweist und überdies oft mit so schmalen Blättern, wie D. linearifolia, versehen ist, so tritt auch hier eine gewisse Verwandt- schaft klar zu Tage.

Bedenkt man alles dies und ferner noch, dass zwischen den Arten der Gnidium - und angustifolia-Gruppe auch deutliche geographische Beziehun- gen vorhanden sind, auf welche ich im Capitel »Über den entwicklungs- gesch ichtlichen Zusammenhang« noch zurückkommen werde, so ist es wohl gerechtfertigt, die Section Gnidium fallen zu lassen und als Subsectio zu Daph-

nanthes und zwar unmittelbar angereiht an die angustifolia-Gruppe zu stellen. |

Von D. angustifolia ist D. Gnidium besonders zu trennen durch die dicht beblätterten Äste, die reichblütige, traubige Inflorescenz und die kleinen Blüten.

Über die Unterscheidung von D. linearifolia vgl. bei dieser.

Standort: Auf trockenen, sonnigen Stellen und in lichten Wäldern der Hügel- und Bergregion.

Geographische Verbreitung?) Europa: Portugal, Spanien’), Balearen, südliches und südwestliches Frankreich), Corsica, Sardinien, Sicilien, Italien (nördlich vom Monte Gargano nur an der Westküste, süd- lich von demselben im ganzen Gebiet®)), Europäische Türkei (Küste von

1) Vgl. Tafel H.

2) Das Areal der f. lalifolia deckt sich ungefáhr mit dem der typischen D. Gnidium, vgl. unter » Specimina visa«. Über das Areal von D. Gnidium vgl. Tafel lI.

3) Nach WirLkowMw et LANGE, Prodromus Florae hispanicae (zum Teil).

4) Im südwestlichen Frankreich tritt die Pflanze sicher im Depart. Gironde auf; ich sah ein Exemplar von dort; außerdem ist dieselbe in Grev. et Gopr., Flore de France, für die Gironde angegeben, dies ist auch in einer Abhandlung von Coxstaxıın (Obser- vations sur la flore du Littoral, Journ. de Botan. 4887) der Fall. Aus dem Depart. Haute- Garonne (Umgebung von Toulouse) sah ich ein Exemplar; für das nórdlich hievon gelegene Depart. Tarn ist die Pflanze in Cros, Sur la veget. d'un coin meridional du depart. du Tarn (Bull. de la soc. Bot. de France 4885, p. 364 ss.) aufgezählt.

5) An der Ostküste tritt D. Gnidium auf dem kleinen Eiland Pianosa auf, wie SiwosELLI (Notizie sulla flora e sulla fauna dell'isola Pianosa, Atti d. soc. tosc. di scienze

Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes. 75

Albanien und Epirus)?, Griechenland (Mittelgriechenland mit Euboea, Peloponnes). Africa: Canarische Inseln, Marokko, Algerien, Tunis').

Specimina visa:

Europa. Portugal. Sierra de Monsanto und bei Cintra (WErwirscu, It. lusi- tan.) hb. M., hb. Z.; Coimbra: Penedo da Melancolia (Flora lusitan. exsicc.) hb. H,

Spanien. La Coruña, Gallicien (Laser, Plantae Europ. austr. n.54, 52) hb. Z.; Logrono, Asturien leg. ILD. Zusia) hb. H.; Carifiema in Aragonien (WiLLkoww, Herb. hispan.) hb. M.; Madrid, sandige Hügel (leg. Reuter 1863, hb. de Ad. Chatin) hb. F.; Valencia (hb. Willkomm) hb Kk.; in Vorhólzern bei dem Dorfe Yeste, auf Kalkboden, Murcia (Porta et Rico, Iter III. hispan. 1891, n. 234) hb, U.; Ronda (Revercnon, Plantes de l'Andalousie 1889) hb. U., hb. M. ; Sierra Nevada, Granada (leg. Wong" hb. M.; Sierra Nevada bei dem Berge Dornajo, auf Kalkboden (HurEn, Porta, Rico, Ex itin. hispan. 1879, n. 389) hb. M.; im Thale des Flusses Darro bei Granada (Hacke, In itin. hispan. lusit, 1876) hb. M.; Cabo di Gata (BoursEaAu, Pl. d'Espagne 1851, n. 1474) hb. F.; Gibraltar (leg. PauLAY) hb. M.; Ghetaribai südlich von Algeciras (leg. PAULAY) hb. M.; Majorque (BounarAv, Pl. d'Espagne, Baleares 4869, n. 2794) bb. M.

Frankreich. Soulac und Verdon, Gironde (Soc. dauphin. n. 949) hb. F.; Per- pignan (leg. Dr. Espron) hb. M.; Basses Corbières (leg. Martius) hb. M.; Aude: Ile de Sainte-Lucie nüchst Narbonne (MAsnıen, Flora sel. exsicc. 1888, n. 955) hb. U.; Narbonne (Tu. URGEL) hb. M.; Beziers, Lyon (hb. Thevenau) hb. K.; Marseille (hb. Pittoni) hb. M.; Montpellier (hb. Endlicher) hb. M.; Le Luc (hb. Deséglise)hb. K.; Toulon (leg. HucuENIN) bb. K.; Provence (hb. Endlicher) hb. M.; Martigues (leg. AUTHEMAN) hb. H.; Cannes (REvErcHon, Basses Alpes et Alpes marit.) hb. B.; Nizza (leg. CaAnPENTIER) hb. M.; Mentone (Savi, Pl. Ital. bor., hb. Reichenbach fil.) hb. M.; Pietro-Pugno bei Bastia, Corsica (leg. Sieger) hb. P.; Bastia (DEsEAUx, Pl. de Corse 1868, n. 263) hb. M.

Italien. Capo di Noli, Ligurien (Ex hb. Mtii a Rainer) hb. M.; Mti. Pisani, Tos- cana (BiLLor, Fl. Gall. et Germ. exs. n. 2734) hb. B.; Cesati bei Pisa (leg. Carver) hb. M.; Silva Pisana (Flora etrusca exsicc.) hb. B.; Orbetello, Etrurien (Ex Mus. r. Florent. hb. U.; Monte nero bei Livorno (leg. Mann) hb. Z.; Civitavecchia (leg. GENNARI 1849) hb. F.; an felsigen Stellen, Terracina, Campanien, hb. F.; Monte nuovo zw. Puzzuoli u. Bajae (leg. HEnsicu, 4823) hb. P.; Barletta (leg. Bruns, 1844 hb. F.; Calabrien (leg. PAsQUALL, 4850) hb. F.; an trockenen, steinigen Abhängen bei Cimina, östl, Calabrien, 3—5000 m (Hurer, Porra et Rico, Ex itin. ital. HI. 1877, ^. 437) hb. U.; Elba, hb. K.; Ischia (leg. Hersicn, 4823) hb. P.; Lipari (leg. MAn- DMUISSA, 4878) hb. F.; Palermo, Sicilien (leg. Topano) hb. U.; Giardini, Sicilien Ex hb. Mus. Flor.) hb. K.; Messina (leg. Nıcorra, 4872) hb. F.; Pianosa (leg. ŠINONELLI, 4884) hb. F.; Tempio, Sardin. [Revencnos, Pl. de Sard. 1884) hb. M.

Griechenland, Insel Saseno, in Gebüschen |(Barpacci, It. botan. in penn. balk. 1589—1890) hb. U.; bei Lebadia, Boeotien (loco Marra lithoria) (OnenaNipEs, Flora Sraec, exs, n. 444) hb. M.; Euboea (Baesırz, hb. Europaeum) hb. K.; an sandigen Stellen am Fuße des Berges Delphi, Euboea (Sartori, 1848) hb. M.

Afrika, Teneriffa (Reliqu. HiLLEBRANDT.) hb. U.; Teneriffa (BouncEAv, Plantae

natur, 4884, p. 64 ss. bekannt giebt. Im Florenzer Herbar sah ich auch ein von SIMONELLI

auf Pianosa gesammeltes Exemplar. Auf den dalmatinischen Inseln und in Dalma-

lien selbst kommt D. Gnidium nicht vor, wie mir Professor Beck mitteilt. Die Angabe

n Visiavi, Flora dalmatica: prope Cattaro dürfte auf einem Irrtum beruhen.

"nM In Asien, speciell also Kleinasien dürfte D. Gnidium nicht vorkommen; die An-

mit D in Teumarcuger, Asie mineure: Lycien, Cilicien ist wohl auf eine Verwechslung ` gnidioides zurückzuführen,

76 K. v. Keissler.

canarienses n. 120) hb. M.; Insel Palma (leg. WEBB, 4848) hb. F.; Madeira (hb. Jacquin) hb. M.; Mamora, Marokko (leg. Cosson, 1886) hb. B. ; Constantine, Maisson Carrée, Algerien (leg. Bovė) hb. U.; Algier (leg. E. G. Parıs) hb. Kk.; im Gesträuch

auf dem Berge Djebel Haghouan (Krauık, Pl. Tunetanae 1854, n. 384) hb. M.; Aegyp- ten, bei Rosette (leg. CLARKE) hb. F. 1).

f. latifolia nov. form.

Europa. Portugal. Bei Aldea dos iimaos, Prov. Estremadura (Wrrwirsca, lt. lusitan. 4840, n. 404) hb. M., hb. B.

Spanien. Villa franca del Vierzo, Leon (Lance, Plantae Europ. austral. 1851—52 n. 484) hb. B.; unteres Aragonien (Wirtkoww, It. hispan. secund. 4850, n. 443) hb. M.; Ronda (REvEncnos, Plantes de l'Andalousie, 4889) hb. B.

Frankreich. Roussillon (leg. ?) hb. M.

Italien. Silva pisana (Flora etrusca exsicc.) hb. B.

Griechenland. Euboea, bei Politica (HEtpn., Herb. Fl. Hellen.) hb. B.

Afrika. Im Gesträuch auf dem Berge Djebel Haghouan (KnaLtk, Pl. Tunetanae, 1854, n. 384) hb. M.2).

13. Daphne Roumea Meissn. in DC. Prodr. XIV, 2, p. 538.

Syn. Roumea chinensis Wall. in manuscr.

Ramis?) gracilibus, apice tomentellis, foliis coriaceis, lanceolato-linearibus, atte- nuato-submucronatis, eveniis, glabris, supra nitidis, panicula brevi, composita, aphylla, cano-tomentella, pedicellis calyce®) triplo brevioribus, ovario pubescente.

Über die vorliegende Art scheint seit der Beschreibung derselben durch Meissner in De CawpoLrLE's Prodromus nichts weiteres bekannt geworden zu sein; wenigstens ist in der Literatur keine weitere Angabe über die- selbe zu finden und auch in Forges und Hemsiey »An Enumeration of all the Plants known China Proper ete. (Journ. of the Linn. Soc. XXVI, 1894)« wird nur das wiederholt, was Meissxer schon angeführt hat. Dieser letztere beruft sich auf ein von Warrich im botan. Garten zu Calcutta gesammeltes Exemplar, welches er im Herbar Zuccarini fand. Warricm hatte dasselbe als » Roumea chinensis« bezeichnet und bemerkt, dass die Pflanze aus China stamme und von dort her durch Reeve in den botanischen Garten von Caleutta eingeführt worden sei. Mehr und näheres ist über die Heimat der D. Roumea nicht in Erfahrung gebracht worden.

Nach Meissner soll D. Roumea der D. Gnidium sehr ähnlich sein, aber mehr lederige und steifere Blätter haben; die Traube soll nicht einfach-,

sondern doppelt-zusammengesetzt, das Blütenstielchen und das Recepta- culum kleiner sein.

4) Im Florenzer Herbar befindet sich unter D. Gnidium ein Exemplar (mit der Eti- quette: Aegyptia, pr. Rosettam, leg. Clarke), das der D. Gnidium sehr ähnlich sieht, aber doch in mancher Beziehung, namentlich durch die locker gestellten, sch malen Blätter von derselben abweicht. Da Blüten nicht entwickelt sind, lässt sich nicht sicher ent- scheiden, um welche Art es sich handelt; móglicherweise ist es D. linearifolia.

2) Auf dem betreffenden Bogen liegen Exemplare der typischen D. Gnidium und der f. latifolia.

3) Diagn. ex Meissn. in DC. Prodr. 4) = receptaculo.

Die Arten der